Betreutes Wohnen im Stadthaus, Wohnheim für psychisch kranke Menschen

Das Stadthaus ist ein vollstationäres Wohnheim mit 20 Plätzen für Erwachsene, die an einer chronischen psychischen Erkrankung leiden. Im Vordergrund der sozialpsychiatrischen Arbeit steht die intensive therapeutische Betreuung in einem geschützten Lebensraum. Zielsetzung ist die Stabilisierung und Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes der Bewohner, die Ermöglichung des Übergangs in eine selbstständigere Wohn- und Lebensform sowie die Reduktion oft langer Klinikaufenthalte. Therapeutische Maßnahmen sind die Entwicklung einer geregelten Tagesstruktur, die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit, die Förderung sozialer und alltagspraktischer Kompetenzen sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Das Haus hat schöne, helle Räumlichkeiten und einen großzügigen Garten in Hanglage. Es liegt zentral in der Stuttgarter Innenstadt, fünf Gehminuten von Olgaeck und Charlottenplatz entfernt. Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team bestehend aus Sozialpädagogen, Fachkrankenpflege, Psychologen, Hauswirtschaftlern und Hilfskräften.
Das Stadthaus ist Teil der Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, die im Bedarfsfall nicht nur die stationäre Versorgung der hier wohnhaften Bewohner übernimmt, sondern auch deren ambulante Behandlung über die psychiatrische Institutsambulanz (PIA) ermöglicht.
Das vollstationäre Hilfeangebot im Stadthaus bildet im Rahmen der Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII neben dem ambulant betreuten Wohnen eine wichtige Grundlage für die psychosoziale Reintegration psychisch erkrankter Menschen.
Der Prozess des betreuten Wohnens im Stadthaus folgt drei Schritten:
1. Aufnahme
Die erste Kontaktaufnahme erfolgt meist durch den Sozialdienst psychiatrischer Kliniken, gesetzliche Betreuer, Mitarbeiter der sozialpsychiatrischen Dienste, aber auch durch Angehörige oder die Interessenten selbst. Meist wird schon vor der Aufnahme ein Termin im Stadthaus vereinbart. Anhand einer Führung durch das Haus und eines Informationsgesprächs mit dem Psychologen und einem Mitarbeiter des Kernteams wird unsere Einrichtung und therapeutische Arbeit vorgestellt. Die Mitarbeiter erhalten erste Informationen unter anderem zur Erkrankung, Biographie und Motivation des Interessenten. Für eine Aufnahme wird von der bisherigen koordinierenden Bezugsperson ein Hilfeplan (IBRP = Integrierter Behandlungs- und Rehabilitationsplan), ein ärztliches Gutachten sowie eine Einkommens- und Vermögenserklärung beim Bürgerservice Soziale Leistungen für behinderte Menschen in Einrichtungen, als zuständigem Kostenträger in Stuttgart eingereicht.
Parallel dazu wird der Hilfebedarf in der Stuttgarter Hilfeplankonferenz (HPK), einem Zusammenschluss aller Träger und Anbieter von ambulanten und stationären Maßnahmen der Eingliederungshilfe, dargestellt. Führt die Fallvorstellung in der HPK zu der Empfehlung einer stationären Maßnahme, wird eine Kostenzusage vom Kostenträger erstellt. Zur Eingruppierung des Hilfebedarfs wird der Medizinisch-Pädagogische Dienst eingeschaltet.
2. Eingliederungsmaßnahme
Das therapeutische Konzept unserer Arbeit ist geprägt von unserem Selbstverständnis einer ressourcenorientierten, vertrauensvollen Beziehungsarbeit, einem respektvollen Umgang und der Vermittlung von Sicherheit, auch durch die verlässliche Präsenz von Mitarbeitern rund um die Uhr.
Unsere Hilfen und Angebote sind in den relevanten Lebensbereichen Gesundheit, Wohnen, Arbeit und Freizeit angesiedelt. Sie orientieren sich am individuellen Bedarf und den unterschiedlichen Zielsetzungen der Klienten, setzen aber auch bei den für den Krankheitsverlauf typischen Ausprägungen der Chronizität und den damit einhergehenden Defiziten an. Jedem Klienten ist eine koordinierende Bezugsperson zugeordnet. Zur Bezugspersonenarbeit gehört die gemeinsame Hilfeplanung mit dem Klienten, die regelmäßig reflektiert und aktualisiert wird. Sie umfasst die wichtigsten Ressourcen und Defizite der Bewohner, um mittels geeigneter Nah- und Fernziele, den entsprechenden Maßnahmen sowie einer Evaluation das Hilfebedarfsprofil zu erstellen und die Entwicklung zu beobachten. Sollte trotz umfassender Betreuung und Behandlung ein Klinikaufenthalt erforderlich werden, besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie. Es kann sowohl die ambulante Behandlung durch die Psychiatrische Institutsambulanz erfolgen, als auch im Krisenfall die rasche Aufnahme auf eine der Stationen der Klinik. Dabei wird die Betreuungskontinuität durch die koordinierende Bezugsperson gewährleistet, die gemeinsam mit Klient und Klinikarzt die Therapieziele bei der Aufnahme abstimmt und Entlassung und Wiedereingliederung plant. Ziel der engen Kooperation zwischen Wohnheim und Klinik ist die Vermeidung bzw. Verkürzung von stationären Klinikaufenthalten.
3. Integration und Inklusion
Ziel des Betreuten Wohnens bei chronisch psychisch kranken Menschen ist die soziale Integration mit Wiederherstellung der Selbsthilfefähigkeit, die Reintegration in das Gemeinwesen und die nachhaltige Teilhabe an der Gemeinschaft. Die Eingliederungshilfe- Maßnahme kann von einem Jahr bis zu vielen Jahren notwendig sein. Eine stufenweise Ablösung von engmaschiger Betreuung und eine schrittweise Übernahme von Verantwortung in allen Bereichen des Lebens wird angestrebt. Um den Übergang zu einer ambulanten Betreuung zu erleichtern gibt es in unmittelbarer Nähe des Stadthauses zwei Wohnungen, in denen 6 Klienten von Mitarbeitern des Stadthauses intensiv ambulant betreut werden. Maßgebliches Ziel ist es, trotz und mit der chronischen psychischen Erkrankung ein aktives, hoffnungsvolles und zufriedenes Leben zu führen, als Individuum von der Gesellschaft akzeptiert zu sein und an ihr möglichst umfassend teilzuhaben. Diese soziale Inklusion ist das übergeordnete Ziel und die richtungsgebende Haltung.
Therapieangebot
- Bezugspersonensystem
- Regelmäßige Einzelgespräche
- Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung, Auseinandersetzung mit und Annehmen der aktuellen Lebenssituation, Entwicklung neuer Perspektiven
- Therapeutische Einzel- und Gruppenangebote in und außerhalb des Wohnheims
- Psychologische Einzel- und Gruppenangebote
- Alltagspraktisches Training und Unterstützung, z. B. Anleitung und Einübung von hauswirtschaftlichen und lebenspraktischen Fähigkeiten in den Bereichen Ernährung, Körper- und Wäschepflege sowie Wohnraumpflege
- Hilfen bei der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen
- Krisenintervention und Begleitung bei Klinikaufenthalten
- Medikamenten- und Geldverwaltung
- Unterstützung bei formalen und sozialadministrativen Belangen
- Tagesstrukturierung
- Kontakt- und Freizeitgestaltung
- Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch ein multiprofessionelles Team
- Hilfen bei der Suche nach Arbeit und Beschäftigung
Kontakt
Stadthaus – Klinikum Stuttgart
Werastraße 2
70182 Stuttgart
Telefon: 0711 2371933-0
E-Mail: stadthaus@klinikum-stuttgart.de
Teamleitung
Markus Walter
Dipl. Sozialpädagoge (BA)
E-Mail: m.walter@klinikum-stuttgart.de






