Klinik für Nuklearmedizin

Diagnostik und Therapie neuroendokriner Tumoren

Die molekularen Eigenschaften neuroendokriner Tumoren (NET) bilden die Basis für den Einsatz spezifischer Radioliganden zur nuklearmedizinischen Bildgebung und Therapie. So dienen Somatostatin-Rezeptoren (SSTR) auf der Zellmembran als Zielstrukturen für radioaktiv markierte Somatostatin-Analoga.

Die bildliche Darstellung von Somatostatin-Rezeptoren mithilfe der herkömmlichen Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie (111In-Octreoscan®) gilt als Standarddiagnostik bei neuroendokrinen Tumoren und wird seit langem am Katharinenhospital durchgeführt.

Mit den seit kurzem verfügbaren [68Ga]-markierten PET-Radiopharmazeutika lässt sich aufgrund der deutlich besseren Auflösung der PET die Sensitivität im Nachweis kleiner (bis 0,5 cm) und schwach SSTR-positiver Tumoren wesentlich verbessern. Die [68Ga]DOTATOC PET/CT besitzt damit eine erheblich höhere Nachweisgenauigkeit als die konventionelle Szintigraphie und erlaubt zudem eine sehr exakte, topografische Zuordnung der Tumorherde. Dieses Verfahren steht am Katharinenhospital seit Mitte September 2009 routinemäßig zur Verfügung.

Diagnostik und Therapie

Neben dem diagnostischen Wert im Staging von NET liegt ein wesentlicher Aspekt der PET/CT in der Patientenselektion für eine rezeptorvermittelte Radiopeptidtherapie (RPT). Hierbei werden die diagnostisch eingesetzten Liganden mit therapeutisch wirksamen radioaktiven Strahlern (Lutetium-177 oder Yttrium-90) markiert und den betroffenen Patienten zum Zwecke einer spezifischen endogenen Radiotherapie appliziert. Dieses spezielle Therapieverfahren eignet sich für Patienten mit inoperablen oder metastasierten, gut differenzierten NET, die unter Biotherapie progredient sind, die aber aufgrund des langsamen Wachstumsverhaltens (niedriger Proliferationsindex Ki-67) einer Chemotherapie nicht zugänglich sind und bei denen eine effektive Tumorresektion oder andere lokal ablative Verfahren zur Behandlung der Lebermetastasen nicht möglich sind. Bei bildgebend nachgewiesener, positiver SSTR Expression sind auch Patienten mit stabilem Krankheitsbild, aber therapierefraktärer klinischer Symptomatik für eine RPT geeignet, da letztere in etwa 80 Prozent der Fälle einen positiven Effekt auf die hormoninduzierte klinische Symptomatik zeigt.

Ansprechpartnerin für die Radiopeptidtherapie

Prof. Dr. Gabriele Pöpperl
Telefon: 0711 278-34301
E-Mail: g.poepperl@klinikum-stuttgart.de