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Psychoonkologie

Eine Krebserkrankung ist für den Betroffenen eine enorme körperliche und seelische Belastung. Man geht davon aus, dass ca. 30 Prozent aller an Krebs erkrankten Patienten eine so genannte reaktive psychische Störung entwickeln. Meist handelt es sich dabei um Depressionen, Angst und Panikstörungen, akute Belastungsreaktionen, Anpassungsstörungen und Posttraumatische Belastungsstörung.

Bei der Entstehung dieser Störungen spielen

  • die Bedeutung der Diagnose als eine der gefürchtetsten medizinischen Diagnosen,
  • die Verknüpfung mit den Gedanken an Tod und Siechtum,
  • aber auch die häufig langwierigen und körperlich anstrengenden Behandlungen und
  • die sozialen Veränderungen im Familienleben, an der Arbeitsstelle und in der allgemeinen Leistungsfähigkeit

wichtige Rollen.

Suche nach der eigenen Schuld

Viele Patienten sind mit ihren Gedanken daran beschäftigt, ob sie an ihrer Krebserkrankung Schuld sind oder ob sie durch ihre Art der Krankheitsverarbeitung den Krankheitsverlauf beeinflussen können. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Krebs durch psychische Vorgänge ausgelöst werden kann. Ebenso wenig lässt sich die Länge des Krankheitsverlaufs durch psychologische Maßnahmen beeinflussen. So entstanden zwei wichtige Lehrsätze der Psychoonkologie:

  • „Don´t believe you brought cancer on yourself“ (Glaube nicht, dass Du Dir den Krebs selber eingebrockt hast) (J. Holland 2005) und
  • “Statt Patienten die unlösbare Aufgabe zu stellen, ihrer Krankheit auf jeden Fall mit positiven Gedanken zu begegnen, ist es wichtig, auch negativen Gefühlen Raum zu geben“ (Sellschopp, 2004).

In einer Vielzahl von Studien wurde die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit in Bezug auf folgende Therapieverfahren erbracht:

  • Einzeltherapie
  • Gruppentherapie
  • Entspannungstherapie (PMR)
  • Imaginative Verfahren
  • Kognitiv-behaviorale Therapie
  • psychodynamische Therapieverfahren

Wirksamkeit bedeutet in diesem Falle nicht, dass die Krebserkrankung gebessert oder das Leben verlängert würde, wohl aber:

  • Schmerzreduktion
  • Weniger Übelkeit und Erbrechen
  • Verringerung des emotionalen Stresses
  • Verbesserung der Krankheitsverarbeitung
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Verringerung von Angst und Depressivität

So versuchen wir, in unserem psychoonkologischen Verständnis der Maxime „Krebskranke brauchen vor allem Zeit und eine kontinuierliche, unaufdringliche Begleitung“ zu folgen.

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