Depressions- und Wahlleistungsstation

Auf Station 5-2 werden in erster Linie Privatpatienten mit Wahlleistung Chefarzt behandelt, die an einer psychischen Störung aus dem affektiven Spektrum leiden. Hierzu zählen vor allem Depressionen von unterschiedlichem Schweregrad und Verlauf, bipolare bzw. manisch-depressive Störungen sowie schizoaffektive Störungen, bei denen Symptome von Depression, Manie und Psychose kombiniert vorliegen. Die Behandlung von häufig bestehenden psychiatrischen Zweiterkrakungen (Komorbiditäten) vor allem von Angststörungen, somatoformen Störungen, Persönlichkeitsstörungen und sekundären Suchterkrankungen kann in den therapeutischen Gesamtplan integriert werden.
Die Therapie auf der Depressionsstation und Wahlleistungsstation ist dann angezeigt, wenn ein besonderer Schweregrad der psychischen Erkrankung vorliegt oder wenn bei schon längerer Krankheitsgeschichte, bisherige ambulante oder stationäre Behandlungen von unzureichender Wirkung geblieben sind. Die diagnostischen Maßnahmen und die Behandlung werden für Privatpatienten zusammen mit dem Chefarzt geplant und von ihm auch psychiatrisch-psychotherapeutisch engmaschig begleitet.
Die stationäre Behandlung erfolgt in der Regel in drei Phasen:
1. Diagnostik und Therapieplanung
Die medizinischen Vorbefunde werden zunächst im Sinne einer möglichst vollständigen somatischen Ausschlussdiagnostik ergänzt. Neben der körperlichen und neurologischen Untersuchung spielen Labor, einschließlich Hormonspiegel, Elektroenzephalogramm (EEG), Cranielle Computertomografie (CCT), Magnetresonanztomografie (MRT), Liquoruntersuchung (LP) sowie testpsychologische Verfahren eine entscheidende Rolle. Es folgt die Erhebung der aktuellen psychopathologischen Symptome und ihrer Entwicklung, der Lebensgeschichte mit Familien- und Sozialanamnese sowie die Entwicklung von Hypothesen über die bio-psycho-soziale Entstehung der Erkrankung. Auf dieser Grundlage wird gemeinsam mit dem Patienten ein Verstehens- und Behandlungsmodell seiner psychischen Erkrankung entwickelt.
2. Therapiephase
Das therapeutische Milieu der Privatstation ist in besonderem Maße geprägt von der multiprofessionellen Zusammenarbeit zwischen Chefarzt, Oberarzt, Stationsärzten, Psychologen, psychiatrischer Fachpflege, Ergo-, Kunst- und Arbeitstherapeuten, Sozialarbeiter und Seelsorger. Schon der Rahmen der Station vermittelt Tagesstruktur und Halt, hilft bei der Aktivierung und als Hilfe beim Beziehungsaufbau zum Patienten- und Therapeutenteam. Auf der Grundlage von Diagnostik und Therapieplanung werden die Bausteine der Therapie individuell zusammengefügt. Die biologischen Verfahren, vor allem der differenziellen Pharmakotherapie, werden mit psychotherapeutischen Verfahren im Einzel- und Gruppensetting sowie mit soziotherapeutischen Maßnahmen zu einem individuellen Therapieplan zusammengesetzt. Die dabei zum Einsatz kommenden, psychiatrischen und psychotherapeutischen Methoden sind klinisch und wissenschaftlich validiert. Das Pflegeteam unterstützt die Behandlung durch pflegetherapeutische Maßnahmen und begleitet den Patienten durch den Stationsalltag. Dabei steht jedem Patienten eine pflegerische Bezugsperson zur Seite, die den Genesungsprozess professionell begleitet.
3. Psychosoziale Reintegration
Ziel der Therapie ist neben der Wiederherstellung der psychischen Gesundheit und dem möglichst vollständigen Abklingen der Krankheitssymptome die soziale und berufliche Reintegration. Daher ist die letzte Behandlungsphase geprägt von einer zunehmenden Belastungserprobung in den praxisnahen Therapien, von einer zunehmenden Rückkehr in den persönlichen Lebensalltag und zuletzt von Arbeitsversuch und stufenweiser beruflicher Wiedereingliederung unter fortgesetzter therapeutischer Begleitung. Es besteht die Möglichkeit der weiteren psychischen Konsolidierung durch Überleitung der Behandlung in unsere Tagesklinik oder in unsere Ambulanz, wo begleitende Angebote wie Ergo-, Kunst- und Arbeitstherapie sowie Psychoedukation auch über die stationäre Behandlung hinaus zur Verfügung stehen.
Therapieangebot
- Tägliche Einzel- und Gruppenvisiten
- Differentielle Pharmakotherapie
- Psychotherapeutische Einzelgespräche
- Depressionsgruppe (kognitive VT)
- Gruppe Bipolare Störungen (kognitive VT)
- Angstgruppe (kognitive VT)
- Störungsspezifische Psychoedukationsgruppe
- Paar- und Familiengespräche
- Pflegetherapeutische Gespräche
- Morgenrunde
- Vollversammlung
- Sozialarbeiterische Einzelberatung und Hilfe
- Selbstsicherheitstraining
- Wake up / Walking / Konditionstraining
- Tanz- und Bewegungstherapie
- Einzelphysiotherapie und Massagen
- Entspannungstraining
- Ergotherapie
- Kunsttherapie
- Kognitives Training
- Soziogruppe
- Genussgruppe
- Kulturgruppe
- Sing- und Musikgruppe
- Panoramagruppe
- Koch- und Backgruppe
- Arbeitstherapie
- Belastungserprobungen in Alltag und Berufsleben
- Gestufte berufliche Wiedereingliederung
Duale Teamleitung
Oberarzt: Ltd. OA Dr. Ulrich Seidl
Telefon: 0711 278-22808
E-Mail: u.seidl@klinikum-stuttgart.de
Stationsleitung: Thomas Riediger
Telefon: 0711 278-22862
E-Mail: t.riediger@klinikum-stuttgart.de
Anmeldungen zur stationären Behandlung oder zur ambulanten Erstsicht erfolgen über das Sekretariat des Ärztlichen Direktors und Zentrumsleiters, Herrn Prof. Dr. Dr. Martin Bürgy, M.Sc.
Sekretariat: Frau Dorothee Hüppauf
Telefon: 0711 278-22801.
E-Mail: d.hueppauf@klinikum-stuttgart.de






