Kernspin- und ultraschallgesteuerte Biopsien
Pro Jahr werden am Radiologischen Institut des Olgahospitals rund 50 Gewebeentnahmen zur gezielten Tumordiagnostik ultraschall- oder kernspingesteuert vorgenommen. Dank spezieller Weiterentwicklungen, die am Radiologischen Institut initiiert wurden, lassen sich mit diesen bildgebenden Verfahren belastende, offene Eingriffe zur Entnahme von Gewebeproben für die kleinen Patienten vermeiden.
Gewebeproben sind insbesondere bei unklaren Befunden in der Tumordiagnostik zur genauen Analyse einer Geschwulst erforderlich. Das entnommene Gewebe wird im Labor daraufhin untersucht, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist und um was für einen Tumor es sich handelt. Nach den Befunden kann der behandelnde Arzt die geeignete Therapie festlegen. Bei Kindern werden Biopsien in den meisten Fällen immer noch mit einem offenen Schnitt vorgenommen, bei dem der Tumor freilegt wird. Um solche Eingriffe zu vermeiden, werden mittlerweile bei Erwachsenen viele dieser Biopsien mittels eines Computertomographen und einer Biopsie-Nadel via Bildschirm vorgenommen. Bei Kindern ist dies allerdings wegen der damit verbundenen Strahlenbelastung bei der Computertomographie nicht so vorteilhaft.
Schonende Verfahren ohne Strahlenbelastung
Vor diesem Hintergrund wurde im Radiologischen Institut eine Lösung auf Basis der gesundheitlich unbedenklichen Ultraschalltechnik entwickelt: Mittels eines eigens entwickelten Führungssystems, in das sich eine Schallsonde sowie eine feine Nadel einpassen lassen, kann ein Tumor geortet und über einen 3 Millimeter großen Hautschnitt eine Stanz-Biopsie vorgenommen werden. Mit der speziellen Nadelspitze lässt sich eine wurmförmige, ein bis zwei Zentimeter lange Gewebeprobe von einem Millimeter Durchmesser aus dem Tumor entnehmen. Die Ultraschalltechnik bietet zudem mit dem so genannten Farb-Doppler-Verfahren den Vorteil, dass sich Gefäße auf dem Bildschirm sehr gut erkennen lassen; diese dürfen bei den Eingriffen nicht verletzt werden, um die Blutungsgefahr gering zu halten. Die Eingriffe sind gegenüber einer konventionellen Operation wesentlich kürzer; die winzigen Einstiche hinterlassen darüber hinaus keine OP-Narben.
Biopsien unter MRT-Kontrolle
Es gibt allerdings auch Situationen, bei denen man mit Ultraschall keine gute Sicht auf den Tumor hat. In solchen Fällen könnten Biopsien dann mithilfe des Kernspintomographen am Radiologischen Institut gemacht werden. Mit dem röhrenförmigen Hightech-Gerät können Bilder von Organen und Gewebe dreidimensional und schichtweise generiert werden. Dazu erzeugt der Kernspintomograph Radiowellen in einem künstlichen Magnetfeld. Die Schwingungen in den Wasserstoff-Atomkernen werden verstärkt und sondern Signale aus, wodurch sich Bilder vom Körper erzeugen lassen. Bei diesem Verfahren dürfen allerdings keine metallischen Gegenstände in die Nähe des Geräts gebracht werden. Um dies zu umgehen, benutzen die Radiologen am Olgahospital ein Biopsie-System aus Titan, welches das Magnetfeld im Kernspintomographen nicht beeinflusst und präzise an einen ungeklärten Krankheitsprozess oder Tumor navigiert werden kann.






