Elektrophysiologische Diagnostik
Das elektrophysiologische Labor ist mit modernsten Geräten und Verfahren ausgestattet. Es stehen mobile und zwei stationäre Arbeitsplätze für die EEG-Ableitung sowie drei Arbeitsplätze für die Ableitung von evozierten Potentialen, die neurographische und elektromyographische Diagnostik zur Verfügung. Zudem gibt es im Katharinenhospital einen stationären und einen mobilen Arbeitsplatz für die Ableitung von EEGs und einen Arbeitsplatz für die Ableitung von evozierten Potentialen und Neurographien.
Elektroencephalographie (EEG)
Bei der Elektroencephalographie handelt es sich um die Ableitung und Aufzeichnung der Hirnströme. Es steht eine moderne digitale EEG-Anlage mit stationären und mobilen Ableiteplätzen und der Möglichkeit zur Video-EEG-Aufzeichnung zur Verfügung. Neben den Standardableitungen können auch 24-Stunden-Langzeituntersuchungen mit einem tragbaren Gerät durchgeführt werden. Für die spezielle Anfallsabklärung steht ein Patientenzimmer mit Möglichkeit zur Langzeit-Video-EEG-Aufzeichnung zur Verfügung.
Elektromyographie (EMG)
Mit diesem Verfahren werden mittels einer sehr dünnen in den Muskel eingestochenen Myographienadel normale und krankhaft veränderte Muskelaktionspotentiale registriert und ausgewertet. Damit können Hinweise für Muskelerkrankungen (Myopathien) und periphere Nervenerkrankungen (Neuropathien) verschiedener Ursache gefunden werden. Außerdem kann das Verfahren zur Beurteilung der Muskelaktivität bei Dystonien sowie zur gezielten Injektion von Botulinumtoxin eingesetzt werden.
Neurographie (NG), einschließlich Hochvoltstimulation (HVS)
Hierbei handelt es sich um Verfahren zur Messung der sensiblen und motorischen Nervenleitung. Es wird beispielsweise eingesetzt zur Diagnostik und Zuordnung von Polyneuropathien oder zur Feststellung von Nervenschäden nach Unfällen.
Testverfahren für Funktionsstörungen des autonomen Nervensystems
- Herzfrequenzvarianz-Bestimmung: Hiermit kann eine Störung des Einflusses des sympathischen Nervensystems auf das Herz mit verminderter oder fehlender reaktiver Anpassung des Herzschlages an Atmung und Lagewechsel nachgewiesen werden. Dies kommt bei Polyneuropathien (z.B. im Rahmen einer Diabetes-Erkrankung), beim Parkinsonsyndrom u.a. Erkrankungen vor. Die Untersuchung ist Bestandteil der Diagnostik bei Kreislaufkollaps (Synkope) und lageabhängiger Blutdruckregulationsstörung (orthostatischer Dysregulation).
- Sympathische Hautantwort: Nachweis einer peripheren oder zentralen Störung der Schweißregulation
- Schweißsekretionstest: Nachweis einer lokalen Schweißsekretionsstörung
- Kipptisch-Untersuchung: Dieses Verfahren zur Untersuchung von Synkopen und orthostatischer Dysregulation kann in Kooperation mit der Klinik für Herz-und Gefäßkrankheiten am Katharinenhospital angeboten werden.
Evozierte Potentiale (SSEP, AEP, VEP, VEMP)
Messung von elektrischen Potentialen nach sensorischen Stimuli. Verfahren zur Messung der visuellen (VEP), auditiven (AEP) und somatosensorischen Bahnen (SSEP). VEMP steht für vestibulär evozierte myogene Potentiale (Abklärung von Schwindel).
Transkranielle Magnetstimulation (MEP)
Hierbei werden die Hirnrinde oder periphere Nerven mit einer außen auf die Haut aufgelegten Magnetspule einfach oder repetitiv stimuliert und die entstehenden elektrischen Potentiale über einem Zielmuskel abgeleitet. Mit dieser Methode kann das motorische System auf seine Funktion und Intaktheit geprüft werden.
Tremor-Analyse
Es stehen zwei Registrierungs- und Analyseverfahren zur Verfügung. Mit einer stationären Kurzzeitanalyse kann die Tremorart bestimmt werden. Mit einem portablen Gerät (wie Langzeit-EKG) kann eine 24-Stunden-Aufzeichnung durchgeführt werden. Sie ergibt Informationen über die Ausprägung und Häufigkeit des Tremors im Tagesverlauf und die Beeinflussbarkeit des Tremors durch eine medikamentöse Behandlung.
Posturographie
Mit diesem Steh-Test auf einer Plattform mit Drucksensoren und computerisierter Aufzeichnung kann eine leicht-mässiggradige Standunsicherheit objektiviert werden.
Video-Okulographie (VOG)
Eine spezielle Untersuchungsbrille mit integrierten Infrarotkameras erlaubt die Aufzeichnung von Augenbewegungsstörungen bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen, insbesondere im Rahmen der Schwindeldiagnostik. Durch Kombination des Verfahrens mit der Kalorik-Prüfung, einer Warm- und Kaltwasserspülung der äußeren Gehörgänge, kann die Funktion des Labyrinthes (horizontaler Bogengang) überprüft werden.
Pupillographie
Mittels Pupillographie kann der Pupillendurchmesser quantitativ bestimmt werden. Diese Methode kommt bei der Diagnostik von Schlafapnoe-Syndrom, Fatigue-Symptomatik und Demenzen zum Einsatz.






