Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

Tumoren des Bewegungsapparates

Ärztliche Direktoren

Professor Dr. Christian Knop (rechts im Bild)
Telefon: 0711 278-33501
Telefax: 0711 278-33509
E-Mail: c.knop@klinikum-stuttgart.de

Dr. Patrik Reize (links im Bild)
Telefon: 0711 278-63001
Telefax: 0711 278-63002
E-Mail: p.reize@klinikum-stuttgart.de

Bereichsleiter

Dr. T. Schreiber
Leitender Oberarzt

E-Mail: t.schreiber@klinikum-stuttgart.de

Stellvertretender Bereichsleiter

Dr. D. Kaiser
Oberarzt

E-Mail: d.kaiser@klinikum-stuttgart.de

Dr. S. Özkaya

Dr. S. Özkaya
Oberarzt

E-Mail: s.oezkaya@klinikum-stuttgart.de

In der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie werden gut- und bösartige Tumoren des Bewegungsapparates und des Stammskelettes behandelt.

In einer wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz werden die betroffenen Patienten besprochen und die Therapiestrategien festgelegt in Zusammenarbeit mit internistischen Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Radiologen und Nuklearmedizinern. Je nach betroffener Körperregion können Visceralchirurgen, Neurochirurgen oder bei erforderlichen Defektrekonstruktionen Ärzte der Hand-, Plastischen und Mikrochirurgie oder Gefäßchirurgen hinzugezogen werden.
 

Gutartige Tumoren des Stütz- und Bewegungsapparates

Zahlreiche gutartige Tumoren des Skelettsystems wie auch des Bindegewebes sind bekannt. Für die Patienten ist in erster Linie eine zuverlässige Diagnostik dieser allgemein seltenen Erkrankungen wichtig.
Meistens ist die bildgebende Diagnostik Sonographie und Röntgenbild in Verbindung mit der Schnittbilddiagnostik Computertomographie und Kernspintomographie hierzu ausreichend, in diesen Fällen sind keine speziellen Therapien erforderlich. In unklaren Fällen muss eine Gewebeprobe für den Pathologen entnommen werden. Bedroht der gutartige Tumor die Stabilität eines Knochens oder übt er Druck auf die in der Nachbarschaft liegenden Organstrukturen aus, so ist gegebenenfalls die operative Entfernung sinnvoll.

Primäre bösartigen Knochen- und Weichteilgeschwulste, Sarkome

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 2.000 bösartige Weichteilsarkome neu diagnostiziert. Die Tumoren wachsen lokal aggressiv in Nachbarorgane ein und können Metastasen bilden.
Mit modernen interdisziplinären Therapiekonzepten, die vor allem unter Strahlentherapeuten, Onkologen und orthopädischen Chirurgen abgestimmt werden, können verstümmelnde Operationen heutzutage in den meisten Fällen vermieden werden. Zwingend erforderlich für die Therapieentscheidung ist die Kenntnis über den Grad der Ausbreitung des Tumorleidens und ein kompletter Überblick über die gesamte körperliche Konstitution des einzelnen Patienten. Bei kurativem Ansatz der Behandlung muss der Tumor wenn irgendwie möglich komplett entfernt werde. Diese Operationen sind technisch anspruchsvoll und erfordern eine besondere Spezialisierung des Operateurs.

Der Tumor muss möglichst vollständig operiert werden
Weichteilsarkome gehen von Bindegewebszellen aus. Auch Knorpel und Knochen können Entstehungsort von Sarkomgeschwulsten sein. Hierbei kennen wir das Osteosarkom, das Chondrosarkom und das Ewingsarkom. Die Behandlungsstrategien sind ähnlich, auch in diesen Fällen muss eine interdisziplinäre Strategie verfolgt werden. Die möglichst komplette Resektion des Tumors obliegt dem Chirurgen.

Knochendefekte werden mit Tumorprothesen geschlossen
Bei der Rekonstruktion von durch die Tumorentfernung entstandenen Knochendefekten kommen moderne modulare Tumorprothesen und Kunstgelenke zum Einsatz. Auch in diesen Fällen kann häufig eine Amputation des Skelettabschnittes vermieden werden. Derartige Tumorprothesen kommen auch bei der Behandlung von Knochendefekten nach Infektbehandlungen wie der chronischen Osteomyelitis oder nach großen Knochendefekten nach Entfernung von gelockerten oder infizierten Kunstgelenken zum Einsatz.

Sekundäre Knochentumoren, Metastasen

Viel häufiger als Sarkome kommen Absiedlungen von soliden Tumoren vor. Wenn das Skelett betroffen ist, spricht man von Knochenmetastasen.
Knochenmetastasen können einerseits Druck auf die umgebenden Strukturen ausüben und hier beispielsweise zu Störungen der Nerven- oder Gefäßfunktion führen oder sie verursachen Schmerzen. Weiter können sie zu einer Schwächung der Knochenstabilität führen, welche schließlich zu einer dann regelmäßig überaus schmerzhaften pathologischen Fraktur führt.

Die Einschätzung der Stabilität einer Knochenmetastase ist daher wesentliche Aufgabe des Chirurgen. Das Abwägen einer konservativen Therapie mit Medikamenten und/oder einer Bestrahlung des Tumors oder die operative Resektion des Tumor kann jeweils nur individuell von einem in der Tumorchirurgie erfahren Arzt gewährleistet werden.
Auch die Stabilisierung des betroffenen Skelettabschnittes mit dem Ziel des Funktionserhaltes und der ausreichenden Schmerzbehandlung erfordert eine besondere Expertise.

Unterschiedliche Operationstechniken für den individuellen Fall
Bei der chirurgischen Behandlung muss der Operateur mit allen Verfahren der modernen Orthopädie und Unfallchirurgie vertraut sein, um ein optimales Operationsergebnis zu erzielen. Regelmäßig eingesetzt werden Verbundostensynthesen, hierbei wird die Metastase reseziert, der Defekt mit Knochenzement aufgefüllt und der Knochen mit Platten, Marknägeln oder einem Kunstgelenk stabilisiert.

Die häufigste Manifestation von Knochenmetastasen ist die Wirbelsäule, hier besteht besondere Kompetenz und Erfahrung in der Abteilung (siehe Stuttgart Spine Center), sämtliche Abschnitte der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule können dekomprimiert und stabilisiert werden.