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Reinigung und Auftrennung

Von Blutspende zum Blutprodukt

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Institutsdirektorin Dr. Beate Luz am Abpressautomat

Bevor aus einer Spende ein Blutprodukt wird, sind viele Schritte notwendig. Zunächst werden die einzelnen Blutbestandteile durch Zentrifugieren in rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Plasma und weiße Blutkörperchen aufgetrennt. Mit speziellen Abpressapparaten werden die einzelnen Blutbestandteile getrennt und dann gesondert weiterverarbeitet.

„Die einzelnen Präparate haben eine ganz unterschiedliche Lebensdauer, müssen bei ganz unterschiedlichen Temperaturen gelagert werden und werden zu unterschiedlichen Zwecken verwendet“, sagt Institutsleiterin Dr. Beate Luz. „Weiße Blutkörperchen zum Beispiel sind häufig für Nebenwirkungen bei Transfusionen verantwortlich, sie müssen deshalb abgetrennt werden“, erklärt sie. Diese so genannten Leukozyten befinden sich nach dem Zentrifugieren zusammen mit den Blutplättchen (Thrombozyten) in der Grenzschicht zwischen Erythrozyten und Plasma. Die Schicht wird auch Buffy-Coat genannt.

Durch weiteres Zentrifugieren können aus dem Buffy-Coat Thrombozytenkonzentrate hergestellt werden. „Viele wissen gar nicht, dass wir offiziell ein Institut zur Arzneimittelherstellung sind. Unsere Produkte sind zugelassene Arzneimittel“, sagt Dr. Luz. Ein Beispiel: Neben Blutverlust bei Operationen können auch Medikamente oder andere Erkrankungen zu einem Mangel an Thrombozyten führen, der durch Gabe von Thrombozytenpräparaten ausgeglichen werden kann. Die Konzentrate werden bei Raumtemperatur vier Tage lang aufbewahrt.

Blutplasma wird schockgefroren

Das Blutplasma dagegen wird schockgefroren und dann für mindestens vier Monate bei minus 30 Grad gelagert. Die sogenannte Quarantänelagerung reduziert das Infektionsrisiko weiter, denn erst, wenn beim Spender nach mindestens vier Monaten in einer erneuten Untersuchung weiterhin kein Hinweis auf eine Infektionskrankheit gefunden wurde, kann das Plasma zur Transfusion weitergegeben werden. Es kann dann noch weitere neun Monate verwendet werden. Wenn die Spender nicht wiederkommen und die zweite Untersuchung daher nicht möglich ist, geht das Plasma an die Pharmaindustrie, die daraus einzelne Bestandteile isoliert und diese zum Beispiel für die Herstellung von Impfstoffen oder Gerinnungsfaktoren benutzt. Auch dafür besteht ein großer Bedarf.

Die roten Blutkörperchen dagegen werden nicht tiefgefroren, da sie dadurch ihre Funktion verlieren würden. Sie werden nochmals filtriert und dann nach Blutgruppen sortiert in einer Nährlösung bei zwei bis sechs Grad für sieben Wochen haltbar gemacht. Bevor die Erythrozyten einem Patienten übertragen werden, muss immer eine Verträglichkeitsprobe zwischen dem Spender- und dem Patientenblut gemacht werden. Dafür stehen die medizinisch-technischen Assistenten und Assistentinnen im Institut rund um die Uhr zur Verfügung.

Manche Präparate werden bestrahlt

Je nach Befund brauchen die Patienten bei der Transfusion die Blutbestandteile in ganz unterschiedlichen Verhältnissen. Manche Krebspatienten benötigen nur die Erythrozyten. Patienten mit großem Blutverlust brauchen Erythrozyten und Plasma, Polytraumapatienten brauchen zudem noch die Thrombozyten. „Manche Blutpräparate werden für bestimmte Patienten vorher bestrahlt“, erklärt Dr. Luz. Dadurch wird gewährleistet, dass sämtliche immunkompetenten Zellen abgetötet werden. Dieses Verfahren wird bei Patienten angewandt, die zum Beispiel nach einer Knochenmark- oder Stammzelltransplantation erheblich immunsupprimiert sind.

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