Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Kniegelenkersatz (Endoprothetik)

Den richtigen Zeitpunkt für die Operation bestimmt im Regelfall der Patient. Sein Leidensdruck gibt den Ausschlag. Wenn der Patient trotz konservativer Therapie nicht mehr zurechtkommt und wieder aktiver sein möchte. Der Arzt berät im Regelfall nur. Sollten sich Zysten oder Knocheninfarkte ausbilden, nimmt die Beweglichkeit stark ab oder kommt es zum gravierenden Muskelverlust, dann werden wir unter Umständen auch eine frühere Operation empfehlen.

Welcher genaue Typ von Endoprothese (Teilersatz, Schlittenendoprothese, Vollprothese, Scharniergelenk, Rotationsgelenk, modulare Endoprothese, Tumorendoprothese, Femurersatz, Tibiaersatz u. a.) eingesetzt wird, wird mit dem Patienten vor der Operation ausführlich besprochen. Die Operation wird anschließend zunächst am Computer geplant. Teilweise werden individuelle Schnittblöcke für die Anatomie des Patienten angefertigt, um die Langlebigkeit des Gelenkes zu erhöhen.

Normalerweise befinden sich die Patienten für die Implantation einer Knieendoprothese acht bis zehn Tage im Krankenhaus. Die Operation dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Sie erfolgt in Spinalanästhesie oder Intubationsnarkose. Zusätzlich wird am Anfang der Operation im Regelfall ein Schmerzkatheter gelegt, sodass man nach der Operation, mit Schmerzmedikamenten gut eingestellt, gleich mit dem Üben beginnen kann.

Bei der Operation wird ein mittiger Schnitt gesetzt, im Anschluss die Kniescheibe zur Seite geklappt. Entsprechend einer bereits präoperativ durchgeführten Planung werden die Knochenoberflächen am Oberschenkelknochen und am Unterschenkelknochen, teilweise auch hinter der Kniescheibe, so vorbereitet, dass Metallschalen aufzementiert werden können. Dabei handelt es sich nicht um einen Zement, der aufgebracht wird, sondern vielmehr um einen Kunststoffkleber, der eine sehr stabile Verbindung zwischen Prothese und Knochen erlaubt. Zwischen die Metallschalen am Oberschenkel und Unterschenkel wird dann ein Inlay eingebracht. Die Form des Inlays bestimmt Stabilität und Mobilität.

Heutzutage werden bei uns sehr hochwertige Materialien verwandt. Diese können auch allergiefrei aus Oxinium oder speziellen Beschichtungen gewählt werden. Die bei uns verwendeten Kunststoffe sind besonders hoch vernetzt (high cross-linked), damit es zu wenig Abrieb kommt. Schließlich wird, nachdem das Gelenk gut funktioniert, das Operationsgebiet geschlossen.  Während die Operation in Blutleere stattfand und es nicht blutete, wird nach der Operation über Drainagen das Wundblut gesammelt, evtl. aufbereitet und zurückgegeben, sodass Fremdblutkonserven mittlerweile in der Knieendoprothetik sehr selten angewendet werden.

Nachbehandlung
Am gleichen Tag oder am Tag nach der Operation beginnt bereits die Mobilisierung. Der Patient darf aufstehen mit Hilfe von Physiotherapeuten. Am zweiten Tag werden die Drainagen entfernt, ein Verbandswechsel wird durchgeführt. Es wird dann kontinuierlich geübt, sodass bei Entlassung bereits auch wieder Treppensteigen und das Laufen in der Ebene bis 50 Meter möglich ist. Die Wunde sollte trocken sein, die Gelenke sollten bereits 90 Grad beugefähig sein. Wenn möglich, organisieren wir direkt im Anschluss an den Aufenthalt bei uns eine Anschlussrehabilitation – nach Rücksprache mit den Krankenkassen, entsprechend den Wünschen der Patienten. In der Rehabilitation wird der Bewegungsumfang erweitert, die Muskulatur wird trainiert, Schwellungen abgebaut. Nach der Rehabilitation findet eine Nachuntersuchung statt, der weitere Verlauf gestaltet sich individuell.

Häufig gestellte Fragen
Antworten auf besonders häufig gestellte Fragen zum künstlichen Hüftgelenk finden Sie im Folgenden. Individuelle Probleme lassen sich jedoch am Besten im persönlichen Gespräch lösen. Wir freuen uns daher, Sie in einer unserer Spezialsprechstunden beraten zu dürfen.

Gibt es knochensparende Prothesen?

Ist nur ein Teil des Kniegelenks von der Arthrose betroffen, im Regelfall ist dies die Innenseite des Kniegelenkes, muss nicht immer das gesamte Kniegelenk ersetzt werden. Dann kommen Schlittenprothesen in Betracht. Teilweise können auch die Rückflächen von Kniescheiben isoliert ersetzt werden.

Wie lange halten die Prothesen, müssen Endoprothesen nach 15 Jahren gewechselt werden?

Die Haltbarkeit der Materialien und die Implantationsmethoden haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Durch eine bessere Form ist auch die Funktion besser geworden. Die Endoprothesen halten häufig ein Leben lang. Nach dem sechzigsten Lebensjahr implantiert, müssen ca. zehn Prozent der Kunstgelenke noch einmal operiert werden.

Bei persistierenden Beschwerden nach Endoprothesen bieten wir unsere volle diagnostische und therapeutische Unterstützung an, um das Problem zu lösen. Gerne sind wir zu Zweitmeinungen bereit. Wir haben große Erfahrung in der Wechselendoprothetik, die entsprechenden Implantate werden bei uns dauerhaft vorgehalten, um patientenorientiert und problemorientiert reagieren zu können.

Was ist uns besonders wichtig?

Es ist uns sehr wichtig, dass wir mit unseren Patienten ein Vertrauensverhältnis eingehen. Neben einer individuellen Beratung und Problemlösung muss dazu der Patient gut informiert in das „Abenteuer“ Knieendoprothese starten. Neben einer ausführlichen Untersuchung und Aufklärung in der Ambulanz versuchen wir in Patientenfortbildungen das Verständnis des Patienten für die spezielle Situation zu fördern. Für die Fragen unserer Patienten sind wir jederzeit offen. Neben viel Erfahrung in der Implantation von Endoprothesen sind in unseren Augen moderne Implantate, minimal-invasive Zugangswege und individuelle Operationslösungen der Schlüssel zum Erfolg. Die Endoprothesen werden nach einer entsprechenden Planung am Computer implantiert. Es ist uns wichtig, die Endoprothesen so einzusetzen, dass sie möglichst lange halten und gut funktionieren.

Deshalb versuchen wir mit der Endoprothese die spezielle Anatomie des Patienten wieder herzustellen, d. h. wir versuchen die Beinlänge möglichst gleich zu halten, eine normale Außendrehung der unteren Extremität wiederherzustellen wie auch ein normales Drehzentrum des Knies. Es hat sich gezeigt, dass so die Rehabilitation und die Haltbarkeit am besten gefördert werden kann.
Ausdrücklich möchten wir Sie ermuntern Ihre Fragen zu stellen. Es hat sich gezeigt, dass gut informierte Patienten die zufriedeneren Patienten sind und die wünschen wir uns.