Welt in Grün

Der Zentral-OP des Katharinenhospitals ist eine Welt für sich – und ein Arbeitsplatz der besonderen Art. Zahlreiche Berufsgruppen arbeiten hier eng zusammen in einem äußerst anspruchsvollen Job. „Die Arbeit in einem OP ist eine stetige Herausforderung“, betont Dr. Frank Kienzle, der Leitende OP-Manager des Klinikums Stuttgart.
In den Zentral-OP des Katharinenhospitals kommt nicht jeder. „OP-Bereich – Zutritt verboten“ steht in großen Buchstaben auf der Tür im 2. Stock des Katharinenhofs und es sind primär hygienische Gründe, die dieses Verbot rechtfertigen. Dabei würden viele nur zu gerne wissen, was in diesem, für Außenstehende wie ein streng abgeriegelter Sicherheitstrakt wirkenden Bereich vor sich geht.
In der Tat ist es eine Welt für sich, die hinter der großen Türe wartet. „Der Zentral-OP ist schon ein Mikrokosmos“, sagt OP-Manager Kienzle, „mit eigenen Regeln und Abläufen.“ Das beginnt bei der Kleidung. Im OP-Bereich gilt Einheitslook: Hemden, Hosen, Schuhe, alles in grün, und dazu eine Haube. „Die Haube gibt es allerdings in verschiedenen Ausführungen, denn ein bisschen Individualität muss sein“, sagt Nese Atilla und lacht. Auch wer nur kurz den OP-Bereich verlässt, muss stets die Kleidung wechseln. „Das ständige Umziehen ist aber nur die ersten Tage ungewohnt und wird schnell zur Routine“, so die Leiterin der OP-Pflege im Zentral-OP.
Hauptbetrieb von 7.30 bis 16 Uhr
Wenn morgens um halb acht in dieser „Welt in Grün“ der OP-Betrieb beginnt, durchlaufen zahlreiche Berufsgruppen die Personalschleuse. Aus der Pflege sind es OP- und Anästhesie-Pflegekräfte, Operationstechnische Assistenten (OTA) sowie Pflegehelfer, aus der Medizin Anästhesisten und Chirurgen der verschiedenen Fachrichtungen. Dazu kommen Medizingerätetechniker, Versorgungsassistenten für die logistischen Prozesse, Reinigungskräfte und natürlich Auszubildende sowie Pflegekräfte in der Fachweiterbildung. Im Laufe eines OP-Tages sind es weit über 100 Personen, die hier tätig sind – in einem Umfeld, das stark von interdisziplinärer Zusammenarbeit geprägt ist. „Teamarbeit wird bei uns groß geschrieben, sie ist die Voraussetzung für den reibungslosen OP-Ablauf und garantiert das hohe Leistungsniveau, das wir hier bieten“, sagt Dr. Kienzle.
Die Teams betreuen bis zu elf OP-Säle, die von fünf chirurgischen Kliniken (Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Handchirurgie, Gefäßchirurgie und Neurochirurgie) belegt werden. An Spitzentagen werden bis zu 40 Patienten operiert, im Jahr kommen insgesamt ca. 9.000 Eingriffe zusammen. „Darunter sind neben den geplanten Operationen auch viele Notfälle, die ein hohes Maß an Flexibilität erfordern und für die wir unseren OP auch nachts, an den Wochenenden und an Feiertagen in Bereitschaft halten. Für die Pflegemitarbeiter im OP bedeutet das Ruf- und Bereitschaftsdienste“, erklärt Marsella Kreil. Sie ist die Gesamtleitung OP-Pflege aller OP-Bereiche des Katharinenhospital. Denn neben dem Zentral-OP gibt es in Stuttgarts größtem Krankenhaus noch drei weitere OP-Einheiten: In Haus D, wo die HNO-Klinik und die Gefäßchirurgie operieren, in der Klinik für Urologie sowie in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und der Augenklinik.
Auch ganztägige OPs gehören zum Spektrum
Die tägliche Arbeitszeit ohne Schichtbetrieb, die intensive Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, die anspruchsvolle technische Arbeit, das Notfallmanagement – es gibt viele Gründe, sich für einen Arbeitsplatz im OP zu entscheiden und, im Fall der Pflege, die Fachweiterbildung OP-Pflege bzw. Anästhesie-Pflege zu absolvieren. Dazu kommt noch ein weiterer Punkt: Als Haus der Maximalversorgung bieten die operativen Kliniken des Katharinenhospital ein sehr breites Spektrum an Operationen. „Da ist alles dabei, vom kurzen bis zum einen ganzen Tag dauernden Eingriff, von der einfachen bis zur sehr komplexen Operation, vom Neugeborenen bis zum Hundertjährigen“, betont Dr. Kienzle. „Die modernen OP-Verfahren, etwa die minimalinvasiven und laparoskopischen Methoden, erfordern mehr Kommunikation zwischen den Beteiligten und aufgrund des hohen Geräteeinsatzes auch mehr technisches Verständnis“, so der OP-Manager, der früher selbst als Anästhesist im Zentral-OP des Katharinenhospitals gearbeitet hat. „Die Arbeit im Zentral-OP ist für alle Beteiligten eine stetige Herausforderung.“
Optimale Einarbeitung
Diese täglichen Herausforderungen machen die Arbeit im Zentral-OP des Katharinenhospitals so interessant, sie erfordern aber auch viel Organisationsgeschick. Die OP-Pflege meistert dies mit einer modernen Führungsstruktur, der Marsella Kreil als Gesamtleitung OP-Pflege und Nese Atilla als Leitung der Pflege im Zentral-OP vorstehen. Perfekt geregelt ist dabei auch die Einarbeitung neuer Pflegekräfte. Fachverantwortliche und erfahrene Mitarbeiter übernehmen diese Aufgabe – die optimale Vorbereitung auf die anspruchsvollen Aufgaben im Mikrokosmos OP.






