Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Plastische Operationen

Schlafmedizin

Schlaflabor-Patient mit zahlreichen Kabeln am Kopf
"Verkabelung" eines Schlaflabor-Patienten
Arzt blickt auf einen Bildschirm voller Daten-Kurven
Aufzeichnung der Schlaf-Daten
Blick auf einen Bildschirm voller Daten-Kurven
Bildschirmansicht während der Polysomnographie
Überwachungseinheit über dem Bett des Patienten, mit Kamera, Mikrofon und Lautsprechern
Überwachungseinheit über dem Bett des Patienten, mit Kamera, Mikrofon und Lautsprechern

Ein gestörter Nachtschlaf mit Schnarchen, nächtlichen Atempausen und Leistungsminderung am Tag sind Beschwerden, unter denen mehr und mehr Menschen in Deutschland leiden. Ursache hierfür sind häufig schlafbezogene Atmungsstörungen, die unbehandelt zu schweren Folgeerkrankungen insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems führen. Um den Nachtschlaf mit all seinen komplexen Vorgängen genauer zu untersuchen führt die Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Katharinenhospitals Stuttgart seit 2012 ein voll ausgestattetes Schlaflabor, in dem das breite Spektrum der Schlafstörungen diagnostiziert und therapiert wird.


Diagnostik
In unserer schlafmedizinischen Sprechstunde wird zunächst in einem ausführlichen Anamnesegespräch geklärt, ob bei Ihnen Hinweise für eine schlafbezogene Atmungsstörung vorliegen. Kennzeichen hierfür sind nächtliche Atempausen, ein nicht erholsamer Schlaf mit Tagesschläfrigkeit sowie Störungen der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit. Im Anschluss erfolgt eine ausgiebige HNO-ärztliche Untersuchung, in der anatomische Veränderungen diagnostiziert werden, die eine Atmungsstörung begünstigen. Weiterführend erfolgt eine ambulante 4-Kanal-Polygraphie, bei der der nächtliche Luftfluss, Schnarchgeräusche sowie die Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz aufgezeichnet werden. Dieses Schlafscreening kann durch den Patienten selbständig zu Hause durchgeführt werden.
Ergibt sich hierbei ein pathologischer Befund erfolgt die stationäre Polysomnographie für zwei bis drei Nächte. Während der Nacht werden multiple Körperfunktionen gemessen. Aufgezeichnet werden die Atmung (Atemfluss, Atembewegungen und Sauerstoffsättigung), der Herzrhythmus, die Muskelspannung, körperliche Bewegungen im Schlaf und Schnarchgeräusche. Durch Ableitung von Hirnströmen kann eine detaillierte Aussage über Ihre Schlafqualität und -tiefe getroffen werden. In seltenen Fällen wird es auf Grund einer schlechten Schlafqualität, dem sogenannten First-Night-Effekt, notwendig, die diagnostische Nacht zu wiederholen.


Therapie
Ergibt sich ein pathologischer Befund, wird in der Folgenacht direkt eine Therapie eingeleitet (CPAP-Maske, Rückenlageverhinderungskissen, Unterkiefer-Protrusionsschienen etc.), die gleichzeitig  messtechnisch kontrolliert und optimiert wird. Liegt eine erhebliche Atmungsstörung vor, werden Sie zu Hause mit den notwendigen Therapiegeräten versorgt. Kann eine höhergradige schlafbezogene Atmungsstörung ausgeschlossen werden, bieten wir Ihnen individuelle operative Therapiemöglichkeiten, um Schnarchgeräusche zu vermindern oder Atmungsbehinderungen zu beseitigen.


Zu den chirurgischen Therapiemöglichkeiten zählen die Verbesserung der Nasenatmung mittels Behandlung der Nasenmuscheln und die Korrektur einer Verkrümmung der Nasenscheidewand. Beim Vorliegen eines zu langen, weichen Gaumens sowie einer Vergrößerung der Gaumenmandeln und des Zungengrundes besteht die Möglichkeit der Kürzung des Gaumenzäpfchens, die Straffung des Gaumens und die Entfernung der Gaumenmandeln. Im Falle einer relevanten Vergrößerung des Zungengrundes ist eine Verkleinerung mittels Radiofrequenztherapie möglich.


Ebenso kommen auch hoch moderne Techniken wie die Implantation eines  Zungen-/Hypoglossusschrittmachers zum Einsatz, der als Therapiealternative bei Intoleranz einer CPAP-Maskentherapie zur Verfügung steht.

Übersicht der chirurgische Therapieverfahren in der unserer HNO-Klinik:

  • Uvulopalatopharyngoplastik = Gaumensegel-/Zäpfchenstraffung
  • Tonsillektomie = Gaumenmandelentfernung
  • Adenotomie = Entfernung der Rachenmandel
  • Radiofrequenztherapie des Zungengrundes und/oder des Weichgaumens
  • Septumplastik = Begradigung Nasenscheidewand
  • Laserchirurgische Nasenmuschelverkleinerung
  • Lateroposition = Seitwärtsverlagerung der Nasenmuscheln
  • Nasenmuschelkaustik mit bipolarer Verödung
  • Navigationsgesteuerte Nasennebenhöhlenchirurgie
  • Hypoglossus-Stimulator = Zungenschrittmacher

Alle Behandlungsmöglichkeiten sind bei uns individuell auf den Patienten abgestimmt, um ein optimales Therapieergebnis zu gewährleisten.
Bestehen bei Ihnen störende Schnarchgeräusche oder sogar der Verdacht auf nächtliche Atemaussetzer, zögern Sie nicht einen Termin zu vereinbaren.

Kontakt

Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten,
Plastische Operationen
Prof. Dr. Christian Sittel
Ärztlicher Direktor
Telefon 0711 278-33201
hno-klinik@klinikum-stuttgart.de

Sprechstunde

Schlafmedizinische Sprechstunde
Montags 13:30 – 16:15 Uhr nach Terminvereinbarung
Telefon 0711 278-33290

Katharinenhospital, Haus D
Kriegsbergstraße 60
70174 Stuttgart

Downloads