Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Hüftgelenkersatz (Endoprothetik)

Bei Verschleiß der Hüfte, entsprechendem Leidensdruck und nicht mehr ausreichend ansprechender konservativer Therapie kann die Implantation einer Hüftendoprothese zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen.

Die Prothesenimplantationen erfolgen bei uns wahlweise über einen vorderen, seitlichen oder hinteren Zugang – jeweils möglichst minimalinvasiv. Wir beraten Sie gerne über die verschiedenen Operationsmöglichkeiten.

Die Hüftendoprothese ist meistens das letzte Mittel, wenn ansonsten die Beschwerden nicht beherrscht werden können und nicht zu erwarten ist, dass sich die Beschwerden wieder ausreichend zurückbilden. Es ist im Regelfall der Leidensdruck des Patienten, der bestimmt, wann dieser Punkt erreicht ist. Lediglich wenn größere Zysten auftreten, bei Knochenbrüchen, Tumoren, wenn die Beweglichkeit sehr schnell abnimmt, wenn die Muskulatur sich sehr schnell zurückbildet, wird der Arzt zu einem früheren Zeitpunkt die Operation empfehlen.

Die Gelenkendoprothetik ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Klinik, insbesondere von Knie, Hüfte, Sprunggelenk und Schulter. Arthrose und Rheuma stellen die wichtigsten Indikationen dar, die einen Gelenkersatz notwendig machen.

Häufig gestellte Fragen
Antworten auf besonders häufig gestellte Fragen zum künstlichen Hüftgelenk finden Sie im Folgenden. Individuelle Probleme lassen sich jedoch am Besten im persönlichen Gespräch lösen. Wir freuen uns daher, Sie in einer unseren Spezialsprechstunden beraten zu dürfen.

Wenn eine Hüftprothese implantiert werden muss – wie verläuft die Operation?

Hüftendoprothesen werden während eines 8- bis 12-tägigen stationären Aufenthaltes implantiert. Die Operation selbst dauert meistens etwa eine Stunde. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder in Rückenmarksanästhesie (Spinalanästhesie). Verschiedene Zugänge sind möglich. Je nach Vor- und Nachteilen werden bei uns anteriore (vordere), anterolaterale (vorne seitliche), seitliche und hintere Zugänge verwendet. Stets achten wir darauf, den Zugang möglichst klein zu halten und insbesondere die Muskulatur zu schonen. Zunächst werden erkrankte Knochen und Knorpel des Gelenkes entfernt, dann wird zunächst eine Hüftgelenkspfanne mit Inlay eingesetzt und schließlich ein Prothesenschaft verklemmt oder einzementiert. Ein aufgesetzter Kugelkopf erlaubt schließlich wieder ein harmonisches Bewegen. Im Regelfall ist der Blutverlust bei diesen Operationen gering, sodass keine Blutkonserven erforderlich werden. Zum Wohl unserer Patienten sammeln wir das Blut schon während der Operation und in den ersten sechs Stunden danach. So können wir es im Bedarfsfall aufarbeiten und retransfundieren. Dies bedeutet, dass wir nur sehr selten Fremdblut einsetzen müssen.

Bereits am Tag nach der Operation steht der Patient wieder auf und es beginnt die physiotherapeutische Beübung. Neben einem Nervenblock, der bereits vor der Operation gesetzt wird, werden Schmerzen nach einem festen Standard behandelt. Die verschiedenen Berufsgruppen sind geschult, in Absprache mit den Patienten stufenartig die Schmerzen zu behandeln. Nach der Phase der Rekonvaleszenz, wenn die Wunde wieder trocken und geschlossen ist, wenn Sie in der Lage sind, sich wieder selbst zu versorgen, organisieren wir für Sie eine entsprechende ambulante oder stationäre Reha. Sollte sich erst nach der Operation herausstellen, dass Sie zusätzliche Hilfe benötigen, von der wir denken, dass diese nicht in einer ambulanten oder stationären Rehaeinrichtung abrufbar ist, haben wir die Möglichkeit Sie in einer speziellen geriatrischen Frühkomplexbehandlung bei uns im Haus nachbehandeln zu lassen oder wir vermitteln eine geriatrische Rehabilitation in speziellen Rehakliniken.

Können Komplikationen auftreten?

Prinzipiell ja. In den letzten Jahren wurde die Implantation von Hüfttotalendoprothesen für den Patienten jedoch immer sicherer. Prothesenköpfe mir größeren Durchmessern lassen bei mehr Stabilität auch mehr Beweglichkeit zu. Das Risiko von Luxationen (Ausrenken der Endoprothese) ist deshalb in den letzten Jahren immer weiter gesunken.

Modernste Materialien, insbesondere hoch vernetzte Kunststoffe (Cross-Linked Polyethylene) oder spezielle Werkstoffe wie Oxinium sind mittlerweile sehr abriebbeständig. Hierdurch sinkt das Risiko von Lockerungen.

Spezielle Beschichtungen, insbesondere der zementfreien Endoprothesen (Hydroxylapatit, Titan u.a.) sorgen für eine sehr gute primäre Stabilität, sodass die Patienten zunehmend schneller wieder auf die Beine kommen und die Komplikationen wie Thrombose und Embolie seltener werden. Zudem gibt es neuere Generationen von Antithrombosemitteln, die die Sicherheit für unsere Patienten erhöhen. Mit speziellen Implantaten gelingt es eine natürliche Anatomie nachzuahmen und damit wieder das normale Bewegungsspiel zuzulassen.

Wie lange hält eine Hüftendoprothese?

Die Lebensdauer von Endoprothesen ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, z. B. vom Alter und vom Aktivitätsniveau der Patienten. Bekommt man eine Hüftendoprothese im Alter von 60 Jahren implantiert, beträgt das Risiko, noch einmal an der Hüftendoprothese operiert werden zu müssen, fünf bis zehn Prozent. Das heißt, 90 bis 95 der Patienten müssen nicht mehr operiert werden. Bei Patienten unter 50 Jahren ist dahingegen das Revisionsrisiko höher.

Da auch die Qualität der Endoprothesen für die Haltbarkeit des Endoprothesensystems eine Rolle spielt, verwenden wir nur Qualitätsendoprothesen, die in verschiedensten Studien ihre Standhaftigkeit beweisen konnten. So verwenden wir im Regelfall hochqualitative Implantate der Firma Smith&Nephew, einem Marktführer in Europa, der Schweizer Firma Symbios und der deutschen Firma Link. Die am häufigsten bei uns eingesetzten Modelle sind die Polarstem-Prothese in zementfreier und zementierter Form, die individuelle Hüftendoprothese der Firma Symbios, die McMinn-Hüftkappenprothese, der Link-Revisionsschaft. An Pfannen setzen wir vorwiegend die Epifitpfanne, die R3-Pfanne, die Müller-Flachprofilpfanne ein. Die am häufigsten bei uns verwendete Gleitpaarung ist die Keramik-Keramik-Gleitpaarung oder die Verilast-Technologie mit hochvernetztem Kunststoffinlay und Oxiniumkopf. Hierdurch soll nicht nur die Primärstabilität, sondern insbesondere ein langes Überleben des Endoprothesensystems gefördert werden.
 

Reibt sich eine Prothese ab?

Noch vor 10 bis 15 Jahren war der Abrieb ein sehr großes Problem in der Endoprothetik. Mit den heute zur Verfügung stehenden modernen Materialien wie speziell gehärtete Keramik, Oxinium oder ein Cross-Linked Polyethylene spielt der Abrieb kaum eine Rolle mehr.

Was ist uns besonders wichtig?

Es ist uns sehr wichtig, dass wir mit unseren Patienten ein Vertrauensverhältnis eingehen. Neben einer individuellen Beratung und Problemlösung muss dazu der Patient gut informiert in das „Abenteuer“ Hüftendoprothese starten. Neben einer ausführlichen Untersuchung und Aufklärung in der Ambulanz versuchen wir in Patientenfortbildungen das Verständnis des Patienten für die spezielle Situation zu fördern. Für die Fragen unserer Patienten sind wir jederzeit offen. Neben viel Erfahrung in der Implantation von Endoprothesen sind in unseren Augen moderne Implantate, minimal-invasive Zugangswege und individuelle Operationslösungen der Schlüssel zum Erfolg.
Die Endoprothesen werden nach einer entsprechenden Computer-Planung implantiert. Es ist uns wichtig, die Endoprothesen so einzusetzen, dass sie möglichst lange halten und gut funktionieren.

Deshalb versuchen wir mit der Endoprothese die spezielle Anatomie des Patienten wiederherzustellen, d. h. wir versuchen die Beinlänge möglichst gleich zu halten, eine normale Außendrehung der unteren Extremität wiederherzustellen wie auch ein normales Drehzentrum der Hüfte. Es hat sich gezeigt, dass die Rehabilitation und die Haltbarkeit so am besten  gefördert werden kann.
Ausdrücklich möchten wir Sie ermuntern Ihre Fragen zu stellen. Es hat sich gezeigt, dass gut informierte Patienten die zufriedeneren Patienten sind und diese wünschen wir uns.