Schulter und Ellenbogen
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper. Diese große Beweglichkeit ist notwendig, um mit den Händen einen möglichst großen Bewegungsumfang zu erreichen.
Das Schultergelenk ist, im Gegensatz zum knöchern geführten Hüftgelenk, ein muskulär geführtes Gelenk. Hierbei wird der Oberarmkopf durch ein kompliziertes Zusammenspiel zwischen verschiedenen Muskeln, Sehnen und Bändern in der Gelenkpfanne gehalten und der Arm kann so in jede Richtung bewegt werden. Durch diese große Bewegungsfreiheit ist das Schultergelenk jedoch anfällig für Verletzungen und Verschleißerscheinungen.
Schultergelenkluxation
Durch Sturz oder außergewöhnlichen Zug am Arm kann es passieren, dass der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne herausspringt und sich meist vor und unterhalb der Gelenkpfanne verhakt (Luxation). Dabei können verschiedene Teile des Gelenkes verletzt werden, häufig kommt es zur Abscherung der vorderen Gelenklippe (Labrum) oder zu Einrissen in der Rotatorenmanschette. Daraus kann ein instabiles Gelenk resultieren, das insbesondere beim jüngeren Patienten immer wieder luxiert. Deshalb sollte das abgescherte Labrum refixiert werden. Dies wird zunehmend arthroskopisch (Schlüssellochtechnik) durchgeführt, kann aber auch offen operiert werden. In unserer Klinik werden beide Verfahren durchgeführt.
Frakturen
Kommt es zu Brüchen im Bereich des Oberarmkopfes, so können stabile, wenig verschobene Frakturen konservativ behandelt werden. Hierbei wird das Schultergelenk zunächst bis zum Rückgang der Schmerzsymptomatik in einem speziellen Verband ruhig gestellt, danach wird zügig mit krankengymnastischer Übungsbehandlung begonnen. Über regelmäßige Röntgenaufnahmen wird festgestellt, ob sich die Bruchstücke nicht verschieben und ob der Bruch heilt.
Stark verschobene Oberarmkopfbrüche werden meist operativ versorgt, um durch frühzeitiges Üben mit der verletzten Schulter eine Einsteifung zu vermeiden. Dazu wird der Bruch operativ eingerichtet und mit winkelstabilen Platten und Schrauben festgehalten.
Ist eine Rekonstruktion des Oberarmkopfes nicht mehr angezeigt, wird eine Oberarmkopfprothese eingebaut.






