Am Ende nicht allein

Die Palliativeinheit im Klinikum Stuttgart

Palliativteam mit Dr. Marion Daun (rechts)
Palliativteam mit Dr. Marion Daun (rechts)

Auf der Palliativeinheit des Klinikums Stuttgart werden schwerstkranke Patienten betreut. Um ihnen ihre verbleibende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten, sind auf der Station von Oberärztin Dr. Marion Daun nicht nur Ärzte und Pflegepersonal unterwegs.

„Die Palliativversorgung beginnt nicht erst mit dem Lebensende“, sagt Dr. Marion Daun, Leiterin der Palliativeinheit am Klinikum. Denn dank der Versorgung auf der Station können schwerstkranke Patienten auch wieder soweit stabilisiert werden, dass z.B. eine Tumortherapie wieder aufgenommen werden kann. „Die Patienten leiden sehr unter ihren vielfältigen Symptomen und falls hilfreich werden auch eine Chemo- oder Antikörpertherapie eingesetzt“, berichtet Dr. Daun, die Internistin, Hämatologin, Onkologin und Palliativmedizinerin ist.

14 Patienten können auf der Station D6 aufgenommen werden. Ein Großteil von ihnen leidet an einer Krebserkrankung. Aber auch Menschen mit Herz-, Nieren- und Gefäßerkrankungen ebenso wie HIV-Patienten im Endstadium und Patienten mit schweren Erkrankungen des Nervensystems werden im sechsten Obergeschoss von Haus D im Katharinenhospital behandelt. „Im Vergleich zu anderen Palliativstationen in Deutschland betreuen wir im Schnitt mehr Patienten mit einer nicht-onkologischen Erkrankung. Das liegt an der Bandbereite an medizinischen Fachdisziplinen und der Größe des Klinikums“, sagt Dr. Daun. Zehn Tage bleiben die Patienten durchschnittlich auf der Palliativstation. Dann können sie zumeist nach Hause entlassen werden oder auch in weitere stationäre Einrichtungen, ggf. zurück in die zuweisende Abteilung im Klinikum. Andere Patienten versterben auf der Palliativeinheit. Auch immer mehr jüngere Patienten werden von Dr. Daun und ihrem Team betreut. „Viele leben alleine und haben niemanden, der sich ständig um sie kümmern kann. Oder es sind die Kinder des Patienten, die mit in das palliative Betreuungskonzept integriert werden müssen.“

Zwei Drittel der Palliativpatienten wird von anderen Stationen des Klinikums an Dr. Daun und ihre Kollegen überwiesen. „Die Patienten werden zu uns verlegt, wenn es nicht mehr anders geht“, sagt sie. Ebenso kann eine Palliative Care-Betreuung durch den Palliativmedizinischen Konsiliardienst (PMKD) auf einer Allgemein- oder Intensivstation angeboten werden. Viele Patienten kommen aber auch von anderen Krankenhäusern oder werden durch ihren Hausarzt überwiesen. 

Aus: Klinikum live, Ausgabe 01|2016

Klinikum Stuttgart – Katharinenhospital

Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin

  • Ärztlicher Direktor
    Prof. Dr. Gerald Illerhaus