Aktuell im Klinikum

23.04.2018, Stuttgart

Gesunder Schlaf – gesundes Kind

Kinderschlaflabor am Olgahospital – Klinikum Stuttgart eröffnet

Nur wenn der Mensch gut schläft, erholen sich Körper und Hirn, werden Eindrücke des Tages verarbeitet. Diese Faktoren sind schon für Erwachsene von großer Bedeutung, für die kindliche Entwicklung spielen sie noch eine viel größere Rolle. Doch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die unter einer Schlafstörung leiden, ist groß und nimmt zu. Mit der Eröffnung des Schlaflabors am Olgahospital – Klinikum Stuttgart, das nunmehr zweite in Baden-Württemberg, können an Deutschlands größtem und traditionsreichstem Kinderkrankenhaus Kinder und Jugendlichen im Alter von null bis 18 Jahren auf die Hilfe von Schlafexperten bauen.
 
Etwa 20 bis 37 Prozent aller Kinder leiden an Schlafstörungen. Davon gibt es 40 verschiedene im Kindes- und Jugendalter. Am häufigsten sind Ein- und Durchschlafstörungen bei Kleinkindern und schlafbezogene Atmungsstörungen bei Jugendlichen. „Die Folgen sind Tagesmüdigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie emotionale Probleme. Besonders häufig sind Kinder mit chronischen somatischen oder psychischen Erkrankungen von Schlafproblemen betroffen“, erklärte beim Eröffnungssymposium am Samstag (21. April 2018) Priv.-Doz. Dr. Markus Blankenburg, Ärztlicher Direktor der Pädiatrischen Neurologie, Psychosomatik und Schmerztherapie im Olgahospital, der das Kinderschlaflabor am Klinikum Stuttgart etabliert hat.
 
Eine rechtzeitige Diagnose und Therapie von Schlafstörungen ist wichtig, um Folgen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen emotionale Probleme und Unruhezustände am Tag zu verhindern. „Wir raten Eltern, sobald bei ihnen der Verdacht aufkommt, ihr Kind könnte unter einer Schlafstörung leiden, zu uns in die Schlafambulanz zu kommen“, so Dr. Blankenburg. Die Schlafambulanz für Kinder gibt es bereits seit einigen Jahren, sie wird nun im Zuge des Schlaflabors personell aufgestockt. „Hier klären wir die Symptome ab und beraten die Familien, welche Schritte oder Medikamente zu einer Besserung führen können.“ Mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen können die Schlafexperten bereits viel erreichen. Hilft das nicht, gehen sie im Schlaflabor in zwei aufeinander folgenden Nächten dem Problem auf den Grund. So schafft das neue Schlaflabor neue Hoffnung: „Wir tragen dazu bei, dass Kinder und ihre Eltern wieder besser schlafen können, um erholt und mit neuer Kraft in den Tag zu starten“, so der Experte.
 
Die Geräte für das Schlaflabor wurden vom Förderverein zur Unterstützung neurologisch erkrankter Kinder Stuttgart (F.U.N.K. e.V.) gestiftet. Pro Nacht können zwei Kinder untersucht werden und auch für Eltern wird ein Schlafplatz bereit gehalten.