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Hauptaufgabe des Zentralinstituts für Transfusionsmedizin und Blutspendedienst

Der Saft des Lebens: Blutspenden ist ganz einfach

KlinikumNET

Blutkonserven warten nach Blutgruppen sortiert auf den Empfänger

43.000 Spenden von knapp 20.000 Spendern werden jährlich im Zentralinstitut verarbeitet. Neben dem Klinikum Stuttgart versorgt das Institut zahlreiche weitere Krankenhäuser und Arztpraxen in Stuttgart und Umgebung.

Nur wenige Minuten dauert es, bis der Beutel voll ist. Der Spender – ein Mann um die 40 – liegt entspannt auf der Liege, während seine zweijährige Tochter neben ihm sitzt und zuschaut, wie die rote Flüssigkeit durch die Schläuche fließt. „Da sitzt ja schon unser Nachwuchs“, sagt Dr. Beate Luz und lacht. Der junge Vater gehört zu den Dauerspendern, die mehrfach im Jahr ins Zentralinstitut für Transfusionsmedizin und Blutspendedienst am Katharinenhospital kommen. „Viele unserer treuesten Spender waren tatsächlich schon als Kinder mit ihren Eltern hier“, erzählt die Ärztliche Direktorin. Sie muss es wissen. Seit 1991 ist die heute 49-Jährige im Institut tätig, seit Jahresbeginn ist sie offiziell die Institutsleiterin.

Blutspenden kann fast jeder – zumindest wenn er oder sie zwischen 18 und 68 Jahre alt, gesund und mindestens 50 Kilogramm schwer ist. Zum standardisierten Ablauf einer Spende gehören immer ein Gespräch mit einem Arzt und die Untersuchung des Blutes. „Das ist ein kleiner Gesundheitscheck für alle unsere Dauerspender“, sagt Dr. Luz. Jede Spende wird unter anderem auf Infektionen wie HIV, Hepatitis B und C getestet, bevor sie für weitere Zwecke verwendet werden darf. „Die  Sicherheitsbestimmungen sind sehr hoch, das Risiko eines infektiösen Blutpräparats liegt in Deutschland bei etwa eins zu einer Million.“ Die Wahrscheinlichkeit einer Verwechslung im Verarbeitungsprozess wird durch einen Barcode, der ständig mitgeführt wird, praktisch ausgeschlossen.

Eigenblutspende auf Wunsch

Eine Besonderheit ist die Eigenblutspende, bei der ein Patient vor einer geplanten Operation sein eigenes Blut abgibt. „Eigenblutspende ist sehr aufwändig“, meint die Institutsleiterin, „denn es reicht ja nicht, nur einmal zu kommen.“ Das Blut wird immer im Abstand von einer Woche abgegeben und man sollte ein bis zwei Wochen vor der OP fertig sein. „Es ist sehr anstrengend, aber beispielsweise für junge Patienten aus der Orthopädie oder aus der Herzchirurgie kann es eine gute Alternative sein“, so Dr. Luz.

43.000 Spenden von knapp 20.000 Spendern werden jährlich im Zentralinstitut verarbeitet. Neben dem Klinikum Stuttgart versorgt das Institut zahlreiche weitere Krankenhäuser und Arztpraxen in Stuttgart und Umgebung. „Im Klinikum Stuttgart ist die Patientenversorgung gewährleistet, wir haben in den vergangenen Jahren nie eine Operation wegen Blutmangels verschieben müssen“, sagt Dr. Luz. Ebenso musste nie Blut dazugekauft werden, so dass die Patienten sicher sein können, dass die Blutspende aus Stuttgart stammt.
Über drei Jahre hat Dr. Beate Luz das Institut, nachdem ihr Vorgänger in Ruhestand gegangen war, kommissarisch geleitet. Seit Jahresbeginn ist sie nun offiziell die Ärztliche Direktorin. „Unsere Hauptaufgabe in den nächsten Jahren wird sein, trotz demografischer Entwicklung weiterhin genügend Blutprodukte herstellen zu können.“ Im Moment ist die Sorge unbegründet, das Institut hat viele junge, motivierte Spender. Und manche von ihnen bringen sogar schon heute ihre Kinder mit.

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