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DKG-zertifiziertes Analkarzinomzentrum

Wir möchten Ihnen einen Einblick in die Behandlung von Analkarzinomen geben. Unser Ziel ist es, Ihnen die bestmögliche medizinische Betreuung und Behandlung zu bieten. Daher wird unser Analkarzinomzentrum im Rahmen der Fachzertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) regelmäßig auditiert.

Diagnostik

Um die Diagnose eines Analkarzinoms zu stellen, sind mehrere Untersuchungen notwendig. Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch zu möglichen Risikofaktoren sowie eine körperliche Untersuchung mit Tastuntersuchung des Enddarms und der Leisten. Ergänzend betrachten wir den Analkanal und Enddarm mit einem Prokto- bzw. Rektoskop, um den Tumor genau zu beurteilen und seine Ausdehnung festzustellen; regelmäßig setzen wir dazu auch eine anorektale Endosonographie (Ultraschall von innen) ein.

Zur weiteren Einschätzung wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens durchgeführt, die die Lage und Ausdehnung des Tumors sowie die benachbarten Lymphknoten vollständig darstellt. Je nach Ausgangsbefund kann zusätzlich eine Computertomographie (CT) von Brustkorb und Bauchraum notwendig sein, um andere Regionen des Körpers mitzubeurteilen. Falls notwendig, führen wir eine Darmspiegelung (Koloskopie) durch, um einen zweiten Tumor im Dickdarm auszuschließen. Weiterhin setzen wir routinemäßig ein PET-CT sowohl zur Diagnostik als auch zur Bestrahlungsplanung ein.

Da Analkarzinome fast immer durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) entstehen, prüfen wir auch begleitende Faktoren, die den Behandlungsverlauf beeinflussen können – dazu gehört bei entsprechendem Risiko die Bestimmung des HIV- und Hepatitis-Status. Bei Frauen mit HPV-assoziiertem (p16-positivem) Tumor empfehlen wir zusätzlich eine gynäkologische Untersuchung, da das Risiko für weitere HPV-bedingte Veränderungen (z. B. am Gebärmutterhals) erhöht ist.

Therapie

Bei den meisten Analkarzinomen besteht die Behandlung aus einer Kombination von Strahlen- und Chemotherapie. Die Strahlentherapie wirkt dabei gezielt auf den Tumor und die umliegenden Lymphabflusswege, während die Chemotherapie im gesamten Körper wirkt und die Strahlenwirkung verstärkt. Ziel ist es, den Tumor vollständig zurückzudrängen und dabei den Schließmuskel und die natürliche Darmfunktion möglichst zu erhalten.

Bei sehr kleinen, oberflächlichen Tumoren kann in Einzelfällen eine örtliche operative Entfernung oder eine alleinige Strahlentherapie ausreichen. Eine größere Operation ist in der Regel nur dann notwendig, wenn eine Strahlen- und Chemotherapie nicht möglich ist oder der Tumor nicht ausreichend darauf anspricht bzw. erneut auftritt.

Nachsorge

Nach Abschluss der Behandlung stellen Sie sich über einen Zeitraum von fünf Jahren regelmäßig sowie bei Auffälligkeiten jederzeit bei uns vor. Da das Ansprechen auf die Behandlung sich über mehrere Monate entwickeln kann, beurteilen wir den Behandlungserfolg schrittweise durch klinische Kontrollen und Bildgebung. So können wir ein Wiederauftreten des Tumors frühzeitig erkennen und im Bedarfsfall zeitnah reagieren. Hierbei arbeiten wir nach den aktuellen Leitlinien zur Nachsorge beim Analkarzinom.

Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Das Leistungsspektrum des zertifizierten Analkarzinomzentrums umfasst:

  • Bildgebende und endoskopische Verfahren  (Prokto-/Rektoskopie, anale Endosonographie, Koloskopie, MRT, CT, PET-CT)
  • Routinemäßig DPD-Testung vor infusionsbasierter oder oraler Therapie mit 5-FU oder dessen  Abkömmlingen
  • Kombinierte Strahlen- und Chemotherapie
  • Operative Expertise
  • Besprechung jeder Patientin und jedes Patienten mit einem Analkarzinom in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz
  • Strukturierte Nachsorge innerhalb des Analkarzinomzentrums
  • Stomaberatung
  • Ernährungstherapie und -beratung
  • Psychoonkologische Betreuung
  • Sozialdienst und Sozialberatung
  • Ggf. genetische Beratung

Zertifiziertes Analkarzinomzentrum
Katharinenhospital
Kriegsbergstraße 60
70174 Stuttgart

Für Privatpatienten

Sekretariat Katja Stahl
Telefon: 0711 278-34201
Telefax: 0711 278-34209
E-Mail: sekretariat.muenter@klinikum-stuttgart.de

Für gesetzlich Versicherte

Täglich nach telefonischer Vereinbarung
Telefon: 0711 278-34278
Telefax: 0711 278-34209 (auch externe Konsile)
E-Mail: mvz-strahlentherapie@klinikum-stuttgart.de