Pädiatrie 4 – Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin
Focus Gesundheit 2026 Stern Top100 Kliniken 2025

Geburten in Stuttgart dank Telemedizin noch sicherer

Jährlich kommen rund 6.200 Kinder in den Stuttgarter Kliniken zur Welt. Für die meisten von ihnen verläuft die Geburt ohne Komplikationen. Für schwierige Fälle, wie etwa Frühgeburten, steht am Olgahospital des Klinikums Stuttgart eine besondere Expertise bereit. Ziel der telemedizinischen Vernetzung ist es, die Versorgungssicherheit von Neugeborenen in Stuttgart weiter zu verbessern und spezialisiertes neonatologisches Wissen in jedem Kreißsaal der Stadt verfügbar zu machen. Dank der neuesten telemedizinischen Anbindung können Spezialisten aus Deutschlands größter Kinderklinik den Teams vor Ort zur Seite stehen, wenn kleine Patientinnen und Patienten in Geburtskliniken ohne angeschlossene Kinderklinik einen speziellen kindermedizinischen Support benötigen. Mit Unterstützung der Eva Mayr-Stihl Stiftung wurde die telemedizinische Vernetzung mit dem Marienhospital Stuttgart und dem Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart Ende 2025 erfolgreich in Betrieb genommen.

In kritischen Situationen kann nun rund um die Uhr ein spezialisierter Neonatologe aus dem Olgahospital hinzugezogen werden, wenn es in den kooperierenden Geburtskliniken zu Notfällen oder schwierigen Situationen kommt. Die telemedizinische Einbindung ermöglicht eine frühzeitige fachärztliche Einschätzung und trägt dazu bei, notwendige Maßnahmen rasch und strukturiert einzuleiten.

Das Klinikum Stuttgart macht seine Expertise in der Neonatologie rund um die Uhr für Partner verfügbar. Die sofortige gemeinsame Bewertung von Vitalwerten, Labor und hochauflösenden Videoübertragungen ermöglichen im Bedarfsfall klare Hilfestellungen aus der Distanz. Weiterhin stellt unsere Klinik sicher, dass im Notfall zusätzlich binnen Minuten ein neonatologisches Team ins betroffene Krankenhaus ausrückt, während die telemedizinische Abstimmung weiterläuft. So entsteht ein nahtloser Übergang zwischen digitaler Beratung und persönlicher Versorgung vor Ort.

Bei einer Geburt am späten Abend kam es zu einer Schulterdystokie, bei der die Entbindung erschwert war. Nach der Geburt benötigte das Neugeborene unmittelbar intensivmedizinische Unterstützung. Über die telemedizinische Anbindung war bereits ein Neonatologe des Klinikums Stuttgart per Live-Video zugeschaltet und in die Versorgung eingebunden. Gemeinsam mit dem Team vor Ort konnten die Wiederbelebungsmaßnahmen rasch eingeleitet und erfolgreich durchgeführt werden. In den anschließenden Untersuchungen zeigten sich keine Hinweise auf bleibende Schäden infolge des vorübergehenden Sauerstoffmangels. Das Kind entwickelte sich sehr gut und konnte nach einigen Tagen aus der stationären Behandlung entlassen werden.

Bei einer geplanten Kaiserschnittgeburt fiel nach der Entbindung ein zuvor nicht bekannter Hautbefund im Bereich des Kopfes auf. Zur fachärztlichen Einschätzung wurde über die telemedizinische Anbindung unmittelbar ein Neonatologe des Klinikums Stuttgart per Live-Video zugeschaltet und digital in die Beurteilung eingebunden. Gemeinsam mit dem Team vor Ort erfolgte eine differenzierte Einschätzung und erste Versorgung des Befundes. Die Eltern wurden ausführlich informiert, das Neugeborene zur weiteren Abklärung übernommen. Dabei zeigte sich, dass keine schwerwiegende Fehlbildung vorlag, sondern ein milder, gut behandelbarer Hautdefekt. Nach wenigen Tagen konnte das Kind in die ambulante Weiterbetreuung entlassen werden.

„ Ich habe ja gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung war. Aber der Kinderarzt am Bildschirm hat mir alles ganz ruhig erklärt, was passiert ist. Ich habe mich sofort gut aufgehoben gefühlt. Vielen Dank!“ (ein Vater nach einer telemedizinischen Konsultation)

Das Klinikum Stuttgart bietet im eigenen Trainingszentrum STUPS ein eintägiges Simulationstraining zur Tele-Neonatologie an. Anhand realistischer Szenarien werden telemedizinische Abläufe in einem echten Telemedizin-System trainiert. Im Fokus stehen klare Kommunikation und der Umgang mit den Herausforderungen der Telemedizin in Notfallsituationen. Das Angebot richtet sich an Anbieter von Tele-Neonatologie und interessierte Kreißsaal Teams. Die Olgäle-Stiftung für das kranke Kinde trägt mit ihrer Unterstützung maßgeblich zur kontinuierlichen Verbesserung der Versorgungsqualität bei.)

Ansprechpartner in der Neonatologie

Oberarzt

Dr. Mirko Majorek

Telefon: 0711 278-55589

E-Mail: m.majorek@klinikum-stuttgart.de

Prof. Dr. Dr. Neysan Rafat, Ärztlicher Direktor Pädiatrie 4 – Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin

Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. Dr. Neysan Rafat

Telefon: 0711 278-72451

E-Mail: n.rafat@klinikum-stuttgart.de