Gelenkerhaltende Operationsmethoden


Bild links: Taylor-Spatial-Frame-System während des Korrekturvorgangs
Bild rechts: Stammzelltransplantation am Kniegelenk
Der Gelenkknorpel eignet sich schlecht für scherende Kräfte, wie sie besonders bei Gelenkfehlstellungen oder Deformitäten vorkommen. Die Beseitigung von Deformitäten hat aus diesem Grunde eine hohe Priorität.
Komplexe Extremitätendeformationen erfordern ein hohes Maß an Präzision bei der Planung und Durchführung der Korrektur. In unserer Kliniken steht neben verschiedenen anderen Optionen zum Beispiel das Taylor-Spatial-Frame-System zur Verfügung. Der Taylor Spatial Frame (TSF) ist ein Hexapoden-Ringfixateur. Mit dem System sind nicht nur Achskorrekturen in allen Richtungen, sondern auch Verlängerungen und Verkürzungen möglich. Die sechs Streben lassen eine simultane Deformitätenkorrektur in jeder Ebene und Richtung zu. So wird der TSF zur Korrektur von Frakturen, posttraumatischen und angeborenen knöchernen Deformitäten verwendet, wie zum Beispiel X- oder O-Beinen, Beinverkürzungen oder Klumpfußdeformitäten. Das Programm errechnet einen Behandlungsleitfaden, wobei der Operateur die Korrekturdauer entsprechend der Indikation bestimmen kann.
Modernes Tissue engineering
Kommt es zu Knorpelschäden sind wir spezialisiert, knorpelrekonstruktive Maßnahmen durchzuführen. Die modernen Verfahren des Tissue engineering stehen hierzu zur Verfügung.
Knorpelverletzungen können in verschiedene Grade aufgeteilt werden. Bei Grad I liegt eine Aufweichung und Schwellung des Knorpels vor, bei Verletzungen Grad II mit einer Auffaserung der Knorpeloberfläche, bei Grad III hingegen schon Einrisse des Knorpels, die bis zum darunterliegenden Knochen reichen, und bei Grad IV schließlich ein kompletter Knorpelverlust, der den Knochen offen legt.
Gelenkspiegelung zur exakten Diagnose
Trotz Röntgenaufnahmen und Kernspintomographie ist für die Beurteilung eines Defektes vielfach auf eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) erforderlich. Beträgt die Defektgröße zum Beispiel am Kniegelenk weniger als 2 cm, können mit einer gezielten „Mikrofrakturierung“ gute Ergebnisse erzielt werden. Bei über 2 cm Knorpeldefekt kommt gegebenenfalls eine Knorpeltransplantation (autologe Chondrozytentransplantation – ACT) oder Transplantation von Knorpelknochenzylindern (osteochondrale Transplantation- OCT – Mosaikplastik) aus einem weniger belasteten Anteil des Gelenkes in Betracht. Hierfür stehen ständig spezielle Instrumentarien zur Verfügung.
Bei Gelenken mit wenig körperlicher Belastung kann häufig eine Abrasionsarthroplastik helfen. Dabei werden durch das normale Glätten des aufgefaserten Gelenkknorpels vielfach irritierende, mechanische Reize beseitigt und Stoffe aus dem Gelenk entfernt, die Entzündungen hervorrufen und insbesondere die Gelenkinnenhaut reizen können, was zu einem Gelenkerguss führen kann.






