Beruf und Familie

Vereinbarkeit von Beruf und pflegebedürftigen Angehörigen

Der Eintritt der Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen ist kaum vorhersehbar. Angehörige stehen daher vor dem Problem, innerhalb kürzester Zeit tragfähige Lösungen zu finden. Hierbei besteht ein großer Bedarf an Information und Beratung.

Nicht nur der Beginn, auch die Dauer der Pflegebedürftigkeit ist in der Regel nicht absehbar. Sie kann nur wenige Wochen oder Monate dauern, sich aber auch über viele Jahre hinweg erstrecken. Genauso wenig ist die Entwicklung des Pflegebedarfs vorhersehbar, d.h. welche Unterstützungsleistungen mittel- bzw. langfristig benötigt werden. Es entstehen hohe psychische Belastungen durch die Pflege. Wer zugleich berufstätig ist und die Pflege eines Angehörigen übernimmt, gerät schnell an seine Grenzen. Die körperliche und emotionale Belastung wird durch permanenten Zeitdruck, Überforderung und das Gefühl, niemandem wirklich gerecht werden zu können, noch verstärkt. Zudem müssen sie mit einem fundamentalen Rollenwechsel in der Familie umzugehen lernen, der oft zu Konflikten führt. Starke Einschränkungen im Alltag und bei der Freizeitgestaltung müssen in Kauf genommen werden.

Einen Angehörigen zu pflegen und trotzdem berufstätig zu bleiben ist für viele nicht nur aus finanziellen Gründen notwendig. Die berufliche Tätigkeit ist auch ein Ausgleich zu den teils problematischen Pflegesituationen, sie kann den Alltag erleichtern und bereichern.

Wir als familienfreundliches Unternehmen möchten unsere Mitarbeiter/innen so gut wie möglich in dieser schwierigen Situation unterstützen.

Seminare zur Vereinbarkeit von Beruf und die Pflege Angehöriger

Experten des Klinikum Stuttgarts unterstützen Sie zum Beispiel in den aufgeführten Seminaren in der Bewältigung Ihrer Situation. Weitere Informationen und Unterstützungsangebote finden Sie hier. Außerdem möchten wir Sie ermutigen, dass Sie das Gespräch mit Ihrem/r Vorgesetzten/r  suchen, um gemeinsam über die Situation zu sprechen und eine tragfähige Lösung zu finden.

Vereinbarkeit von Beruf und pflegebedürftigen Angehörigen, gesetzliche Regelungen

Immer mehr Beschäftigte erfahren die Doppelbelastung von Beruf und familiärer Pflege. Mit dem Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf werden die Möglichkeiten des Pflegezeitgesetzes und des Familienpflegezeitgesetzes ab dem 01. Januar 2015 enger miteinander verzahnt und weiterentwickelt. Damit will der Gesetzgeber „Angehörigen eine größere Sicherheit geben, sich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern zu können, ohne ihren Beruf aufgeben zu müssen”.

Gleichzeitig ermöglicht das Pflegestärkungsgesetz eine variablere Nutzung von Pflegeleistungen, womit Pflegeleistungen stärker an individuellen Bedarfen angepasst werden können – auch hinsichtlich der Vereinbarkeit.

Während der Veranstaltung informieren wir Sie zu den wesentlichen Regelungen:

  • Rechtsanspruch auf Pflegezeit und Familienpflegezeit
  • 10-tägige Auszeit im Akutfall mit Lohnersatzleistung
  • Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen
  • Begleitung von nahen Angehörigen in ihrer letzten Lebensphase

sowie zum Pflegestärkungsgesetz:

  • Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege
  • Leistungen für Menschen mit Demenz

Termine:
11. Juni 2018 (DLZ, Sattlerstr. 25, EG, Birkenkopfraum)
22. November 2018 (BZ, Haus A, 3. OG, Raum 316)

jeweils 9.00 - 11.00 Uhr

Bitte melden Sie sich bis jeweils zwei Wochen vor Beginn des Seminars über die Personalentwicklung unter bildungszentrum@klinikum-stuttgart.de an.