Zu den Inhalten springen
Stuttgart

Hauptnavigation

HomeKliniken, Institute, ZentrenLeistungsspektrumIhr AufenthaltAktuell im KlinikumÜber unsKarriereNotfall
Transplantation

Verpflanzung

Arzt bei einer Verpflanzung

Nach der stationären Aufnahme des Patienten wird die die aktuelle Narkosefähigkeit überprüft. Soweit erforderlich, wird der Empfänger nochmals dialysiert. Nach der Narkoseeinleitung wird ein Blasenkatheter durch die Harnröhre eingelegt.

Die operative Durchführung der Transplantation eines Organs von einem lebenden Spender unterscheidet sich nicht prinzipiell von der Transplantation der Niere eines hirntoten Spenders. Standardisierter Implantationsort ist der Unterbauch, außerhalb des Bauchfells. Üblicherweise wird ein linkes Spenderorgan rechts implantiert und umgekehrt, da sich so die günstigste Anordnung von Arterie, Vene und Harnleiter ergibt. Arterie und Vene des Transplantats werden mit der Beckenarterie bzw. Beckenvene des Empfängers verbunden. Der Harnleiter des Transplantats wird in die Blase des Empfängers eingepflanzt.

OP-Verlauf

Die Schnittführung verläuft bogenförmig im Unterbauch, etwa von Höhe des Bauchnabels bis zur Mittellinie, knapp über dem Schambein. Zunächst wird der Bauchfellsack von der seitlichen Bauchwand abgelöst, so dass die Beckenarterie und Beckenvene sichtbar werden. Bei Männern kann es hierfür gelegentlich erforderlich sein, den Samenstrang zu durchtrennen. In aller Regel hat dies für den Patienten keine nachteiligen Folgen. Die Beckengefäße werden anschließend von den sie begleitenden Lymphbahnen freipräpariert, wobei die Lymphgefäße unterbunden werden müssen. Dann werden die Stellen an Beckenarterie und Beckenvene festgelegt, an der die Verbindung zur Arterie und Vene des Transplantats hergestellt werden soll.

Zunächst wird die Beckenvene mit Gefäßklemmen verschlossen, so dass sie ohne Blutverlust eröffnet werden kann. Die Verbindung zwischen der Vene des Empfängers und der Vene des Transplantats wird durch Naht vollzogen. Anschließend wird auf die gleiche Weise die arterielle Verbindung zwischen Empfänger und Spender hergestellt. Während dieser Zeit wird das Transplantat ständig mit eiskalter Lösung gekühlt, da so das Risiko einer Funktionsbeeinträchtigung des Transplantats durch die fehlende Durchblutung gemindert werden kann. Nun werden die Gefäßklemmen entfernt, so dass das Transplantat vom Blut des Empfängers durchströmt werden kann. An der Farbe des Transplantats, an dessen zunehmender Blutfüllung und durch Betasten der Gefäße lässt sich die funktionierende Durchblutung überprüfen.

Als letzter Teil der Operation wird der Harnleiter des Transplantats mit der Blase verbunden. Hierzu wird die Blase zunächst mit Flüssigkeit gefüllt, um eine Entfaltung zu erreichen. Zunächst wird die Muskulatur der Blase am Blasendach auf einer Strecke von ca. 3 cm durchtrennt. Dann wird durch die Wand der Bauchdecke hindurch ein weiterer Blasenkatheter eingelegt. Jetzt wird auch die Schleimhaut der Blase eröffnet und der Harnleiter mit der Blasenschleimhaut durch Naht verbunden. Über dieser Verbindungsstelle wird die Blasenmuskulatur durch Naht wieder verschlossen. Auf diese Weise wird erreicht, dass der Urinfluss ungehindert zur Blase erfolgen kann, dass jedoch bei zunehmender Füllung der Blase kein Urin zur Niere zurückströmt. Um in den ersten Tagen nach der Operation stets einen ungehinderten Abfluss des Urins von der Niere zu gewährleisten, wird während der Operation ein Katheter eingelegt, der von der transplantierten Niere durch den Harnleiter bis in die Blase reicht. Dieser Katheter wird nach ca. zehn Tagen durch Blasenspiegelung wieder entfernt.

In das Operationsgebiet wird eine Drainage zur Ableitung des Wundsekrets nach außen in einen Drainagebeutel eingelegt. Dann wird die Wunde verschlossen. Anschließend wird der Patient auf die Intensivstation gebracht, wo er zur besseren Überwachung für die ersten Tage nach der Operation verbleibt. Für die Nierentransplantation muss eine Operationsdauer von zwei bis zweieinhalb Stunden veranschlagt werden.

Erfolg der OP

Im günstigsten Fall setzt die Urinausscheidung sofort ein, nachdem die transplantierte Niere wieder durchblutet wird und dokumentiert den Erfolg der Operation. Allerdings können die Begleitumstände während der Entnahme der Niere eine vorübergehende Funktionsbeeinträchtigung des Transplantats verursachen, von der sich das Transplantat jedoch erholt, so dass die Urinproduktion nach einigen Tagen, in Ausnahmefällen auch erst nach Wochen, einsetzt.

Risiken

Wie bei allen anderen Operationen auch, bestehen bei der Nierentransplantation neben dem Narkoserisiko die Risiken von Thrombosen, Embolien, Blutungen und Störung der Wundheilung durch Infektion. Daneben bestehen weitere spezifische Komplikationsmöglichkeiten. So können Verletzungen der dem Operationsgebiet benachbarten Organe auftreten, die allerdings in den überwiegenden Fällen noch während der Operation zu beheben sind. Sollten die Nähte an Arterien, Venen oder Harnleiter nicht ausreichend dicht sein, kann dies die Korrektur durch einen erneuten Eingriff erfordern. Gelegentlich kann aus den unterbundenen Lymphbahnen oder aus der transplantierten Niere selbst Lymphflüssigkeit austreten, die sich im Operationsgebiet ansammelt. Diese Lymphflüssigkeit kann durch Punktion entfernt werden und erfordert nur selten eine erneute Operation. Eine äußerst tragische Komplikation ist die Abstoßungsreaktion, wenn sie sich medikamentös nicht beherrschen lässt und die Entfernung des Transplantats erfordert.

Anästhesie

Das Narkoseverfahren der Wahl zur Nierenimplantation ist die Vollnarkose. Das Risiko einer Vollnarkose ergibt sich zum einen aus dem Alter, zum anderen aus Anzahl und Schweregrad der Vor- und Begleiterkrankungen. Aus diesem Grund kann und darf die Narkose nicht als einzelner Vorgang betrachtet werden, sondern als Teil einer vielschichtigen Behandlung (perioperative Phase). Diese beginnt mit einer intensiven Vorbehandlung und Vorbereitung auf eine Operation, um optimale Voraussetzungen für den Eingriff zu schaffen. Sie setzt sich fort in der Operation und der dazugehörigen Narkose. Schließlich mündet sie in einer intensiven Nachbehandlung.

Alle Menüs aufklappen

© Klinikum Stuttgart | Kontakt | Sitemap