Affektives Spektrum
Station 6-4 ist eine Depressionsstation auf der Patienten mit einer Diagnose aus dem affektiven Spektrum behandelt werden. Hierzu gehören vor allem Depressionen von ausgeprägtem Schweregrad und rezidivierenden Verlauf, bipolare bzw. manisch-depressive Störungen und schizoaffektive Störungen. Die depressive Symptomatik ist in der Regel führend. Somatische und psychiatrische Zweiterkrankungen (Komorbiditäten) werden in das Behandlungskonzept mit einbezogen. In die Depressionsstation integriert, ist die Mutter-Kind-Behandlung mit einem interaktionszentrierten Therapieprogramm für Mütter, die nach der Geburt psychisch erkrankt sind.
Die Behandlung auf der Depressionsstation ist dann angezeigt, wenn ein besonderer Schweregrad der Erkrankung vorliegt und wenn andere ambulante oder stationäre Behandlungen bisher ohne ausreichenden Erfolg geblieben sind. Die Einweisung auf die Station erfolgt entweder durch unsere psychiatrische Institutsambulanz (PIA) bzw. den niedergelassenen Arzt, oder es erfolgt die Übernahme von der Akutstation, wo bereits eine erste diagnostische Abklärung und Akuttherapie vorgenommen wurde.
Station 6-4 ist eingebunden in das DAK-Projekt der integrierten Versorgung von Depressionen. In einem Netzwerk sind niedergelassene Hausärzte, Psychiater und Psychotherapeuten sowie die Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie eng miteinander verbunden. Ziel der integrierten Versorgung ist die an hohen und verbindlichen Qualitätsstandards ausgerichtete Verzahnung von Behandlungsangeboten für Menschen die an einer Depression leiden.
Erster Behandlungsschritt:
Die stationäre Behandlung auf der Depressionsstation beginnt mit einer sorgfältigen Diagnostik, welche die bisher erhobenen Befunde ergänzt bzw. ggf. auch überprüft. Eine möglichst vollständige somatische Diagnostik und Befunderhebung mit körperlicher und neurologischer Untersuchung, Labor, Elektrokardiogramm (EKG), Elektroenzephalogramm (EEG), Cranieller Computertomografie (CCT) und Magnetresonanztomografie (MRT) begleitet die psychiatrische Untersuchung bzw. geht dieser voraus. Es folgt die gründliche Erhebung des psychopathologischen Befundes, der Symptomentwicklung, der Krankengeschichte und Lebensgeschichte mit Familien-, Sozial- und Fremdanamnese, ggf. die Durchführung testpsychologischer Verfahren. Auf der Grundlage der erhobenen Diagnosen werden gemeinsam mit dem Patienten die Behandlungsmöglichkeiten erörtert.
Zweiter Behandlungsschritt:
Die individuelle Behandlung der Depression kombiniert biologische Verfahren, vor allem differenzielle Pharmakotherapie, mit Psychotherapie (Verhaltenstherapie) und soziotherapeutischen Maßnahmen. Der Rahmen der Station vermittelt Tagesstruktur, regt eine basale Aktivierung an und hilft verlässlich beim Beziehungsaufbau zu Mitpatienten und zum therapeutischen Team. Der Therapieplan richtet sich nach den krankheitsbedingten Einschränkungen und den noch vorhandenen Ressourcen. Neben ärztlichen Visiten mit regelmäßigen Verlaufseinschätzungen kommen Psychotherapie in der Gruppe und Einzelgespräche zum Einsatz. Das Pflegeteam begleitet den Therapieprozess mit pflegetherapeutischen Maßnahmen. Dabei steht jedem Patienten eine pflegerische Bezugsperson zur Seite.
Dritter Behandlungsschritt:
Ziel der Behandlung auf der Depressionsstation ist neben der Wiederherstellung der psychischen und somatischen Gesundheit die psychosoziale Reintegration und die Rückkehr in den Lebensalltag. Dies wird unterstützt durch zunehmende Steigerung der Belastung, z.B. durch arbeitstherapeutische Angebote, Übernachtungen Zuhause und Wiederaufnahme von Alltagstätigkeiten. Arbeitsversuche oder stufenweise berufliche Wiedereingliederung bilden die therapeutische Endstrecke der Genesung. Es besteht die Möglichkeit einer weiteren Konsolidierung des Behandlungserfolgs durch Überleitung der Therapie in die Tagesklinik und ggf. auch in die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA).
Therapieangebot
- Einzel- und Gruppenvisiten
- Pharmakotherapie
- Psychotherapeutische Einzelgespräche
- Depressionsgruppe (kognitive VT)
- Gruppe Bipolare Störungen (kognitive VT)
- Angstgruppe (kognitive VT)
- Paar- und Familiengespräche
- Pflegetherapeutische Gespräche
- Morgenrunde
- Vollversammlung
- Sozialarbeiterische Einzelberatung und Hilfe
- Tanz- und Bewegungstherapie
- Physiotherapie
- Entspannungstraining
- Ergotherapie
- Kunsttherapie
- Kognitives Training
- Soziogruppe
- Schwimmgruppe
- Musikgruppe
- Koch- und Backgruppe
- Arbeitstherapie
- Belastungserprobungen in Alltag und Berufsleben
- Gestufte berufliche Wiedereingliederung
Duale Teamleitung
Oberarzt: Ltd. OA Dr. Ulrich Seidl
E-Mail: u.seidl@klinikum-stuttgart.de
Stationsleitung: Christa Tappert
E-Mail: c.tappert@klinikum-stuttgart.de
Kontakt
Kontakt zur Station 6-4:
Telefon: 0711 278-22864
st64@klinikum-stuttgart.de






