Brachytherapie im Nachladeverfahren
Die Kontaktbestrahlung mit dem sog. Nachladeverfahren in HDR-Technik (HDR-Afterloading-Brachytherapie) kommt an der Radioonkologischen Klinik des Katharinenhospiatls bei den unterschiedlichsten Indikationen sowohl nach Operationen als auch in direktem Zusammenhang mit einem chirurgischen Eingriff zur Anwendung. Bei gynäkologischen Tumoren, Kopf-Hals-Tumoren und bösartigen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes können so zum Beispiel Sonden in Tumorareale eingebracht oder an solche direkt herangeführt werden und für eine kurze Zeit mit einer Hochdosis-Quelle beschickt werden. Dieses aufwändige und die Umgebung des Tumnorgeschehens weitgehend schonende Verfahren erfolgt in aller Regel in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen, die sich alle am Klinikum Stuttgart befinden.
Besondere Bedeutung hat die HDR-Brachytherapie bei der Behandlung des Prostatakarzinoms erlangt. Hier kommt sie in Kombination mit der Bestrahlung von außen (Perkutanbestrahlung in IMRT- bzw. VMAT-Technik) zum Einsatz. Eine jüngst veröffentlichte, große und international publizierte Studie (Grimm et al. 2012) berichtet über Ergebnisse mit dieser Kombinationsbehandlung, die der Radikaloperation mindestens ebenbürtig, in bestimmten Risikosituationen möglichweise überlegen ist.
Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Katharinenhospital beschäftigt sich schon sehr lange mit dem unterschiedlichsten Verfahren zur Behandlung dieser häufigsten bösartigen Tumorerkrankung des Mannes. Die hierbei gewonnene Expertise ist auch in einen Patientenführer eingeflossen:
Ulrich Köppen
Prostatakarzinom. Alternativen zur radikalen Operation
Schattauer Verlag, Stuttagrt/New York, 4. Aufl. 2012






