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Wir bauen für unsere Patienten
Baudokumentation und Baublog
Pressemitteilung der Stadt Stuttgart vom 10.05.2014

Neubau von Olgahospital und Frauenklinik eröffnet

OB Kuhn: Hier wurde Großartiges geschaffen – Minister Schmid: Zuschuss des Landes gut angelegt – Klinikum-Geschäftsführer Schmitz: Optimale Patientenversorgung möglich

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat den gemeinsamen Neubau von Olgahospital und Frauenklinik offiziell eröffnet. Am Samstag, 10. Mai, nahm er gemeinsam mit Klinikums-Geschäftsführer Dr. Ralf-Michael Schmitz den symbolischen Schlüssel entgegen. Am Nachmittag schloss sich ein Tag der offenen Tür an. Neben Führungen durch den Neubau gab es Vorträge rund um Kinder-, Jugend- und Frauenmedizin, Demonstrationen des therapeutischen Angebotes sowie Informationen der Förderkreise, Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen.

Bei der Feierstunde im Foyer des Neubaus sagte der Oberbürgermeister: „Der Gemeinderat hat seinerzeit eine mutige und eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen. Die Idee, beide Häuser unter einem Dach zusammenzufassen, ist bestechend.“ Die Investitionskosten von 347 Millionen Euro hätten nicht sinnvoller eingesetzt werden können, so Kuhn. „Hier wurde tatsächlich Großartiges geschaffen. Ich danke allen, die daran mitgewirkt haben.“ Wenn einmal die Neuordnung des Klinikums abgeschlossen sein werde, voraussichtlich bis 2022, werde fast eine Milliarde Euro ausgegeben sein. Kuhn: „Das ist eine ungeheure Summe, aber es ist gut, wenn eine Stadt sich hier nicht mit dem Notwendigen zufrieden gibt, sondern ein optimales Angebot machen will.“

Baden-Württembergs stellvertretender Ministerpräsident, Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid, hob in seinem Grußwort hervor: „Das Land hat den Neubau des Olgahospitals und der Frauenklinik gerne mit rund 140 Millionen Euro unterstützt. Dieses Geld ist gut angelegt. Denn der Neubau ermöglicht eine medizinische Behandlung auf neuestem Stand. Kinder und ihre Familien können sich hier in einer hellen und freundlichen Atmosphäre gut aufgehoben fühlen.“

Geschäftsführer Schmitz sagte: „Wir sind sehr stolz auf unseren Neubau. Jetzt verfügen wir über optimale Voraussetzungen für eine hochmodernde Patientenversorgung. Im nächsten Schritt steht der Umzug des Olgahospitals als eines der größten Kinderkrankenhäuser in Deutschland und der Frauenklinik an, eine enorme logistische Herausforderung.“ Schmitz erklärte, Umzugsteam, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums und Rettungsdienste hätten sich mit großem Engagement und exakter Planung darauf vorbereitet, an den Umzugstagen alle kleinen und großen Patienten schnell und sicher an den neuen Standort zu bringen. Für Notfälle sei nahtlos rund um die Uhr gesorgt.

Am 17. Mai zieht die Frauenklinik in den Neubau, ab 8 Uhr beginnt dort der Regelbetrieb aller Bereiche. Zeitgleich wird der gynäkologische Notfalldienst in der Interdisziplinären Notaufnahme (INA) des Katharinenhospitals (über Haupteingang) durchgeführt. Vom 18. bis 23. Mai folgt die Neonatologie des Olgahospitals. Am 24. Mai steht dann der komplette Umzug des Olgahospitals an, ab 8 Uhr beginnt der Regelbetrieb aller Bereiche des Olgahospitals im Neubau, der kinderärztliche Notfalldienst startet um 7 Uhr.

Rund 347 Millionen Euro wurden in den Neubau und die Zusammenlegung von Olgahospital und Frauenklinik investiert, rund 2.500 Räume und eine Gesamtgeschossfläche von über 90.000 Quadratmetern stehen Patienten und Mitarbeitern künftig zur Verfügung. Der Etat für die Neuordnung des Klinikums beträgt insgesamt über 950 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2022 wird mit der Zusammenführung der Zentren und Kliniken in einem Zentralen Neubau der
Dreh- und Angelpunkt des Klinikum-Standortes Mitte geschaffen.

Das „Olgäle“ mit modernen Eltern-Kind-Zimmern und Hightech

Von ambulanten und tagesklinischen bis hin zu stationären Angeboten, verfügt das „Olgäle“ als eines der bundesweit größten Kinderkrankenhäuser von nun an über eine topmoderne Infrastruktur und Ausstattung. Dazu gehört, dass viele Räume als zeitgemäße Eltern-Kind-Zimmer konzipiert wurden.

Auch technisch rüstet das „Olgäle“ mit zwei neuen Großgeräten auf. Das „Zentrum für Angeborene Herzfehler Stuttgart“ nimmt sein Herzkatheterlabor der neuesten Generation in Betrieb. Und das Radiolgische Institut des Olgahospitals wird mit einem zweiten MRT, einem Hochfeld-MRT mit 3 Tesla neuester Generation, ausgestattet und ermöglicht die Untersuchung aller Organsysteme mit optimierter Bildqualität und reduzierter Strahlenbelastung bei Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen. Beide Geräte wurden von der „Olgäle Stiftung für das kranke Kind e.V.“ mitfinanziert.

Im Olgahospital, bislang im Stuttgarter Westen beheimatet, werden jährlich rund 15.000 Kinder und Jugendliche stationär behandelt, hinzu kommen rund
100.000 ambulante Patientenkontakte. Als hochspezialisiertes Krankenhaus der Maximalversorgung, reicht das Einzugsgebiet weit über Stuttgart und Baden-Württemberg hinaus. Nur wenige Kinderkrankenhäuser in Deutschland verfügen über dieses breite und hochdifferenzierte Leistungsspektrum auf universitärem Niveau.

Die Frauenklinik mit umfassendem Leitungsspektrum

Die Frauenklinik gehört zu den großen Frauenkliniken in Deutschland mit umfassendem Leistungsspektrum in Gynäkologie und Geburtshilfe mit Perinatalzentrum: Hier werden jährlich rund 2.700 Kinder geboren, 6.000 Patienten stationär und weitere 23.000 ambulant versorgt. Vor 10 Jahren, am 29.04.2004, war die Frauenklinik von Stuttgart Berg ins Krankenhaus Bad Cannstatt umgezogen. Jetzt bezieht die Klinik ihren neuen Standort in Stuttgart-Mitte. Profitieren werden auch Schwangere, die zur Entbindung in die Frauenklinik kommen. Die direkte Anbindung Wand an Wand an das Olgahospital bietet für Mutter und Kind bei Komplikationen größtmögliche Sicherheit.

Zentrum für Kinder, Jugend- und Frauenmedizin setzt Maßstäbe

Mit dem Neubau werden sowohl optimale Bedingungen für die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen, als auch ein modernes, funktionales und altersgerechtes Ambiente geschaffen. In dem neuen Zentrum für Kinder, Jugend- und Frauenmedizin stehen 385 Betten, elf Pflegestationen, eine Wöchnerinnenstation, fünf Kreißsäle, drei Stationen für Früh-und Neugeborene, neun Operationssäle, Tageskliniken, die neue Pädiatrische Interdisziplinäre Notaufnahme (PINA) und Ambulanzen aller Disziplinen zur Verfügung.

Klinikkomplex trägt zum besseren Stadtklima bei

Der neue Klinikkomplex am Fuße des Kriegsbergs wurde unter der Projektleitung des Hochbauamtes nach den Entwürfen der Architektengemeinschaft HPP Laage & Partner, Sorg und Frosch Planungs GmbH errichtet. Mit der Projektsteuerung war die ARGE Klinikum Stuttgart (HWP Planungsgesellschaft in Kooperation mit Drees & Sommer) beauftragt.

Das Gebäudeensemble besteht aus einem mehrgeschossigen Sockelbau. Darauf befinden sich sechs versetzt angeordnete Pavillons. Mehrere Lichthöfe – teilweise mit Glas überdacht – sorgen für helle Räume. Alle Dachflächen werden mit Blütenstauden, Gras und Kräutern begrünt und tragen so zu einer Verbesserung des Stadtklimas bei. Der Neubau hat zehn Stockwerke, drei davon sind Tiefgeschosse. Eine Tiefgarage mit 476 Stellplätzen ergänzt den neuen Gebäudekomplex.

Stiftungen und Förderkreise unterstützen tatkräftig

Für die kind- und jugendgerechte Ausgestaltung des Kinderzentrums engagieren sich die eng mit dem Olgahospital verbundenen Stiftungen und Förderkreise. So investierte allein die „Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e.V.“ über 2,5 Millionen Euro in die kindgerechte Innengestaltung des Neubaus. Sechs bunte, lustige Tierfiguren aus allen Kontinenten, entworfen von dem Künstler Professor Andreas Hykade, begleiten die kleinen Patienten zu ihren Stationen. Das Leitsystem wurde von Stefanie Larson (Totems Communication) entworfen. Bunte, thematisch unterschiedliche Wartebereiche, Innenhöfe mit Schmetterlingsmobile oder mit Begrünung zum Ausruhen und frische Luft tanken, eine Bücherei mit Internetraum sowie eine große Arche der Hoffnung in der Eingangshalle und vieles mehr tragen zu einer kinderfreundlichen Atmosphäre bei. Ein Abschiedsraum ermöglicht Familien verstorbener Kinder einen würdigen Rahmen für ihre Trauer und berücksichtigt die Bedürfnisse aller Religionen.

Weitere Besonderheiten sind der vom „Förderkreis krebskranke Kinder e.V.“ für 100.000 Euro eingerichtete Raum der Stille. Vom Künstler Nikolaus Koliusis gestaltet, ist es ein Ort der Meditation und des Gebets in der Eingangshalle. Außerdem unterhält der Förderkreis mit dem „Blauen Haus“ ein Familienhaus mit Wohnungen, in denen Eltern von krebskranken Kindern während der stationären Behandlung in unmittelbarer Nähe des neuen Olgahospitals wohnen können.

Darüber hinaus unterstützen eine ganze Reihe weiterer Fördervereine das Olgahospital und die Familien erkrankter Kinder.

Rückblick

  • 2002 fasste der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart den grundlegenden Beschluss zum Neubau seines Kinderkrankenhauses Olgahospital und der Frauenklinik in unmittelbarer Nachbarschaft des Katharinenhospitals.

  • Anfang 2007 fiel der Startschuss für den Neubau von Olgahospital und Frauenklinik am Standort Mitte des Klinikums Stuttgart.

  • Im Juli 2008 wurde der Grundstein gelegt.

  • Im Juli 2011 feierte man das Richtfest.

  • Ende September 2013 hatte bei einer zentralen Leitung der Trinkwasserversorgung eine Rohrverbindung versagt und das Gebäude über sechs Geschosse bis in die Tiefgaragenebene unter Wasser gesetzt. Dies hatte zur Folge, dass der für Anfang November 2013 geplante Umzug verschoben werden musste.

  • Im Mai 2014 geht der rund 347 Millionen Euro teure Neubau an der Kriegsbergstraße in Betrieb.