Aktuell im Klinikum

06.03.2018, Stuttgart

IGUNA bündelt die Kompetenz von Gefäßchirurgen und Nephrologen am Klinikum Stuttgart

Seit Jahresbeginn arbeiten Gefäßchirurgen und Nephrologen am Klinikum Stuttgart - Katharinenhospital noch enger zusammen. Die beiden Fachrichtungen haben dazu mit der IGUNA (Interdisziplinäre gefäßchirurgische und nephrologische Abteilung) eine gemeinsame Spezialabteilung aufgebaut. Ziel der neuen Abteilung ist es, Patienten, die zugleich nieren- und gefäßkrank sind, ohne Zeitverzug und mit höchster Behandlungsqualität zu versorgen. Die IGUNA verfügt dazu über eigene Patientenzimmer auf der Station A6 Ost und bündelt die Kompetenz der beiden Disziplinen - zum Vorteil der Patienten. "Eine gefäßchirurgisch-nephrologische Abteilung ist in dieser Form bislang in Deutschland einzigartig", sagt der Geschäftsführende Ärztliche Direktor des Klinikums Stuttgart, Professor Dr. Jan Steffen Jürgensen. "Das Klinikum Stuttgart als größtes Krankenhaus in Baden-Württemberg übernimmt damit eine Vorreiterrolle in der Versorgung nieren- und gefäßkranker Patienten.

Menschen mit einer Nierenschädigung und Dialysepatienten sind besonders häufig auch von Gefäßverschlüssen betroffen. In Deutschland gibt es etwa 2,5 Millionen nierenkranke Menschen, oftmals in Folge eines Bluthochdrucks oder eines Diabetes mellitus. Diese weisen nicht nur ein deutlich höheres Risiko auf, dialysepflichtig zu werden, sondern leiden überproportional häufig an Gefäß- und Herzerkrankungen. "Bislang gibt es kaum adäquate Versorgungskonzepte, um diese multimorbiden Patienten akut und elektiv interdisziplinär zu behandeln", erläutert Professor Dr. Vedat Schwenger, Ärztlicher Direktor der Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Autoimmunerkrankungen. Werden diese in einer nephrologischen Abteilung versorgt, können die gefäßchirurgischen Belange meist nur mit Zeitverzögerung geregelt werden. Sind diese Patienten dagegen primär in einer gefäßchirurgischen Abteilung, werden zwar die erforderlichen operativen Eingriffe zeitnah durchgeführt, aber trotz optimaler gefäßchirurgischer Qualität erfolgt die internistisch/nephrologische Mitbehandlung (einschließlich Dialyse) verzögert und aufwändig, und daher nicht mit kontinuierlicher und erwarteter Qualität. "Eine strikte Trennung in gefäßchirurgische und nephrologische Behandlung kann diesen Patienten so nicht in der erforderlichen Qualität gerecht werden", so Professor Schwenger.

"Die Interdisziplinarität vor Ort und am Patienten in unserer IGUNA wird die Behandlungsqualität steigern und die Verweildauer im Krankenhaus verkürzen", ist Professor Dr. Thomas Hupp, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie, Gefäßmedizin und Transplantationschirurgie, überzeugt. Die intensive Vernetzung der beiden Disziplinen hat am Klinikum Stuttgart schon einmal hervorragend geklappt. "Im April 2017 haben wir in der gleichen Konstellation das interdisziplinäre "Dialyseshunt-Zentrum" eröffnet", erklärt Prof. Dr. Thomas Hupp, "und auch schon bei diesem Verfahren hat sich die enge Zusammenarbeit von Gefäßchirurgen und Nephrologen am Klinikum Stuttgart bestens bewährt."