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Leistungsspektrum

Tagesklinik

Sitzgruppe mit rotem SofaAufenthaltsraum mit Obst und Blumen auf den Tischen

Die Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie bietet ein spezielles Behandlungsangebot für Patienten aller Diagnosegruppen, die im Stuttgarter Stadtgebiet wohnen. Die tagesklinische Behandlung stellt bei mittelschwer ausgeprägten psychiatrischen Störungen die bevorzugte Alternative zu der stationären Behandlung dar, oder kann die stationäre Behandlung in der Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie abkürzen.

Die psychiatrische Tagesklinik ist werktags geöffnet von 8.00 bis 16.30 Uhr. Es stehen 25 Plätze zur Verfügung. Die Therapie ist vor allem bei chronisch psychisch Kranken auf eine längere Dauer angelegt. Je acht bis neun Patienten werden in Kleingruppen zusammengefasst und absolvieren gemeinsam die gruppenbezogenen Therapieeinheiten. Dadurch fällt es leichter, sich in der Tagesklinik einzugewöhnen und Vertrauen aufzubauen. Jeder der Kleingruppen wird von einem Arzt oder Psychologen zusammen mit einer Fachpflegekraft geleitet. Individuelle Bausteine mit Arbeits-, Ergo-, Kunst- und Soziotherapie ergänzen das Therapieangebot. Dazu kommen Einzelgespräche und Paar- oder Familiengespräche.  Die verwendeten Verfahren sind klinisch und wissenschaftlich evaluiert und entsprechen dem aktuellen Stand der Forschung.

Der therapeutische Prozess gestaltet sich wie folgt:

1.Diagnostik- und Eingewöhnungsphase

Die Aufnahme erfolgt entweder von einer der Stationen der Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie oder durch Überweisung durch die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) oder durch niedergelassene Psychiater. Im Rahmen einer zwei- bis dreiwöchigen Diagnostik- und Eingewöhnungsphase werden die bisherigen medizinischen und psychiatrischen Befunde gesichtet und gegebenenfalls ergänzt. Es stehen alle somatischen Fachdisziplinen des Klinikums zur Verfügung, so dass auch Patienten mit körperlichen Begleiterkrankungen behandelt werden können. Eine ausführliche psycho-bio-soziale Krankengeschichte wird unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes und der Angehörigen erhoben. Gleichzeitig erhält der Patienten Gelegenheit sich in der Tagesklinik einzuleben. Gegen Ende der ersten Phase wird ein individualisierter Therapieplan erstellt, der psychopharmakologische, psychotherapeutische, psychoedukative, arbeitstherapeutische und soziotherapeutische Maßnahmen integriert.

2. Therapiephase

Die Patienten können in zunehmendem Maße die vielfältigen Therapieangebote der Tagesklinik nützen. Biologische Verfahren, vor allem differenzielle Pharmakotherapie, werden mit Psychoedukation, kognitiver Verhaltenstherapie, Einzeln und in der Gruppe, soziotherapeutischen Maßnahmen sowie anderen fachtherapeutischen Angeboten kombiniert. Neben ärztlichen Visiten mit regelmäßigen Verlaufseinschätzungen und einer möglichst nebenwirkungsfreien Optimierung der Medikation erfolgen Einzelgespräche und Gruppentherapiegespräche mehrmals in der Woche mit unterschiedlichem therapeutischem Schwerpunkt. Das Pflegeteam mit pflegerischen Bezugspersonen begleitet in täglichen Gesprächen den Therapieprozess mit pflegetherapeutischen Maßnahmen. Der Rahmen der Tagesklinik bietet Tagesstruktur, regt eine allgemeine Aktivierung an, und bietet die Möglichkeiten unter therapeutischer Begleitung beispielhaft neue Beziehungen aufzubauen und zu erproben. Je nach vorhandenen Ressourcen wird die Arbeitstherapie (Büro, Holzwerkstatt, Garten, Cafe Fantasia) mit ein bis drei Stunden pro Tag eingeführt. Dadurch soll die Rückkehr in einen geregelten Arbeitsalltag vorbereitet werden.

3. Psychosoziale Reintegration

Ziel der Behandlung ist neben der möglichst vollständigen Wiederherstellung der psychischen und körperlichen Gesundheit die psychosoziale Reintegration in den Lebensalltag oder die Vorbereitung auf eine Rehabilitationsmaßnahme. Dies wird vorbereitet durch die zunehmende Belastungssteigerung, den Beginn eines Arbeitsversuchs mit tagesklinischer Begleitung, oder auch durch die Kontaktaufnahme zu den Gemeindepsychiatrischen Zentren, ggf. unter Einbeziehung der koordinierenden Bezugsperson. Die Entlassungsphase kann im Einzelfall mehrere Wochen in Anspruch nehmen, da sie auf den sorgsamen Transfer des Therapieerfolgs in den Lebensalltag zielt. Die ambulante Weiterbehandlung in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) oder bei einem niedergelassenen Psychiater und/oder Psychotherapeuten wird ebenso vorbereitet wie die Einbindung in spezielle Selbsthilfegruppen oder die Nutzung von Angehörigengruppen.
 

Therapieangebot

  • Therapeutische Einzelgespräche(Verhaltenstherapie)
  • Einzel- und Gruppenvisiten
  • Familiengespräche und Beratung der Angehörigen 
  • Themenzentrierte Interaktionsgruppe
  • Psychoedukation (Psychosen)
  • Psychoedukation (Affektive Störungen) 
  • Psychoedukation (Angststörungen)
  • Morgenrunde
  • Vollversammlung
  • Soziales Kompetenztraining
  • Informationsgruppe Sozialdienst
  • Entspannungstraining
  • Kognitives Training in der Gruppe
  • Kognitives Training am PC
  • Ergotherapie
  • Arbeitstherapie (Werkstatt, Büro, Café, Garten)
  • Arbeitstherapie Holzwerkstatt außerhalb
  • Arbeitstherapie im Klinikum
  • Kunsttherapie
  • Perkussionsgruppe
  • Koch- und Backgruppe
  • Bewegungstherapie und Sport
  • Krafttraining
  • Individuelle Einzelkrankengymnastik
  • Vorbereitung auf Reha- Maßnahmen
  • Gestufte Belastungserprobung am Arbeitsplatz
  • Vermittlung an Gemeindepsychiatrische Zentren
  • Vermittlung an Selbsthilfegruppen

Duale Teamleitung
Oberärztin: Frau Dr. Irmgard Winter
Tel.: 0711 / 278-42803
E-Mail: i.winter@klinikum-stuttgart.de

Stationsleitung: Frau Marie-Luise Niesen
Tel.: 0711 278-22960
E-Mail: tk-zsg@klinikum-stuttgart.de

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