Spezielle neurologische SPECT-Diagnostik (ECD SPECT mit/ohne Diamox, DATSCAN SPECT, IBZM SPECT)
Zur Untersuchung des regionalen Blutflusses im Gehirn verwendet die Klinik für Nuklearmedizin das Mittel 99mTc-ECD SPECT. Verschiedene Erkrankungen wie der Schlaganfall/Hirninfarkt oder die Artherosklerose (Gefäßverhärtung), aber auch Gefäßentzündungen im Gehirn führen zu regional teils charakteristisch verminderter Durchblutung, die sich mit 99mTc-ECD darstellen lässt.
Die Untersuchung kann unter Ruhebedingung und unter pharmakologischer Stimulation zur Bestimmung der Perfusionsreserve durchgeführt werden. Hierzu wird das Medikament Diamox® (Acetazolamid) intravenös appliziert. Dieses bewirkt eine Erweiterung der gesunden Gehirngefäße. Atherosklerotisch veränderte oder verengte Gefäße können sich im Verhältnis zu gesunden Gefäßen deutlich weniger erweitern. Das resultierende (relative) Durchblutungsdefizit in den Gehirnarealen, die von den erkrankten Gefäßen versorgt werden, lässt sich so mit 99mTc-ECD und SPECT nachweisen.
Eindeutige Parkinson-Diagnose
Mit 123I-DaTSCAN SPECT (123I-FP-CIT) wird das präsynaptische dopaminerge System erfasst. Die Parkinson-Erkrankung und die Lewy-Body-Demenz (sowie andere Erkrankungen der Kerngebiete des Gehirns wie die Multisystematrophie oder die supranukleäre Blicklähmung) gehen mit einem Verlust dopaminerger Nervenendigungen einher – was in der SPECT Untersuchung durch eine verminderte DaTSCAN Speicherung nachweisbar ist. Erkrankungen wie der essentielle Tremor, das psychogene oder das durch Arzneimittel induzierte Parkinson-Syndrom hingegen zeigen diese verminderte Anreicherung nicht. Mit dieser Untersuchung kann also eine neurodegenerative Parkinson-Erkrankung eindeutig diagnostiziert und von nicht-neurodegenerativen Erkrankungen unterschieden werden.
Mit 123I-IBZM SPECT wird der postsynaptische Teil des dopaminergen Systems – die Dopamin-D2-Rezeptoren – untersucht. Verschiedene Basalganglienerkrankungen wie die Multisystematrophie, die progressive supranukleäre Blickparese führen im Gegensatz zu der Parkinson-Erkrankung – hier liegt im Regelfall eine normale bis (kompensatorisch) erhöhte Bindung vor – zu einer Abnahme der Rezeptorbindungskapazität. Damit lassen sich diese neurodegenerativen Erkrankungen unterscheiden. Auch bei einem durch Arzneimittel induzierten Parkinson-Syndrom (zum Beispiel durch Neuroleptika) ist die Bindung von 123I-IBZM vermindert.






