Medizinische Zentren

Interdisziplinäres Sarkomzentrum am SCC

Es gibt insgesamt etwa 100 verschiedene Arten von Sarkomen, die sich sowohl klinisch als auch histopathologisch differenzieren. Insgesamt sind Sarkome sehr seltene Tumore, die vom Bindegewebe und den Knochen ausgehen können. Sarkome können in allen Bereichen des Körpers auftreten, häufig sind die Extremitäten betroffen. Sarkome können aber auch im Bauch oder Brustraum auftreten. Ferner werden gastrointestinalen Stromatumore (GIST) den Sarkomen zugeordnet. Dabei treten Sarkome insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, ebenso aber auch im späten Erwachsenenalter auf.

Da diese Erkrankungen relativ selten sind, verlangt die Therapie eine hohe Expertise der behandelnden Fachkollegen. Am Sarkomzentrum des Stuttgart Cancer Center (SCC) arbeiten Experten aus den unterschiedlichen Fachdisziplinen interdisziplinär und fächerübergreifend zusammen. In den wöchentlich stattfindenen Tumorkonferenzen werden jährlich ca. 400 Patienten diskutiert und Therapiestrategien festgelegt. Besonders hervorzuheben ist, daß diese Tumorkonferenzen interdisziplinär mit den kinderonkologischen Experten sowie den Experten der Erwachsenenonkologie gemeinsam durchgeführt wird. Hierdurch besteht eine besonders hohe Expertise bei der Behandlung von Sarkomerkrankungen

Darüberhinaus sind zwei große, internationale Studienzentralen für Weichteil- und Knochensarkome am Klinikum Stuttgart (CWS und COSS-Studie) angesiedelt. Von den nationalen und internationalen Erfahrungen beider Studien profitieren nicht nur die Patienten, sondern auch Vertreter der Kinder und- Erwachsenenonkologie.

Folgende Fachdisziplinen nehmen regelmäßig an den Tumorkonferenzen teil:

Falls notwendig werden Vertreter von anderen Fachdisziplinen des Klinikums hinzugezogen. Zudem erfolgt die Behandlung der Patienten unter Einbeziehung der Psychoonkologie, der Palliativmedizin, des psychosozialen Dienstes, der Physiotherapie sowie des Zentrums für integrative Medizin.

Die Therapie der Sarkomerkrankungen ist sehr komplex und individuell auf die einzelne Tumorpathologie abgestimmt. Meist ist eine radikale chirurgische Sanierung notwendig. Oftmals unterscheidet sich die chirurgische Herangehensweise grundlegend von der Chirurgie bei anderen Erkrankungen. Erfreulicherweise bilden die Sarkomerkrankungen sehr selten Absiedlungen in anderen Organen des Körpers oder den Lymphknoten. Eine Chemotherapie ist zudem in vielen Fällen ebenfalls notwendig. Oftmals wird diese vor der operativen Maßnahme durchgeführt, um eine Verkleinerung des Sarkoms zu erzielen. Darüber hinaus wird die Systemtherapie (Chemotherapie) in vielen Fällen auch nach der operativen Maßnahme weiter fortgesetzt. Ebenso gehört die strahlentherapeutische Behandlung zu einer regelhaft durchgeführten Therapie bei diesen Tumorformen. Die Strahlentherapie kann sowohl vor der operativen Maßnahme als auch nach der Operation indiziert sein. Die Behandlung am Sarkomzentrum des Klinikums Stuttgart erfolgt nach neuesten Erkenntnissen auch im Rahmen von Studien und berücksichtigt internationale Leitlinien und Therapiestandards.

Kontakt

Telefon: 0711 278 30404
E-Mail: scc-geschaeftsstelle@klinikum-stuttgart.de

Klinikum der Landeshauptstadt Stuttgart gKAöR
Stuttgart Cancer Center (SCC) - Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl
Kriegsbergstraße 60
D - 70174 Stuttgart