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Erbliche Tumorerkrankungen

Krebserkrankungen entstehen durch Mutationen im Erbgut von Tumorzellen, die zu einem unkontrollierten Wachstum dieser Zellen führen. Die meisten Krebserkrankungen entstehen spontan, d.h. die Mutationen finden sich nur in den Tumorzellen. Bei den familiären Tumorsyndromen besteht aufgrund einer ererbten Mutation (diese ist in allen Körperzellen nachweisbar) eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten bestimmter Tumoren. Durch die Identifizierung von Mutationsträgern in diesen Familien ergibt sich die Möglichkeit, bei diesen entsprechende Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen einzuleiten.

Da der Nachweis einer erblichen Krebserkrankung weitreichende Konsequenzen für den Betroffenen sowie für dessen Familienangehörige hat, sollte eine molekulargenetische Untersuchung nur nach einer entsprechenden genetischen Beratung erfolgen. Insbesondere trifft dies für Familienangehörige zu, bei denen bisher noch kein Tumor diagnostiziert wurde, für die aber ein Risiko besteht, die krankheitsverursachende Mutation geerbt zu haben (sog. prädiktive Diagnostik).

Dr. Johanna Graf zu Gast bei 07HEALTH:
Dem Podcast aus dem Klinikum Stuttgart

Krebs ist für viele Menschen ein einschneidendes Ereignis. Bei erblichen Tumorerkrankungen beginnt die Auseinandersetzung damit oft schon lange vor einer möglichen Diagnose. Denn wer um ein genetisch erhöhtes Krebsrisiko weiß, lebt häufig zwischen Vorsorge und Angst, zwischen Gewissheit und Unsicherheit. Viele Betroffene haben zudem erlebt, wie Eltern, Geschwister oder andere Angehörige erkrankt sind. Diese Erfahrungen prägen den Umgang mit dem eigenen Risiko und werfen Fragen auf: Wie geht man mit dieser Belastung um? Welche Rolle spielen Schuldgefühle, familiäre Erwartungen und die Sorge um die nächste Generation?

Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Dr. rer. nat. Johanna Graf, sie leitet den Fachbereich Psychoonkologie im Stuttgart Cancer Center – Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl am Klinikum Stuttgart.