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Sprunggelenk und Fuß

Fehlstellungen und chronische Schmerzen

Wussten Sie, dass das Skelett eines Fußes aus 26 Knochen besteht? Die knöchernen Elemente werden von Kapseln, Bändern, Muskeln und einer kräftigen Bindegewebsplatte unter der Fußsohle zusammengehalten. Auf diese Weise entstehen ein Längs- und ein Quergewölbe.

Als Längsgewölbe bezeichnet man den leicht nach oben gewölbten Fußinnenrand. Das Quergewölbe befindet sich am Vorfuß und spannt sich vom Großzehenballen zum Kleinzehenballen.

Erkrankungen im Bereich des Sprunggelenkes und der Füße sind sehr verbreitet. Sie beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der betroffenen Patienten erheblich. Auf dieser Seite haben wir Ihnen die häufigsten Diagnosen zusammengestellt, die wir in der Abteilung Fußchirurgie behandeln.

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Operative Maßnahmen bei Hallux valgus

Operative Maßnahmen sind erst bei stärkeren Schmerzen ratsam. Hierbei werden in Abhängigkeit vom Ausmaß der Deformität verschiedene weichteilige und knöcherne Eingriffe (Scarf- oder Chevron-Osteotomie, OP nach Aikin, Basisosteotomie Os metatarsale I oder Lapidus-Arthrodese) vorgenommen. Während Operationen an den Weichteilen (z. B. Operationen nach McBride, Kapselrelease, Kapselraffung, Sehnenversetzung) meist ambulant durchgeführt werden, sind Eingriffe an den Mittelfußknochen mit einem kurzen stationären Aufenthalt verbunden.

Im Anschluss sollte eine vorübergehende Entlastung von sechs Wochen in einem Vorfußentlastungsschuh eingehalten werden. Die ursprüngliche Geh- und Stehfähigkeit wird nach etwa drei Monaten wiedererlangt. Bei massiver Fehlstellung der Großzeh vor dem Eingriff kann nach der Operation noch eine geringe Fehlstellung verbleiben oder sich im Laufe der Jahre wieder ausbilden.

Krallenzehe/Hammerzehe

Im Zusammenhang mit einem Spreizfuß und einer Hallux-valgus-Zehenfehlstellung kommt es oft zu einer weiteren Fehlstellung der Zehen: Beim Hammerzeh handelt es sich um eine fixierte Beugung des Zehenendgelenkes.

Bei einer Krallenzehe hingegen weicht die Zehe im Grundgelenk nach oben ab, in den beiden peripheren Gelenken wird sie krallenförmig nach unten gebeugt, so dass es an den gebeugten Flächen zu schmerzhaften Druckstellen (Hühneraugen, Schwielen) kommt. Durch die stark gebeugten Gelenke können Hautreizungen, Entzündungen, Schwielenbildungen und Schmerzen entstehen.

Therapiemöglichkeiten bei Krallen-/Hammerzehen

Bei Krallen- und Hammerzehen kann mit Einlagen und schuhtechnischen Maßnahmen wie Filzringen, Gummipolstern und Zehenkorrekturorthesen eine Verbesserung der Beschwerdesymptomatik herbeigeführt werden. Führen diese Möglichkeiten zu keinem Erfolg, so empfehlen wir je nach Ausgangslage operative Maßnahmen (z. B. Operation nach Weil oder Hohmann).

Diese Eingriffe werden bei uns meist ambulant durchgeführt. Im Anschluss daran muss eine vorübergehende Entlastung in einem Vorfußentlastungsschuh für drei bis sechs Wochen eingehalten werden. Häufig werden derartige Korrekturen im Rahmen einer Operation am Großzeh (Korrektur der Hallux-valgus-Fehlstellung) gleich mit vorgenommen.

Hallux rigidus

Bei der Diagnose "Hallux rigidus" handelt es sich um eine schmerzhafte Einsteifung des Großzehengrundgelenkes, die fast immer mit einer Arthrose einhergeht. Die betroffenen Patienten rollen beim Gehen meist den Fuß über den Außenrand ab. Es kommt zu lokalen Schwellungen, Überwärmungen und Druckschmerzen.

Therapiemaßnahme - Hallux rigidus

Zu Beginn des Hallux rigidus stehen konservative Therapiemaßnahmen im Vordergrund. Die vorsichtige Mobilisation und Traktion des Gelenkes trägt zur Verbesserung der Beweglichkeit bei. Darüber hinaus können spezielle Einlagen (Rigidus-Federeinlage) oder Veränderungen am Schuh (Ballenrolle, steife Sohle) die Behandlung ergänzen.

Operativ bieten sich Versteifungen in Korrekturstellung durch gekreuzte Schrauben oder K-Drähte, Platten oder Klammern an. Die Entfernung des Gelenkes stellt nur in Einzelfällen eine sinnvolle Lösung dar. In jüngerer Zeit gewinnt der prothetische Ersatz des Großzehengrundgelenks zunehmend an Bedeutung. Dabei werden entweder beide gelenkbildenden Knochen oder nur der erste Mittelfußknochen durch einen Oberflächenersatz erneuert.

Gleich welche operative Maßnahme bei Ihnen angewendet wird, Sie müssen auf jeden Fall den Fuß sechs Wochen in einem Vorfußentlastungsschuh ruhig stellen.

Metatarsalgie (Vorfußschmerz)

Mit diesem Begriff werden mehrere verschiedene Krankheitsbilder mit unterschiedlichen Ursachen zusammengefaßt. Allen gemeinsam ist ein Schmerz unter dem Vorfußballen. Ursache ist meistens eine fehlerhafte Lastverteilung der Mittelfußköpfchen untereinander. Häufig liegt als Ursache ein zu langer 2. und 3. Mittelfußknochen vor. Aber auch eingeklemmte Nerven, Arthrose oder Entzündungen etc. können eine Metatarsalgie verursachen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Schmerzursache. Diese muss zunächst durch einen erfahrenen Arzt herausgefunden werden. Sollte eine fehlerhafte Lastverteilung der Mittelfußköpfchen die Schmerzen verursachen, versucht man eine Behandlung in der Regel zunächst mit Einlagen. Wenn es hierdurch zu keiner Besserung der Beschwerden kommt, können durch operatives Anheben und/oder Verkürzen einer oder mehrerer Köpfchen eine bessere Lastverteilung des Fußes und damit meist Beschwerdefreiheit erreicht werden.

In der Nachbehandlung kann der Patient in der Regel in einem Spezialschuh, der vier Wochen getragen werden muss, sofort laufen.

Morton-Neurinom / Morton-Neuralgie / Morton-Syndrom

Bei dem sogenannten "Morton-Neurinom" handelt es sich um eine besondere Form der Metatarsalgie. Zwischen der 3. und 4., selten auch einmal zwischen der 2. und 3. Zehe kommt es dabei durch einen besonderen Verlauf von Nerven zur Ausbildung eines schmerzhaften Nervenknoten. Die Schmerzen werden häufig als "stromschlagartig, in die Zehenspitzen einschießend" angegeben.

Die nicht operative Behandlung umfaßt eine Injektionsbehandlung und die Versorgung mit speziellen Einlagen. Die chirurgische Behandlung besteht in der Freilegung und/oder Entfernung des Nerven und Nervenknotens. Danach verbleibt meist eine Gefühlsminderung im Versorgungsgebiet der betroffenen Zehennerven.

Nach gesicherter Wundheilung, die meist in einem Spezialschuh abgewartet wird, ist die rasche Vollbelastung möglich. Nervenschmerzen können anschließend noch einige Wochen anhalten.

Haglund-Exotose

Bei der Haglund-Ferse (Haglund-Exostose) handelt es sich um eine Ausziehung am seitlichen hinteren Fersenbein im Ansatzbereich der Achillessehne. In aller Regel ist sie angeboren und kaum mit nennenswerten Beschwerden verbunden.

Trägt der Patient allerdings falsches Schuhwerk oder wird die Ferse über- oder fehlbelastet, kann es zu einer Reizung kommen. In der Folge bildet sich ein entzündlicher Schleimbeutel oder die Achillessehne entzündet sich.

Therapiemöglichkeiten bei Haglund-Exostose

Bei einer Haglund-Exostose wird zunächst konservativ behandelt. Neben Veränderungen des Schuhwerks sind lokale Maßnahmen gegen die Entzündung sinnvoll, z. B. die Durchführung von physiotherapeutischen Übungen, Ultraschallanwendungen oder auch das Auftragen entzündungshemmender Salben.

Bei anhaltenden Beschwerden und einer röntgenologisch nachgewiesener Haglund-Ferse empfehlen wir je nach Ausgangslage operative Maßnahmen. Dazu zählt die Abtragung des überstehenden Knochens. Die Operation erfolgt meist über einen kleinen Hautschnitt, seltener über arthroskopische Techniken.

Im Anschluss ist das Bein bis zur endgültigen Wundheilung zu schonen. Danach kann dann ein zügiger Belastungsaufbau erfolgen.

Weitere Krankheitsbilder, die in unserer Abteilung behandelt werden
  • Chirurgische Behandlung des diabetischen Fußsyndroms
  • Behandlung von entzündliche Veränderungen der Fußgelenke und Sehnenscheiden
  • Behandlung von Nervenengpaß-Syndromen durch Neurolyse, z.B. Tarsaltunnel-Syndrom oder Entfernung von Nervenneuromen

Ergänzt wird die Therapie durch das breite Spektrum der konservativen Behandlung einschließlich der physiotherapeutischen und der orthopädietechnischen, insbesondere der orthopädieschuhtechnischen Behandlung.

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