Aktuell im Klinikum

02.05.2018, Stuttgart

20 Jahre Stroke Unit am Klinikum Stuttgart

Die überregionale Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit) des Klinikums Stuttgart begeht ihr 20-jähriges Bestehen. Sie ist eines der größten Schlaganfallzentren in Baden-Württemberg, jährlich werden hier mehr als 1.400 Schlaganfallpatienten aus der gesamten Region Stuttgart behandelt. Seit der Gründung wurden insgesamt rund 24.400 Patienten in dieser Spezialeinheit des Klinikums Stuttgart betreut.

1998 war die Stroke Unit am ehemaligen Bürgerhospital als Teil der Neurologischen Klinik an den Start gegangen. „Wir waren damals mit der Universitätsklinik in Heidelberg die ersten in Baden-Württemberg, die die Versorgung von Patienten mit einem Schlaganfall in spezielle Einheiten verlagerten“, sagt Dr. Elisabeth Schmid, Leitende Oberärztin der Neurologischen Klinik des Klinikums Stuttgart und medizinische Leiterin der Stroke Unit. Die Einheit verfügte anfangs über vier Betten, im Jahr 2001 kamen zwei weitere Betten hinzu.

Mit der Schließung des Bürgerhospitals und dem Umzug der Neurologischen Klinik ans Katharinenhospital im Sommer 2015 wurde die Stroke Unit deutlich aufgestockt. „Seither verfügt unsere Stroke Unit über zwölf Betten“, erklärt Dr. Schmid. Diese Betten werden in 24-Stunden-Überwachung betrieben. „Dazu kommen weitere acht Betten in der Post Stroke Einheit, in die die Patienten nach der Akutphase verlegt werden.“ Im Überwachungsbereich wie im Post Stroke Bereich werden die Patienten vom gleichen multiprofessionellen Team aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Sozialdienstmitarbeitern betreut, was für eine optimale Kontinuität in der Betreuung sorgt.

Die Schlaganfall-Spezialstation, die einer Intensivstation mit ständiger Monitor-Überwachung aller Vitalparameter entspricht, befindet sich in unmittelbarer Nähe zu sämtlichen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten des Klinikums Stuttgart. „Damit ist die Notfallbehandlung aus einer Hand noch schneller und umfassender gewährleistet“, betont Professor Dr. Hansjörg Bäzner, der Ärztliche Direktor der Neurologischen Klinik, und ergänzt: „Unser Ärzteteam ist bei einem akuten Schlaganfall rund um die Uhr erreichbar.“

Dank der optimalen Ausstattung und der Nähe zu den anderen Fachbereichen des Klinikums Stuttgart kann innerhalb kürzester Zeit eine komplette Diagnose gestellt und nach festgelegten Behandlungsprinzipien mit medikamentöser und therapeutischer Behandlung (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie) sowie Rehabilitation der Schlaganfallpatienten begonnen werden. „Dabei nutzen wir alle gegenwärtig verfügbaren neurologisch-interventionellen Rekanalisationsverfahren, wie systemische Thrombolyse, lokale Thrombolyse und Thrombektomie, zur Behandlung eines akuten Schlaganfalls mit sehr guten Ergbenissen“, sagt Professor Bäzner. Die Anzahl der im Neurozentrum des Klinikums Stuttgart durchgeführten rekanalisierenden Verfahren nimmt dabei stetig zu: 2015 waren es 479 entsprechende Eingriffe, 2016 bereits 515 und 2017 dann 637. Das Neurozentrum bündelt die Kompetenzen des Klinikums Stuttgart in den Bereichen Neurologie, Neuroradiologie und Neurochirurgie.

Die Stroke Unit ist nach den Qualitätsstandards der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als überregionale Stroke Unit zertifiziert. Außerdem hat die Station B3 zu Beginn des Jahres 2018 die Auszeichnung als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ erreicht. Diese Auszeichnung bescheinigt der Stroke Unit, besonders kooperativ mit Angehörigen umzugehen – etwa in Bezug auf die Besuchszeiten und die Einbeziehung der Angehörigen in pflegerische Tätigkeiten.