Klinik für Hämatologie, Onkologie, Stammzelltransplantation und Palliativmedizin
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Advanced Practice Nurse Karolina Pelagidis über Beruf und Berufung

Was hat dich ursprünglich in die Pflege geführt?
Bereits als Kind hatte ich ein großes Interesse an der Medizin, unter anderem auch durch wiederkehrende Berührungspunkte innerhalb meiner Familie. Nach meinem Abitur wusste ich – wie vermutlich viele in diesem Alter – noch nicht genau, welchen Weg ich einschlagen möchte: ein Medizinstudium oder doch eine Ausbildung in der Pflege.
Daher entschied ich mich zunächst für ein FSJ in einer orthopädischen Klinik. Die Arbeit mit den Patienten bereitete mir stets große Freude und weckte mein Interesse an der Pflege. So begann ich das ausbildungsintegrierte Bachelorstudium, das Pflegepraxis und wissenschaftliches Arbeiten miteinander verbindet. Und so herausfordernd die Arbeit in der Pflege auch manchmal ist: Der Mehrwert und die Sinnhaftigkeit, die wir täglich leisten, bestärken mich immer wieder in meiner Entscheidung für diesen Beruf. Ich habe mich für die Pflege entschieden, weil ich Menschen begleiten und Pflege aktiv weiterentwickeln möchte.

Wie erklärst du deine Rolle einer Person, die den Begriff „APN“ noch nie gehört hat?
APN steht für Advanced Practice Nurse und bedeutet so viel wie Pflegeexpertin. Diese Rolle erlangt man durch einen Masterabschluss in Pflegewissenschaften, -pädagogik oder -management. Anders als viele denken, habe ich nicht studiert, um „aus der Pflege rauszukommen“ – ganz im Gegenteil ich arbeite weiterhin direkt mit und bei den Patientinnen und Patienten auf Station. Meine erweiterte Aufgabe als APN besteht darin, mich auf eine bestimmte Patientengruppen, ein Symptom oder eine Erkrankung zu spezialisieren, sodass Patientinnen und Patienten davon profitieren können. Ich nutze meine Kompetenzen im Bereich wissenschaftliches und eigenständiges Arbeiten, um aktuelle Erkenntnisse aus der Literatur in die Praxis zu übertragen, Patienten und Angehörige zu beraten und die Qualität der pflegerischen Versorgung kontinuierlich zu verbessern. Kurz gesagt: Ich bin eine Schnittstelle zwischen Pflegepraxis, Wissenschaft und Patienten.

Welche Werte sind für dich in deiner Arbeit besonders wichtig?
Besonders wichtig sind mir Ehrlichkeit (ein offener und respektvoller Umgang miteinander – wir alle sind Menschen, Fehler passieren und sind kein Problem, solange offen kommuniziert wird), Respekt, Verantwortungsbewusstsein, Loyalität und Gerechtigkeit (jede Person verdient die gleiche Behandlung und Aufmerksamkeit – sowohl Patienten als auch Kollegen).
Ebenso wichtig ist mir Authentizität: Nur wenn man mit sich selbst im Reinen ist und so sein kann, wie man ist, kann auch Vertrauen entstehen. Und nicht zuletzt Dankbarkeit – umgeben von Leid und Krankheit wird einem täglich bewusst, wie wertvoll Gesundheit ist und wie dankbar wir sein dürfen, Menschen helfen zu können.
 

Was motiviert dich an herausfordernden Tagen?
In der Pflege gibt es viele herausfordernde Situationen – sei es der kompakte Arbeitsalltag, eigene hohe Erwartungen oder schwere Schicksalsschläge, die wir miterleben. An solchen Tagen ist der Austausch im Team und ein lockerer, humorvoller Umgang miteinander besonders wichtig. Zusätzlich motiviert mich die Dankbarkeit der Patienten, die uns offen entgegengebracht wird, oder auch die Erleichterung und Zufriedenheit, die man ihnen nach pflegerischen Maßnahmen ansieht. Das bestätigt mich in dem, was wir tun: Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. Außerdem motiviert mich mein eigener Anspruch, jeden Tag mein Bestes für meine Patientinnen und Patienten zu geben. Im Laufe meiner Ausbildung habe ich vieles erlebt und mir fest vorgenommen, Dinge – auch wenn sie mehr Aufwand oder Überstunden bedeuten – nach Möglichkeit besser zu machen.

Was macht die Station F31 für dich besonders?
Im April 2025 durfte ich die Station F31 gemeinsam mit dem Team und dem Fachbereich kennenlernen. Inzwischen fühlt es sich an, als wäre ich schon immer Teil dieses Teams gewesen. Besonders macht die Station F31 vor allem das Team: viele herzliche und hochkompetente Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Entwicklungsstände – frisch examiniert, mit über 20 Jahren Berufserfahrung mit Fachweiterbildung oder Studium. Jeder und jede wird so akzeptiert, wie er oder sie ist, und Wissen wird über alle Ebenen hinweg geteilt. Man kann sich jederzeit aufeinander verlassen, und die Qualität der Pflege ist außergewöhnlich hoch.

Sehr positiv überrascht bin ich zudem von der Führungs- und Leitungsebene. Das Miteinander ist geprägt von Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Anliegen werden ernst genommen, unterstützt und – wo immer möglich – realisiert, ohne dass einem Steine in den Weg gelegt werden. Es besteht ein großes Vertrauen in die Mitarbeitenden, viel Freiraum zur persönlichen und fachlichen Entfaltung sowie eine spürbare Förderung individueller Stärken und Interessen.

Auch das multiprofessionelle Miteinander – mit Ärzten, Physiotherapeutinnen und weiteren Berufsgruppen – erlebe ich als sehr wertschätzend. Alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: die Patientinnen und Patienten bestmöglich zurück ins Leben zu begleiten. Es besteht eine große Offenheit für Evidenz, Neuerungen und Weiterentwicklung. So viele fachweitergebildete und akademisierte Pflegekräfte mit hoher intrinsischer Motivation habe ich zuvor noch auf keiner Station erlebt. Das spiegelt sich auch deutlich in der Zufriedenheit der Patienten wider.


Welche Botschaft möchtest du jungen Pflegefachpersonen mitgeben, die über diesen Weg nachdenken?
Ich würde sagen: Macht es/ Trau dich!
Aber nicht aus dem Grund, „raus aus der Pflege“ zu wollen – sondern weil ihr konkret etwas in und an der Pflege verbessern oder verändern möchtet.