Aktuell im Klinikum

13.07.2017, Stuttgart

Zehn Jahre Suchthilfeverbund Stuttgart – vielfältig, kooperativ vernetzt

Mit dem Ziel, die Versorgungsstrukturen in Stuttgart gemeinsam weiterzuentwickeln, haben sich vor zehn Jahren die Träger von Diensten und Einrichtungen der Suchthilfe Stuttgart  zum Suchthilfeverbund Stuttgart zusammengeschlossen. Zum Verbund gehören heute der Caritasverband für Stuttgart e.V., die Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V., Release  Stuttgart e.V., Lagaya e.V., ABAS - Anlaufstelle bei Essstörungen, AHG Tagesklinik Stuttgart, Wilde Bühne e.V. sowie das Klinikum Stuttgart. Die Gründung des Suchthilfeverbundes Stuttgart korrespondiert mit den Anforderungen des Landes Baden Württemberg, regionale Suchthilfeverbünde zu gründen.
 
„Ich gratuliere dem Suchthilfeverbund Stuttgart herzlich zum 10-jährigen Jubiläum und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg für Ihre beispielgebende und hervorragende Arbeit“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha. „Baden-Württemberg steht für eine verantwortungsvolle Drogen- und Suchtpolitik, die auf den bewährten Säulen von Prävention und Beratung, Hilfsangeboten und Therapie sowie Schadensminderung und Überlebenshilfe beruht und den Grundsatz Hilfe vor Strafe in den Mittelpunkt stellt. Die dafür notwendigen Konzeptionen werden aber nicht von der Politik verordnet, sondern müssen gemeinsam mit vielen gesellschaftlichen Akteuren erarbeitet und umgesetzt werden. Der Suchthilfeverbund Stuttgart ist dem Land dabei ein wichtiger, wertvoller und verlässlicher Partner“, sagte der Minister.
 
Zur Erfolgsstory des Suchthilfeverbunds Stuttgart gehört nach einem Jahrzehnt die enge Abstimmung und Kooperation der Träger in der Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen. Als der Ansprechpartner für die städtische Sozialplanung der Suchthilfe in Stuttgart steuert der Verbund nicht nur deren Umsetzung in der Fläche, sondern koordiniert auch Vorschläge der Mitglieder für die Sozialplanung. Zu dem gemeinsamen wissenschaftlichen Standards gehört im Verbund heute auch, dass  alle Mitglieder qualitätszertifiziert sind.
 
„Das Zusammenspiel von Sozialplanung und Suchhilfeverbund in den vergangenen rund 30 Jahren ist ein Musterbeispiel dafür, wie Angebotsvielfalt entsprechend der tatsächlichen Bedarfe der Zielgruppen stetig angepasst und erweitert werden kann“, betonte Werner Wölfle, Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Gründung des Suchthilfeverbundes im Jahr 2007 bedeutete einen neuen qualitativen Schritt in der Zusammenarbeit. Heute haben wir den Auftrag, die  Suchthilfeangebote weiterzuentwickeln und in Richtung anderer Hilfesysteme zu öffnen. Ich denke dabei zum Beispiel an die gemeinsame Verantwortung der Hilfesysteme für wohnungslose, suchtkranke und psychisch kranke Menschen, deren Hilfen enger miteinander verknüpft werden müssen.“
   
Zum breiten Leistungsspektrum des Suchthilfeverbundes gehören:

  • - stationäre, teilstationäre, ambulante Entgiftungs- und Motivationsbehandlung
  • - ambulante suchtmedizinische und psychiatrische Versorgung einschließlich Substitutionsbehandlung von Drogenabhängigen
  • - Beratung von Suchtmittelabhängigen, Angehörigen, Lebenspartnern etc. über Hilfsangebote
  • - psychosoziale Betreuung von Suchtmittelabhängigen einschließlich aufsuchender Hilfen
  • - Suchtmittelprävention  
  • - stationäre, teilstationäre und ambulante Entwöhnungsbehandlung; Therapeutische Wohngemeinschaft für Jugendliche; Adaption
  • - ambulante Nachsorge nach Entwöhnungsbehandlungen
  • - stationäres und ambulantes betreutes Wohnen
  • - Arbeitsprojekte

 

Die Behandlung und Betreuung von Suchtmitteln abhängiger Menschen ist eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen. Dem aktuellen Suchthilfebericht zur Folge wurden im vergangenen Jahr durch die Stuttgarter kommunale ambulante Suchthilfe 24.234 Personen mit insgesamt 1.135 Angeboten der Prävention und 4.536 Personen im Bereich Beratung, Betreuung und Behandlung erreicht.