Aktuell im Klinikum

05.04.2019,

2.300 Kinderkrankenpflegerinnen für Stuttgart

Da soll noch jemand sagen, der Pflegeberuf sei nicht attraktiv: Jedes Jahr versuchen rund 800 Bewerberinnen und Bewerber aus allen Teilen Deutschlands, einen der 56 Ausbildungsplätze als Kinderkrankenpflegerin oder -pfleger an der Akademie für Gesundheitsberufe des Klinikums Stuttgart zu ergattern. Kompetente Pflege für kritisch kranke Kinder und Jugendliche, das ist das wichtigste Ziel der Schule für Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, die am Freitag, 5. April, ihr 60-jähriges Bestehen feiert.

2.300 Kinderkrankenpflegekräfte wurden in dieser Zeit für die Region ausgebildet. Männer sind darunter immer noch sehr selten, obwohl der erste männliche Schüler in Stuttgart bereits vor 36 Jahren seine Ausbildung startete.
„Die Ausbildung im Klinikum Stuttgart ist besonders. In Deutschlands größter Kinderklinik, dem Olgahospital, sind alle Fachrichtungen unter einem Dach vereint. Vom Frühgeborenen über Verbrennungsopfer bis hin zu Kindern mit bösartigen Tumoren ist für alle eine starke Versorgung in interdisziplinären Teams gesichert. Die enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und die Verbindung von stationärer und ambulanter Versorgung bieten beste Voraussetzungen für eine umfassende klinische Ausbildung“, betont Prof. Dr. Jan Steffen Jürgensen, Medizinischer Vorstand des Klinikums Stuttgart. In Deutschlands größter Kinderklinik werden jährlich 15.500 Kinder und Jugendliche behandelt. Das Spektrum reicht von Notfallpraxen, einer großen pädiatrischen Notaufnahme, dem sozialpädiatrischen Zentrum zur ambulanten Behandlung chronisch kranker Kinder über Deutschlands zweitgrößtes Perinatalzentrum bis hin zu einem der national führenden kinderonkologischen Zentren.

Starker Wandel des Berufsbildes

In den vergangenen sechs Jahrzehnten hat sich die Arbeit der Kinderpflegekräfte drastisch gewandelt. Vor 60 Jahren waren Eltern während der Behandlung im Krankenhaus weitgehend von den Kindern getrennt. Das begann mit der fehlenden Präsenz der Väter bei der Geburt und setzte sich über sehr begrenzte Besuchszeiten für Eltern fort. Heute sind die aktive Einbeziehung der Eltern und die Förderung körperlicher Nähe auch bei Frühgeborenen erwünscht und Teil der Behandlung. Die Begleitung der Eltern besitzt auch in der Ausbildung einen hohen Stellenwert.
Kommunikationsprofis sind gewünscht
„Heute integrieren wir die Familie in die Behandlung. Das ist besonders wichtig bei den vielen chronisch kranken Kindern, die in das Olgahospital kommen, und eine höhere Frequenz und Dauer von Klinikaufenthalten vorweisen“, berichtet Ingrid Briel, Leiterin der Schule für Gesundheits- und Kinderkrankenpflege am Klinikum Stuttgart. Eltern seien heute trotz der im Internet schnell verfügbaren Informationen im Krankheitsfall tendenziell unsicherer, weil sie oft nicht auf die Erfahrung anderer Generationen mit Erkrankungen der Kinder zurückgreifen können.

Kommunikationsprofi Kinerkrankenpfleger

Aktuell ausgebildete Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger müssen deswegen nicht nur eine gute pflegewissenschaftliche Ausbildung und praktische Fähigkeiten haben. „Vom Pflegenachwuchs verlangen wir, dass er große Empathie mitbringt und sich im Lauf der Ausbildung zum echten Kommunikationsprofi entwickelt. Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger müssen in ihrem Alltag die richtige Ansprache finden, ob für bildungsferne Familien oder belesene Eltern“, erläutert Briel.
Gegründet wurde die Schule für Kinderkrankenpflege am 1. April 1959 am Olgahospital durch die evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart am Olgahospital mit dem Kaiserswerther Verband. Als sich die Diakonissen nach neun Jahren wegen Nachwuchssorgen zurückzogen, entwickelte das Olgahospital Schule und Unterricht weiter.

Journalisten sind zur Jubiläumsfeier am Freitag, 5. April, um 14 Uhr im Klinikum Stuttgart - Dienstleistungszentrum (Kriegsbergraum, Sattlerstr. 25) herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich vorab unter Telefon 0711 278-32008 oder h.kistenfeger@klinikum-stuttgart.de an.

Klinikum Stuttgart
Das Klinikum Stuttgart besteht aus dem Katharinenhospital, dem Krankenhaus Bad Cannstatt und dem Olgahospital. Es bietet als Krankenhaus der Maximalversorgung umfassende medizinische Versorgung für die Menschen in Stuttgart und der Metropolregion. Träger der besten nicht-universitären Medizin Deutschlands ist die Landeshauptstadt Stuttgart. 50 Kliniken und Institute ermöglichen eine hohe Spezialisierung und ein großes Leistungsspektrum in nahezu allen medizinischen Fachdisziplinen. Jährlich versorgen 7.000 Mitarbeiter rund 90.000 Patienten stationär und etwa 500.000 ambulant. Über 3500 Geburten und mehr als 50.000 Operationen werden jedes Jahr im Klinikum Stuttgart kompetent und sicher betreut.
Die Akademie für Gesundheitsberufe des Klinikums bietet 750 Auszubildenden eine anspruchsvolle Qualifizierung. Gemeinsame Trainings in gemischten Teams von Hebammenschülerinnen, Auszubildenden der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und Studierenden der Medizin bereiten auf die klinische Tätigkeit vor.