Klinik für Nuklearmedizin

Radioiodtherapie von differenzierten Schilddrüsenkarzinomen

Szintigramm einer Schilddrüse, mit Knoten
Szintigramm einer Schilddrüse, ohne Knoten
Knoten in der Schilddrüse lassen sich mit Hilfe der Szintigraphie darstellen: Oben Schilddrüse mit Knoten und unten ohne

Zur Nachbehandlung des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms wird eine Radioiodtherapie zur Entfernung verbliebener Schilddrüsenreste etwa drei bis vier Wochen nach der Schilddrüsenoperation durchgeführt. Das radioaktive Iod (131Iod) wird dabei ähnlich dem Iodid aus der Nahrung aktiv in die Schilddrüsenzelle eingeschleust, die in der Folge zerstört wird.

Die Behandlung des Schilddrüsenkarzinoms am Katharinenhospital erfolgt interdisziplinär und orientiert sich an den Leitlinien der Deutschen Gesellschaften für Nuklearmedizin, Endokrinologie (Sektion Schilddrüse) und für Chirurgie. Die Therapie besteht in der Regel aus der Operation, der Radioiodtherapie und der lebenslänglichen Substitution mit Schilddrüsenhormon.

Therapiestart vier bis sechs Wochen nach der Operation

Ziel der postoperativen Radioiodtherapie ist die vollständige Entfernung etwaigen Schilddrüsenrestgewebes. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist eine Unterfunktion der Schilddrüse, die in der Regel vier bis sechs Wochen nach operativer Entfernung der Schilddrüse entsteht (sofern auf eine Schilddrüsenhormongabe verzichtet wird) und durch eine einfache Blutuntersuchung (TSH-Spiegel) belegt werden kann. Auch ist auf eine Jodkarenz (Vermeiden von Röntgen-/CT-Kontrastmittel, Meeresfrüchten, jodhaltigen Medikamenten oder Externa) zu achten, da diese eine erfolgreiche und zeitnahe Therapie verhindern können. Die Radioiodtherapie ist außerdem in fortgeschritteneren Tumorstadien zur Therapie von iodspeichernden Lokalrezidiven, Lymphknoten- und Fernmetastasen (häufig Lunge und/oder Knochen, selten Leber oder Gehirn) indiziert, falls diese operativ nicht entfernbar sind.

Zwei bis sechs Tage stationärer Aufenthalt

Die Therapiestation B3 West ist mit modernen 2-Bett-Zimmern ausgestattet, die sich für den Patienten nicht von üblichen Patientenzimmern in einem Krankenhaus unterscheiden. Jedes Zimmer besitzt eine eigene Nasszelle mit Dusche und WC, einen Farbfernseher, Radio und einen Telefonanschluss. Ein Aufenthaltsraum mit Balkon steht ab dem zweiten Tag zur Verfügung. Die eigentliche Therapie besteht in Form einer Medikamentenkapsel, die eine definierte Menge an radioaktivem Jod enthält und einmalig am Aufnahmetag eingenommen wird. Die Dauer des stationären Aufenthaltes (zwei bis sechs Tage) richtet sich nach der verabreichten Radioaktivitätsmenge, beträgt jedoch mindestens 48 Stunden. Nach Unterschreiten des gesetzlichen Grenzwertes erfolgt nach einem ausführlichen Gespräch die Entlassung und die Einleitung der lebenslangen Schilddrüsenhormontherapie.

Ansprechpartnerin für die Radioiodtherapie

Prof. Dr. Gabriele Pöpperl
Telefon: 0711 278-34301
E-Mail:g.poepperl@klinikum-stuttgart.de