Aktuell im Klinikum

18.03.2019, Stuttgart

"Fast wie im Kino"

40 Jahre Kinderradiologie im Olgahospital

Die Kinderradiologie am Klinikum Stuttgart bildet mit ihren speziell auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnittenen Untersuchungsverfahren eine zentrale Schnittstelle zwischen den vielen medizinischen Gebieten des Olgahospitals. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Radiologischen Instituts fand am vergangenen Wochenende eine kinderradiologische Fortbildung statt, auf der sich Ärzte über die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet informieren konnten.

Die Ärztliche Direktorin des Radiologischen Instituts im Olgahospital am Klinikum Stuttgart, PD Dr. Thekla von Kalle, stellte unter anderem interessante Fälle zum Thema Ganzkörper-MRT (Magnetresonanztomografie) vor. In weiteren Vorträgen, die von Experten aus ganz Deutschland gehalten wurden, ging es um praxisrelevante Themen des Muskel- und Skelettapparates wie „Ich mag nicht mehr laufen – mein Fuß tut weh!“ oder um die „Diagnostik des kindlichen Ellenbogens.“

Allein über 30.000 Röntgenuntersuchungen wurden im letzten Jahr im Olgahospital durchgeführt. Neben einem breiten Spektrum von Standarduntersuchungen des Bewegungsapparates bietet die Kinderradiologie des Klinikums Stuttgart auch sehr spezielle Verfahren der muskuloskelettalen Diagnostik an, dazu gehören die genannte MRT des ganzen Körpers, die Untersuchung von Rückgratverkrümmungen (Skoliose) aber auch sehr kleiner Details z.B. bei der Diagnostik von Kiefergelenksentzündungen sowie auch MRT- oder ultraschall- gesteuerte Tumoruntersuchungen.

„Sowohl unsere Kollegen im Olgahospital als auch viele niedergelassene Kollegen verlassen sich auf unsere Ergebnisse aus Ultraschall, Röntgenuntersuchungen oder MRT“, so PD Dr. von Kalle. In den 40 Jahren seit Bestehen der Kinderradiologie hat sich einiges getan. „Wir sind sozusagen die Augen der Kinderärzte für das Innere des Körpers. Dank technischer Fortschritte erkennen wir heute Erkrankungen immer früher und auch zuverlässiger. Und das bei geringerer Belastung der kleinen Patienten.“

Die Kinderradiologie weist sehr viele Besonderheiten auf. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie leiden an ganz anderen Erkrankungen. Auch sollten sie mit so wenig Röntgenstrahlen wie möglich untersucht werden.“ Kinderradiologen suchen daher immer zuerst nach Alternativen und wenn es doch eine Röntgenuntersuchung sein muss, arbeiten sie mit so geringer Dosis wie eben möglich. Modernste Technik hilft ihnen dabei. Wichtig für eine erfolgreiche Untersuchung ist die kindgerechte Durchführung. Die Kinderradiologie am Klinikum Stuttgart verfügt über MRT-Geräte, in denen Patienten während der Untersuchung eine CD anhören oder – fast wie im Kino - einen Videofilm ansehen können, die sie auch gerne von daheim mitbringen dürfen. Dr. von Kalle: „Das hilft unseren kleinen Patienten, stillzuliegen. Auf Narkosen können wir dadurch häufig verzichten.“