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Psychoonkologie

Psychoonkologischer Dienst

Die Diagnose „Krebs“ führt bei vielen Betroffenen zu akuten Belastungsreaktionen und teilweise zu sehr belastenden seelischen Störungen wie z.B. Angst- und depressiven Symptomen.

Daher arbeiten die jeweiligen medizinischen Fachabteilungen und Zentren (z.B. Zentrum für Gynäkologische Krebserkrankungen, Brustzentrum, Darmkrebszentrum, Prostatakarzinomzentrum, Pankreaszentrum) in diesen Fällen mit dem psychoonkologischen Dienst der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie eng zusammen.

Insgesamt besteht der psychoonkologische Dienst aus sechs Personen, die in den verschiedenen zertifizierten Zentren, im Palliativmedizinischen Dienst, im psychoonkologischen Liaisondienst und im psychoonkologischen Konsiliardienst eingesetzt werden.

Psychoonkologische Betreuung im zertifizierten Zentrum für gynäkologische Krebserkrankungen mit Brustzentrum

Zwei Psychoonkologinnen versorgen hier in enger Anbindung an das somatische Behandlungsteam mit vielfältigen Angeboten die onkologisch erkrankten Patientinnen. Jeder Patientin wird ein persönlicher Kontakt ermöglicht, der weitere Kontakte, auch für Angehörige und im ambulanten Bereiche nach sich ziehen kann. Schwerpunkte sind dabei die Vermittlung von Hilfen zur Bewältigung von Belastungen (Stimmungsschwankungen, Ängste, Trauer, Schlafstörungen), das Anbieten von Unterstützung beim Zurechtfinden mit einer neuen Lebenssituation, aber auch Unterstützung und Vermittlung im Kontakt mit Ärzten und Pflegekräften. Informationsvermittlung, das Nahebringen von Entspannungstechniken sowie Gespräche mit und für Angehörige runden die Angebote für Patientinnen und Angehörige während und nach dem Krankenhausaufenthalt ab.

Darm-, Pankreas-, Prostatazentrum

Jedem onkologisch erkrankten Patienten in diesen zertifizierten Krebszentren wird ein psychoonkologisches Gespräch angeboten. Die Einschätzung der Notwendigkeit eines solchen Gespräches geschieht entweder durch den Patienten selber oder aber durch das behandelnde Stationsteam. Konsiliarisch wird dann ein Gespräch eingefordert, das zeitnah entweder auf der behandelnden Station oder in den Räumen des psychoonkologischen Dienstes stattfinden kann. Auch poststationäre Gespräche sind möglich. Neben den akuten Krisenbewältigungen und ggf. einem psychopharmakologischen Interventionsvorschlag stehen die Vermittlung weiterer ambulanter psychoonkologischer Versorgungsmöglichkeiten im Vordergrund dieses Angebotes.

Liaisondienst auf der hämato-onkologischen Station I1

Im Liaisondienst werden insbesondere die lange Wochen hospitalisierten Patienten der hämato-onkologischen Station I1 mehrfach wöchentlich betreut: Zweimal in der Woche gibt es die Möglichkeit für längere und kürzere psychoonkologische Gespräche für Patienten und Angehörige. Ergänzend wird die Station sowohl durch eine Kunst- als auch durch eine Musiktherapeutin versorgt, die mit ihren nonverbalen Therapiemethoden häufig unerwartete und willkommene Abwechslung und Einsichten für die Patientinnen und Patienten vermitteln. Neben der supportiven Psychotherapie (Krankheitsbewältigung) finden Stressbewältigungstraining, Entspannungstherapien und/oder psychopharmakologische Behandlungsvorschläge im Rahmen des Liaisondienstes ihre Anwendung.

Palliativmedizinischer Dienst

Im palliativmedizinischen Dienst im Krankenhaus Bad Cannstatt sowie auf der Palliativstation im Bürgerhospital sind die Mitarbeiter des psychoonkologischen Dienst Angehörige der jeweiligen Behandlungsteams und eng in die jeweils dort bestehenden Konzepte eingebunden.

Allgemeiner psychoonkologischer Konsiliardienst

Über die oben genannten, festgefügten Strukturen kann jede einzelne Station des Klinikums Stuttgart den psychoonkologischen Konsiliardienst über einen normalen Konsilschein anfordern (Telefax: 278-22172). Die jeweiligen Anforderungen an diese Konsiliargespräche können ausgesprochen unterschiedlich sein. Häufig geht es um das Verarbeiten einer belastenden Diagnose oder einer belastenden Krankheitssituation, um Folgen der verschiedenen Therapiemethoden, wie Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie, um die Frage des Kontaktes zu den Angehörigen oder die Vermittlung einer schlechten Nachricht an Kinder oder Eltern, um die Frage nach einer psychopharmakologischen Interventionsmöglichkeit oder aber um die Möglichkeit eines längerdauernden Gespräches. Ergänzend können auch die jeweiligen Behandlungsteams problematische Situationen mit Patientinnen und Patienten mit den psychoonkologischen Mitarbeitern besprechen und gegebenenfalls auch eine Stationsbesprechung mit einem supervidierenden psychoonkologischen Mitarbeiter ins Leben rufen.

Sowohl auf Seiten der Patientinnen und Patienten als auch auf Seiten der Behandlerinnen und Behandler verdienen die psychischen und psychosomatischen Aspekte der Krebserkrankung weiterhin eine gesteigerte Aufmerksamkeit sowie wesentlich mehr Zeit. Eine Aufgabe des psychoonkologischen Dienstes liegt auch darin, sich für diese Zeit immer wieder stark zu machen.

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