Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin

Operative Intensivstation E2

Die operative Intensivstation E2 umfasst 29 Betten, darunter 22 Betten mit Beatmungsmöglichkeit. Es werden jährlich etwa 2.600 Patienten aller Altersstufen und aller operativen und interventionell tätigen Fachdisziplinen unseres Hauses nach neuesten Therapierichtlinien und mittels modernster Therapieverfahren versorgt.

Die operative Intensivstation befindet sich unter anästhesiologischer Leitung und besteht aus einem hochspezialisierten Team von anästhesiologischen Ärzten und professionellen Pflegekräften. Es erfolgt eine tägliche, enge Zusammenarbeit mit den die Grunderkrankung behandelnden chirurgischen Fachdisziplinen.

Auf Grund der überregionalen Struktur als Traumazentrum im Traumanetzwerk Baden-Württemberg und durch die größte neurochirurgische Abteilung in der Region Stuttgart liegt einer der Schwerpunkte auf der Versorgung von Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutungen und lebensbedrohlichen Mehrfachverletzungen (Polytrauma). Aber auch schwer vorerkrankte Patienten nach großen risikoreichen Operationen bzw. Interventionen oder solche mit Mehrfachorganversagen in der Folge schwerer Verletzungen oder Infektionen (Sepsis) werden betreut.

Auszeichnung für Angehörigenfreundlichkeit

Die chirurgische Intensivstation E2 und die internistische Intensivstation A4 des Katharinenhospitals sind im Juli 2015 von der Stiftung „Pflege e.V.“ mit dem Zertifikat „Angehörige jederzeit willkommen – ein erster Schritt zur angehörigenfreundlichen Intensivstation“ ausgezeichnet worden.

Das Zertifikat bescheinigt den beiden Intensivstationen, dass sie mit gutem Beispiel vorangehen, um Angehörige Teil des therapeutischen Konzeptes für die Intensivpatienten werden zu lassen. Dazu gehören zum Beispiel flexible Besuchszeiten von 14.30 Uhr bis 19.30 Uhr. Auch werden die Angehörigen zunehmend an pflegerischen Maßnahmen, wie der Nahrungsgabe oder Mobilisation beteiligt. Zudem wurden für die Wartebereiche vor den Intensivstationen neue Raumkonzepte entwickelt, die den Besuch für die Angehörigen angenehmer gestalten. Die Betreuung der Angehörigen als wichtige Kernaufgabe wird zudem durch spezielle Kommunikationsschulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefördert. Dabei geht es auch um die Begleitung bei Tod und Trauer.

Team

Die Patientenversorgung wird durch ein interdisziplinäres Team 24 Stunden am Tag gewährleistet. 

Ärzte:
12 Ärzte im 3-Schichtsystem, davon im Tagdienst zwei Oberärzte

Pflege:
Die Pflegekräfte arbeiten im 3-Schichtsystem. Ein Großteil der Pflegekräfte besitzt die Fachweiterbildung „Intensivtherapie und Anästhesiologie“.

Physiotherapie:
Während des Aufenthalts werden die Patienten von unserer physiotherapeutischen Abteilung täglich betreut. Hier liegt das Augenmerk auf der frühen Mobilisation und intensiven Atemtherapie.

Seelsorge:
Eine seelsorgerische Betreuung für alle und besonders schwer erkrankte oder sterbende Patienten ist über die Seelsorge (evangelisch/katholisch) des Katharinenhospitals organisiert. Auch für  andere Religionen können Angebote der seelsorgerlichen Betreuung organisiert werden.

Spektrum der zu versorgenden Patienten

Neurochirurgie

  • Akute Versorgung von Hirnblutungen und Schädel-Hirn-Traumata
  • Große Tumoroperationen bei Kindern und Erwachsenen
  • Operationen an Hirngefäßen, z.B. im Rahmen von Aneurysmen
  • Wirbelsäulenoperationen


Neuroradiologie

  • Katheter-angiographische Eingriffe an Hirngefäßen, z.B. Aneurysma-Coiling, Stenting
  • Akutversorgung von Schlaganfällen (z.B. Thrombektomie)


Allgemein- und Viszeralchirurgie

  • Thoraxchirurgische Eingriffe wie Lungenoperationen und Speiseröhrenchirurgie
  • Akute Versorgung im Rahmen von Verletzungen


Unfallchirurgie

  • Akute Versorgung von Schwerverletzten (Polytrauma)
  • Wirbelsäulenchirurgie


Gefäßchirurgie

  • Operation an großen Gefäßen (z.B. Bauchaortenchirurgie)
  • Carotischirurgie


Hals-, Nasen und Ohrenkrankheiten

  • Cricotracheale Resektionen / Kehlkopfchirurgie
  • Tumorchirurgie des Hals-Nasen-Rachenraumes mit Lappenplastie
  • Akute Versorgung von Abszessen, die eine Atemwegssicherung mittels Beatmungsschlauch erfordern


Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie

  • Muskellappen-Plastiken im Rahmen von Tumoroperationen
  • Rekonstruktive Gesichtschirurgie nach Verletzungen


Urologie

  • Große Operationen der Blase, Prostata und Niere
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Große Operationen der weiblichen Geschlechtsorgane


Radiologie

  • Stenting Aortenaneurysmen
  • Sonstige interventionelle Verfahren

Überwachung und Therapie

Neben den herkömmlichen nicht-invasiven und invasiven Überwachungsmöglichkeiten und den intensivmedizinischen Standard-Therapien werden besondere Therapieverfahren angeboten:

Beatmungstherapie

Für die differenzierte Beatmungstherapie stehen verschiedene Beatmungsmöglichkeiten zur Verfügung. Angefangen von konventionellen Beatmungsgeräten über erweiterte Beatmungsstrategien (Best-PEEP-Modell) bis hin zu hochtechnisierten Geräten (HFO, ECMO), die auch bei Organausfall z.B. in Folge einer schweren Lungenschädigung oder bei kritisch-kranken Patienten eine Sauerstoffversorgung des Körpers gewährleisten.

Organersatzverfahren

Im Rahmen großer Operationen, schwerer Traumata oder gefährlichen Infektionen (Sepsis) kann es zu einem, oft nur vorübergehenden, Ausfall wichtiger Organe (z.B. der Niere) kommen. Dafür stehen zwei Arten des Nierenersatzverfahrens zur Verfügung:

  • Bei der CVVHDF erhält der Patient mittels eines kombinierten Filter/Dialyseverfahrens eine kontinuierliche Blutwäsche. 
  • Die Genius-Dialyse ist ein von der Dialyse-Abteilung intermittierend durchgeführtes Dialyseverfahren am Patientenbett


Differenzierte Gerinnungstherapie

  • Thrombelastographie (z.B. mittels Rotem®)
  • Impedanzaggregometrie (z.B. mittels Mulitplate®)


Zusätzliche unterstützende Anwendungen

  • Aromatherapie

Qualitätsmanagement

Ein besonderes Anliegen des Teams ist es, die schwerkranken Patienten jederzeit sicher und optimal zu versorgen. Es werden täglich Visiten durchgeführt, regelmäßig finden Fallkonferenzen und Fortbildungen statt und das Critical Incident Reporting System (CIRS) wird angewendet. Wöchentlich findet eine Visite der Kollegen aus der Hygieneabteilung, der Mikrobiologie und der Apotheke statt. Regelmäßig werden akute kritische Situationen an einem Patientensimulator geübt.

Zweimal jährlich findet zudem ein intensivmedizinisches Symposium "Intensivmedizin Kompakt" statt.

Medical Emergency Team (MET)

Das Medical Emergency Team (MET) ist, neben dem Herzalarm-Team, Teil des innerklinischen Notfallkonzepts des Klinikums Stuttgart. Es gehört zum Aufgabenbereich der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin und wird von der Intensivstation E2 gestellt. Bei einem medizinischen Notfall rückt ein Team, bestehend aus einem Facharzt für Anästhesiologie und einer erfahrenen Intensivpflegekraft, aus. So erreicht die intensivmedizinische Expertise den akut kritisch erkrankten Patienten, auch außerhalb der Intensivstation, innerhalb weniger Minuten. Für den seltenen Fall zweier gleichzeitig auftretender Herz-Kreislaufstillstände auf dem Gelände des Katharinenhospitals kann das MET auch als zweites Herzalarm-Team fungieren. Das Medical Emergency Team betreut nahezu ausnahmslos  die Stationen der operativen Fachgebiete. Grundsätzlich kommt das MET aber jedem Hilfeersuchen im medizinischen Notfall nach und kann von jedem Mitarbeiter alarmiert werden.

Ansprechpartner:  

Leitungsteam

Oberärztin Dr. med. M. Runck
Oberarzt Dr. med. H. Weng

Pflegerische Stationsleitungen
T. Hinte
Tel. 0711 278-33011

Besuchszeiten:
14:30 - 19:30 Uhr und nach Absprache