Focus Gesundheit 2026 Stern Top100 Kliniken 2025

Virtual-Reality-Training verbessert Notfallmedizin

Virtual-Reality-Trainingsumgebung im Simulationszentrum des Klinikums Stuttgart (Bild: Klinikum/Tobias Grosser)

Das Klinikum Stuttgart entwickelt gemeinsam mit der DRF Luftrettung und der StellDirVor GmbH eine innovative Virtual-Reality-Trainingsumgebung für die Clamshell-Thorakotomie – eine spezielle Eröffnung des Brustkorbs, die in der Notfallmedizin bei traumatischem Kreislaufstillstand eingesetzt wird. Finanziert wird das Projekt von der DRF Stiftung, die Innovationen in der Notfallmedizin und im Rettungsdienst fördert.

In der Notfallmedizin entscheiden Minuten über Leben und Tod. Gerade seltene, hochkritische Situationen lassen sich jedoch im klinischen Alltag kaum trainieren. Damit sich Notärztinnen und Notärzte sowie die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes auf komplexe Notfallsituationen vorbereiten können, etablieren das Klinikum Stuttgart und die DRF Luftrettung gemeinsam eine sichere, wiederholbare und ortsunabhängige Virtual-Reality-(VR)-Lernumgebung.

Im Projekt „HALO – Virtual-Reality-Clamshell-Thorakotomie-Training“ arbeitet das Klinikum Stuttgart eng mit der DRF Luftrettung zusammen, die bundesweit 32 Hubschrauberstationen betreibt. Zwei davon – in Stuttgart und Leonberg – versorgen die Region täglich aus der Luft. Die DRF Luftrettung bringt ihre umfassende Erfahrung aus der präklinischen Notfallmedizin in das Projekt ein und unterstützt bei Realtests mit medizinischem Fachpersonal. Ziel ist es, die Ausbildung für seltene, hochkritische Einsatzsituationen weiter zu professionalisieren. Im Einsatzalltag begegnen die Besatzungen immer wieder schweren Verletzungen, bei denen invasive Maßnahmen wie die Clamshell-Thorakotomie lebensrettend sein können. Das VR-Training ermöglicht diesen seltenen Eingriff realistisch, gefahrlos und beliebig oft zu üben. „Ein hoher Ausbildungsstandard ist für uns zentral, um unseren Patientinnen und Patienten jederzeit die bestmögliche Versorgung zu bieten. Deshalb treibt die DRF Luftrettung Innovationen auch in der Fort- und Weiterbildung konsequent voran – immer mit dem Ziel, die Patientensicherheit weiter zu stärken“, erklärt Dr. Jörg Braun, Leiter Medizin und Geschäftsführer der DRF Luftrettung.

Knapp 100 Ärztinnen und Ärzte sind neben ihrer Tätigkeit in der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Klinikums Stuttgart auch als Notärztinnen und Notärzte im boden- und luftgebundenen Rettungsdienst im Einsatz. Im modernen Simulationszentrum STUPS des Klinikums Stuttgart trainieren interprofessionelle Teams bereits heute realitätsnah mit hochmodernen Patientensimulatoren.

Für erfahrene und speziell zusatzqualifizierte Notärzte wird nun das Ausbildungsangebot für seltene Notfallszenarien durch Virtual Reality (VR) gezielt erweitert. Diese Technologie eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, insbesondere seltene und komplexe Notfallszenarien immersiv abzubilden. Gemeinsam mit der StellDirVor GmbH entsteht eine interaktive, mehrspielerfähige Virtual-Reality-Trainingsumgebung. Ziel ist es, medizinische Fachkräfte noch intensiver auf kritische Situationen vorzubereiten und dabei insbesondere Teamarbeit unter realistischen Bedingungen zu trainieren.

„Wir möchten Entscheidungsfindung, Kommunikation und Handlungssicherheit interprofessioneller Teams für diese seltenen Notfälle unter extremem Zeitdruck gezielt stärken“, sagt Dr. med. Christina Jaki, Leiterin des Simulationszentrums am Klinikum Stuttgart. „Wir danken der DRF Stiftung für die Unterstützung. Wir sind überzeugt, dass sich Virtual Reality auch in vielen weiteren Szenarien sinnvoll einsetzen lässt und medizinische Fachkräfte zukünftig noch besser auf seltene Notfälle vorbereiten kann.“ Die technische Umsetzung liegt bei der StellDirVor GmbH, die auf immersive Lehr- und Lerntechnologien in der medizinischen Bildung spezialisiert ist.

Mit der Integration von Virtual Reality setzt das Klinikum Stuttgart einen weiteren wichtigen Impuls für innovative medizinische Aus-, Fort- und Weiterbildung und unterstreicht seinen Anspruch, modernste Technologien gezielt für mehr Patientensicherheit einzusetzen.

Klinikum Stuttgart
Das Klinikum Stuttgart umfasst das Katharinenhospital, das Krankenhaus Bad Cannstatt und Deutschlands größte Kinderklinik, das Olgahospital. Es ist das größte Haus der Maximalversorgung in Baden-Württemberg. 9.500 Mitarbeitende, darunter über 3.000 Pflegekräfte und über 1.200 Ärztinnen und Ärzte, versorgen jährlich rund 90.000 Patienten stationär und mehr als 600.000 ambulant, einschließlich 100.000 Notfällen. Mehr als 60.000 Operationen werden jedes Jahr im Klinikum Stuttgart betreut.

Die DRF Luftrettung
Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Von 33 Stationen an 31 Standorten in Deutschland aus starten die Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge der gemeinnützigen Organisation zu ihren Einsätzen. Hierzu gehören Einsätze in der Notfallrettung, Verlegungsflüge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken und Rückholungen von Patientinnen und Patienten aus dem Ausland. An 13 der Hubschrauberstationen sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an einer weiteren ist die Besatzung im Tagbetrieb mit erweiterten Randzeiten einsatzbereit. An fünf Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz.

Mehr Informationen unter: www.drf-luftrettung.de

Die DRF Stiftung
Die DRF Stiftung engagiert sich als förderndes Organ für die Verbesserung der Notfallhilfe und Rettungsmedizin, insbesondere durch den Einsatz mit Luftfahrzeugen. Als Stiftung bürgerlichen Rechts unterstützt sie konkrete Projektvorhaben, die nachhaltige und positive Veränderungen in der Notfallversorgung bewirken.

Mehr Informationen unter: www.drf-stiftung.de

Virtual-Reality-Trainingsumgebung im Simulationszentrum des Klinikums Stuttgart (Bild: Klinikum/Tobias Grosser)

Virtual-Reality-Trainingsumgebung im Simulationszentrum des Klinikums Stuttgart (Bild: Klinikum/Tobias Grosser)

Bild: DRF Luftrettung

Bild: DRF Luftrettung / Steven Siebert