Orthopädische Klinik

Skoliose

Röntgenbild der Wirbelsäule Nr. 1
Röntgenbild der Wirbelsäule Nr. 2
Röntgenbild der Wirbelsäule Nr. 3

Unter einer Skoliose versteht man eine Seitverbiegung der Wirbelsäule bei gleichzeitiger Rotation der Wirbelkörper. Bei der Untersuchung fällt beim Vorbeugetest ein Rippenbuckel oder Lendenwulst auf.

In 80 Prozent der Fälle kann eine Ursache der Skoliose nicht gefunden werden (idiopathische Skoliosen). Seltener spielen neurogene Ursachen (ICP), angeborene Fehlbildungen (Halb- und Blockwirbel), Stoffwechselstörungen (Osteogenesis imperfecta) oder Tumoren (Neurofibromatose, Astrozytom, Syringomyelie) eine Rolle.

Die Skoliose wird nach dem Erkrankungsalter eingeteilt. So spricht man von einer Säuglingsskoliose im ersten Lebensjahr, von einer infantilen Skoliose bis zum fünften Lebensjahr, einer juvenilen Skoliose von sechs bis zehn Jahren und einer Adoleszentenskoliose ab dem elften Lebensjahr.

Mädchen häufiger betroffen als Jungen

Am häufigsten ist die Skoliose bei Jugendlichen, wobei Mädchen etwa viermal häufiger betroffen sind als Jungen. Bei den meisten Skoliosen ist die Brustwirbelsäule (thorakal) betroffen mit einer Seitverbiegung nach rechts. Je nach Ausprägung der Krümmung, die sich in einer Röntgen-Ganzaufnahme der Wirbelsäule messen lässt, richtet sich die Therapie in unserer Klinik.

Ambulante Krankengymnastik wird bei einem Krümmungswinkel unter 20 Grad verordnet. Bei rascher Zunahme der Krümmung im Wachstum und Winkeln über 20 Grad empfehlen wir zusätzlich zur Krankengymnastik eine Korsetttherapie. Das Korsett sollte möglichst Tag und Nacht getragen werden. Vorraussetzung für eine Korsetttherapie ist ein noch ausreichendes Wachstum des Kindes. Die Korsettversorgung erfolgt bei uns durch spezialisierte Orthopädiemechaniker, die über langjährige Erfahrungen mit der Anfertigung von Cheneau-Korsetten verfügen.

Korrekturoperation bei starker Krümmung

Die Indikation für eine Operation ergibt sich bei Krümmungswinkeln über 50 Grad. Hier werden je nach Lokalisation der Krümmung zwei unterschiedliche Techniken angewandt. Bei der häufigeren thorakalen Skoliose wird ein hinterer Zugang direkt über den Dornfortsätzen gewählt. Dabei wird die Wirbelsäule über zwei parallele Stäbe aufgerichtet, die mit Schrauben im Wirbelkörper verankert werden. Durch die Einführung des Neuromonitorings in unserer Klinik kann während der Operation kontinuierlich die Reaktionen der Nerven und Muskeln gemessen und überwacht werden. Somit ist ein sichereres Operieren gewährleistet.

Die Betreuung der Patienten erfolgt in unserer Spezialsprechstunde für Skoliose und Wirbelsäulendeformitäten in Zusammenarbeit mit Kinderorthopäden und Orthopädiemechanikern.