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Neuroonkologie

Chemotherapie

Der Einsatz der Chemotherapie bei Hirntumoren erfordert besondere Therapieüberlegungen. Zum einen gibt es einen hohem Prozentsatz primär chemotherapieresistenter Zellpopulationen in malignen Gliomen. Andererseits stellt die so genannte Blut-Hirn-Schranke für viele Zytostatika ein beträchtliches Hindernis dar.

Therapiestudien zur Chemotherapie mit Einzelsubstanzen gegen maligne Gliome waren in den letzten Jahrzehnten enttäuschend, da nur eine unwesentliche Lebensverlängerung erreicht werden konnte. Eine Renaissance erlebte die Chemotherapie Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre, als eine besondere Chemosensibilität von Oligodendrogliomen nachgewiesen werden konnte. Eingesetzt wurde eine Kombinationschemotherapie mit Procarbazin, CCNU und Vincristin (PCV). Nachfolgende Arbeiten zeigten, dass auch oligo-astrozytäre Mischtumoren, insbesondere Grad III-Tumoren auf eine Chemotherapie relativ gut ansprachen.

Andere Erkrankungen des ZNS, die für eine Chemotherapie in Frage kommen:

  • Medulloblastome
  • Primäre ZNS-Lymphome
  • Ependymome (Grad III und IV)
  • Meningeosis carcinomatosa

Intrathekale Chemotherapie

Eine besondere Form der Chemotherapie ist die intrathekale Verabreichung. Hierbei wird das Zytostatikum über ein vorher implantiertes Reservoir, das unter der Haut zu liegen kommt, direkt in den Nervenwasserraum appliziert. Ein großer Vorteil der intrathekalen Gabe ist, dass einerseits tumornah ein höherer Wirkspiegel entsteht und andererseits die systemischen Nebenwirkungen geringer sind. Verwendete Substanzen sind Methotrexat, Cytosin-Arabinosid, Thiotepa, Topotecan und Steroide. Die applizierten Substanzen dringen auf Grund ihrer chemischen Eigenschaften nur wenige Millimeter in das angrenzendes gesunde Gewebe ein. Indikationen für eine intrathekale Chemotherapie sind meningeale Leukämie- und Lymphomaussaat sowie primäre ZNS-Lymphome.

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