Aktuell im Klinikum

13.12.2017, Stuttgart

Bauliche Zukunftsplanung Klinikum Stuttgart

Das Klinikum Stuttgart ist das größte Krankenhaus Baden-Württembergs. Die bauliche Erneuerung des Maximalversorgers, der das Olgahospital, das Katharinenhospital und das Krankenhaus Bad Cannstatt umfasst, basiert für den Standort Mitte auf dem strukturellen Rahmenplan. Nach dem Neubau des Olgäles hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart 2012 weitere Großbauprojekte, den Zentralen Neubau (ZNB) beschlossen. Diese umfassen unter anderem den derzeit in der Kriegsbergstraße entstehenden Neubau, dessen Richtfest bereits im Juni 2018 erfolgen soll. Unmittelbar benachbart, vis à vis vom Lindenmuseum, sieht der Plan einen weiteren Neubau vor, der zahlreiche Spezialambulanzen, moderne Strahlentherapieanlagen und die Nuklearmedizin des Klinikums Stuttgart aufnehmen soll. Für den zentralen Eingang des Katharinenhospitals mit dem Katharinenhof in der Kriegsbergstraße ist ebenfalls ein moderner Ersatz geplant. Komplettiert wird das Ensemble durch das sogenannte Haus AB, auf dessen Dach der Landeplatz für den Rettungshubschrauber liegt. Auch für diesen Teil liegen Pläne für Erneuerungen und Ertüchtigungen vor, deren Umsetzung bis in die Mitte des nächsten Jahrzehnts reichen. Einschließlich des fertiggestellten Olgahospitals sind Mittel in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro für die Stärkung des Klinikums notwendig, die von der Landeshauptstadt und dem Land aufgebracht werden.

Zur Fortschreibung, Begleitung und Unterstützung der großen Bauprojekte hat der Gemeinderat 2012 einen Lenkungsausschuss eingesetzt. Diesem gehören Mitglieder der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, die Geschäftsführung des Klinikums Stuttgart, der Personalratsvorsitzende des Klinikums, Vertreter des Hochbauamtes und externe Sachverständige an. Die Leitung hat der für Krankenhäuser zuständige Erste Bürgermeister Michael Föll 2016 übernommen.

Am 13. Dezember stellten auf Initiative des Ersten Bürgermeisters die neuen Geschäftsführer mit dem Chefkoordinator Bau des Klinikums, der im Juli von der Berliner Charité in die Landeshauptstadt gewechselt ist, den aktuellen Stand, Fortschreibungen und profunde Bewertungen der Planungen vor. Zu den Neubauten wurden die Kostenprognosen anhand von Benchmarks und unter Berücksichtigung der Preisentwicklungen aktualisiert und erhöht.

Kritisch wurden Sanierungspläne des Hauses AB bewertet. Die Erneuerung des Baus aus den fünfziger Jahren birgt demnach insgesamt sehr hohe Kosten- und Terminrisiken. Für den Fall, dass einschneidende Sanierungsmaßnahmen eingeleitet würden, wäre der jetzt gültige Bestandsschutz gefährdet.

Die für Neubauten geltenden, aktuellen Vorschriften wären dann auch in einem sanierten Haus AB zu erfüllen. Hierzu würden beispielsweise neue Auflagen zu Statik und Erdbebensicherheit gehören, die allenfalls mit unverhältnismäßigem Aufwand erreichbar wären.

Vor diesem Hintergrund wurde der Ersatz des Hauses AB durch einen Neubau erörtert. Als Vorteile wurden die hohe Sicherheit, zeitgemäße Funktionalität und Logistikkonzepte, minimierte Bauzeit- und Kostenrisiken sowie die Vermeidung von Bauarbeiten im laufenden Betrieb gewürdigt. Als Nachteil wurden höhere Kosten erörtert. Der Geschäftsführende Ärztliche Direktor des Klinikums, Dr. Jan Steffen Jürgensen, hob die Bedeutung durchdachter und moderner Infrastruktur für die Leistungsfähigkeit des Klinikums hervor: “Wir sehen am Olgäle, wie deutlich sich mit dem Neubau die Behandlungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen verbessert haben. Intelligente Bauten fördern gute Abläufe – davon profitieren Patienten und Mitarbeiter.“

Die Mitglieder des Lenkungskreises haben das Klinikum Stuttgart beauftragt, im ersten Quartal 2018 den Neubau der Bettenhäuser AB zur Beschlussfassung in den Gemeinderat einzubringen. Der Erste Bürgermeister Michael Föll zeigte sich mit dem Verlauf der Sitzung zufrieden: „Das war eine sehr solide und umfassende Analyse. Auf dieser Basis kann dem Gemeinderat eine seriöse Planung präsentiert werden, die das Klinikum zukunftsfähig macht.“ Der Antrag soll gleichzeitig auch auf der Grundlage aktueller Kostenberechnungen einen Weiterführungsbeschluss für den Zentralen Neubau (mit den Häusern F und G) beinhalten. Zur Förderung des Zukunftskonzeptes werden Gespräche von Vertretern der Landeshauptstadt und des Landes aufgenommen.