Moderne Netzhautchirugie

Netzhautablösung mit Netzhautlochgruppe
Während früher eine Behandlung der Netzhaut oft am Augapfel außen stattfand – bei einer Netzhautablösung etwa durch das Aufnähen von Plomben und durch Vereisungstechniken – wird inzwischen vor allem im Auge des Patienten operiert.
Während früher eine Behandlung der Netzhaut oft am Augapfel außen stattfand – bei einer Netzhautablösung etwa durch das Aufnähen von Plomben und durch Vereisungstechniken – wird inzwischen vor allem im Auge des Patienten operiert. „Eingriffe an der Netzhaut werden heutzutage in der Mehrzahl der Fälle im Rahmen einer geschlossenen Vitrektomie durchgeführt“, so Dr. Jan Zurdel, Oberarzt der Augenklinik am Katharinenhospital. Bei einer solchen Vitrektomie legt er drei je ein Millimeter große, später selbstverschließende Zugänge ins Auge: zwei für Lichtquelle und chirurgische Instrumente, einen für die Infusion, die den Augeninnendruck aufrecht erhält. Dann wird zuerst der Glaskörper entfernt, anschließend die Netzhaut mit Lasern und anderen Hilfsmitteln „repariert“. Als Glaskörperersatz kommen dabei zum Teil Tamponaden, etwa Luft, Gas oder Silikonöl, zum Einsatz.
Kombination mit Linsen-OP
Durch diese Kleinschnitttechnik ist die postoperative Erholungszeit für die Patienten wesentlich verkürzt. „Die stationäre Aufenthaltsdauer bei einem netzhautchirurgischen Eingriff beträgt heutzutage nur noch zwei bis vier Tage“, sagt Dr. Zurdel. Das gilt auch nach Kombinations-Eingriffen, die an der Augenklinik des Katharinenhospitals inzwischen zum Standard gehören. „In der Regel verbinden wir die Vitrektomie heute mit einer Katarakt-OP“, betont der Oberarzt. Der Hintergrund: Für die Behandlung der Netzhautperipherie ist die Kunstlinse vorteilhaft und die meisten der Operierten entwickeln später sonst ohnehin einen Grauen Star, so dass sie in einer weiteren Operation eine Kunstlinse erhalten. „Durch das kombinierte Operieren ersparen wir unseren Patienten diese erneute Operation“, so Dr. Zurdel.
Sogar ganz auf eine Operation verzichtet werden kann bei einem neuen Ansatz, der Medikamenten-Injektion direkt in den Augapfel. „Bei der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration ist dies inzwischen der Standard der Behandlung und bei der diabetischen Retinopathie und anderen Erkrankungen kann dies in vielen Fällen eine Alternative sein“, sagt Professor Weidle, Chefarzt der Augenklinik.
Augenklinik (KH)
Ärztlicher Direktor
Prof. Dr. Egon Georg Weidle
Netzhaut-Glaskörperchirurgie und Netzhaut-Sprechstunde
Oberarzt Dr. Jan Zurdel
E-Mail: j.zurdel@klinikum-stuttgart.de






