Klinik für Urologie und Transplantationschirurgie

Tumorerkrankungen des Urogenitaltraktes

In der Klinik für Urologie werden alle Tumoren des Urogenitaltraktes mit modernsten Methoden diagnostiziert und therapiert. Schwerpunkte dabei sind vor allem die Neubildungen im Bereich Niere/Nierenbecken/Harnleiter, der Prostata sowie der Blase.

Prostatakarzinom
Das Prostatakarzinom ist mit einer Neuerkrankungsrate von über 40.000 Fällen pro Jahr der häufigste beim Mann vorkommende Krebs. Am Katharinenhospital Stuttgart stehen alle Arten der Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms zur Verfügung. Im Rahmen des Prostatakarzinomzentrums werden alle Patienten interdisziplinär mit Onkologen, Strahlentherapeuten und Pathologen vor geplanter Therapie evaluiert und nach einem individuell erstelltem Therapiekonzept, unter Berücksichtigung des Patientenwunsches, behandelt. Schwerpunkt dabei ist die radikale Prostatektomie, die - wenn möglich - unter Schonung des Gefäßnervenbündels zur Erhaltung der Potenz, durchgeführt wird. Die jährliche OP-Zahl liegt bei 150 Eingriffen, davon werden fast 40 Prozent nervenschonend durchgeführt. Bei fortgeschrittenen Tumoren wird zunächst eine minimalinvasive Lymphknotenentfernung durchgeführt, um dann in Kooperation mit den Strahlentherapeuten eine weiterführende Strahlentherapie anzubieten. Bei Patienten, die nicht operiert werden möchten, steht in Kooperation mit den Strahlentherapeuten das gesamte Spektrum der externen Bestrahlung sowie der Seed Implantation zur Verfügung.

Hier finden Sie weitere Informationen zur interdisziplinäre Behandlung im Zertifizierten Prostatakarzinomzentrum.

Tumorerkrankungen der Niere
Die Klinik für Urologie und Transplantationschirurgie ist überregionaler Schwerpunkt bei der Behandlung von Neubildungen der Niere. Jährlich werden mehr als 250 Eingriffe an der Niere durchgeführt, dabei in ca. 35 Prozent der Fälle auch organerhaltend. Neben der offenen Nierenchirurgie wird die minimalinvasive Entfernung von Nierentumoren mittels Bauchspiegelung durchgeführt. Bei der nierenerhaltenden Chirurgie werden alle modernen Verfahren inklusive intraoperativer Ultraschall sowie alle Formen der Organkühlung angewandt. Dies ermöglicht insbesondere bei großen Tumoren bzw. vielen Tumoren eine optimales Ergebnis in Hinblick auf den Funktionserhalt der Niere.

Blasenkarzinom
Auch beim Blasenkarzinom erfolgt eine umfassende Diagnostik und Therapie. Neben fluoreszenzgestützten Verfahren zur Diagnostik werden zur Resektion auch bipolare Instrumente eingesetzt, dies ermöglicht die blutungsarme Entfernung auch größerer Tumoren selbst bei Patienten mit Schrittmacher oder Defibrillator ohne Beeinträchtigung der Funktion.

Sollte der Blasenkrebs endoskopisch nicht mehr beherrschbar sein, ist eine komplette Entfernung der Harnblase notwendig. Die notwendige Urinableitung erfolgt in den meisten Fällen über eine Neoblase, die aus Darm gebildet wird. Ist die Entfernung der Harnröhre notwendig, besteht die Möglichkeit, ein Reservoir aus Dick- und Dünndarm zu bilden (MAINZ Pouch). Dieses wird an den Nabel angeschlossen und mittels Katheter entleert. Sollte ein Harnreservoir nicht möglich sein, erfolgt die Urinableitung direkt über eine Verbindung des Harnleiters zur Haut oder zwischengeschaltet über ein Stück Darm, in das die Harnleiter münden (Ileum Conduit).

Hodenkrebs
Das Hodenkarzinom wird in Zusammenarbeit mit der Klinik für Onkologie und der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Katharinenhospital interdisziplinär diagnostiziert und behandelt. Neben der laborchemischen Diagnostik wird an unserer Klinik die radikale Entfernung des Hodens nebst Samenstrang durchgeführt, daran anschließend erfolgt eine Strahlen- oder Chemotherapie in Abhängigkeit von der Tumorentität. Auch die retroperitoneale Lymphadenektomie als Behandlungsmodalität wird in unserer Klinik, auch nerverhaltend, in hoher Frequenz durchgeführt.