Modernste Navigationssysteme in der Kieferklinik

Die Operationsplanung mit Computertomographie (CT) kommt vor allem bei komplizierten Frakturen, beispielsweise zur Rekonstruktion des Augenhöhlenbodens zum Einsatz.
Mit Navigationssystemen, die sich auf dreidimensionale Bilder aus dem Computertomographen oder dem digitalen Volumentomographen stützen, operieren die Ärzte der Kieferklinik am Katharinenhospital selbst in kritischen Kopfbereichen mit größter Patientensicherheit.
„Manche Operationen wären noch vor zehn Jahren nicht in solcher Präzision möglich gewesen, andere Eingriffe sind durch die technischen Innovationen der vergangenen Jahre überhaupt erst möglich geworden“, umreißt Professor Dr. Dr. Dieter Weingart die enormen Fortschritte seines Fachs. Der etwas sperrige Name der Klinik, die er als Ärztlicher Direktor leitet, beschreibt das komplette Leistungsspektrum: Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Plastischästhetische Operationen, Zentrum für Implantologie.
Rund 2.000 Patienten mit Erkrankungen oder Verletzungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich werden in der Klinik jährlich stationär behandelt. Hinzu kommen etwa 28.000 ambulante Behandlungen. Oft sind es sehr komplexe Fälle, die von den hochspezialisierten Fachärzten operiert werden – die Unfallopfer mit ausgedehnten und komplizierten Knochenbrüchen oder Patienten mit bösartigen Tumoren, die besonders groß sind oder in der Nähe wichtiger und großer Gefäße und Nervenbahnen liegen.
Für Diagnostik und Operationsplanung stehen der Klinik hochauflösende Volumentomographen im Zentrum für Radiologie des Klinikums sowie ein digitaler Volumentomograph der neuesten Generation zur Verfügung. Dieses High-Tech-System bildet die knöchernen Strukturen vor allem im Kieferbereich in größter Präzision in dreidimensionalen Bildern und mit vergleichsweise geringer Strahlenbelastung ab. Die Operationsplanung mit Computertomographie (CT) kommt vor allem bei komplizierten Frakturen, beispielsweise zur Rekonstruktion des Augenhöhlenbodens zum Einsatz. Die digitale Volumentomographie (DVT) wird vor allem für die Operationsplanung für Zahnimplantate verwendet. Da das Gerät in der Klinik steht, kann die Untersuchung zeitnah erfolgen.
„Bereits vor der Operation kann der Operateur sich die Operationssituation aus allen Blickwinkeln anschauen, den Ablauf der Operation planen sowie Form und Verankerungsmöglichkeiten für Implantate virtuell festlegen“, erläutert Dr. Rolf Bublitz, der leitende Oberarzt der Klinik. Schließlich dienen die Bilder auch dem Navigationssystem, das den Chirurgen während der Operation leitet, als „Navigationslandkarte“. Zwar führt keine freundliche Computerstimme wie bei der Navigation im Auto den Arzt durch die Operation. Da aber auch die Operationsinstrumente in die Navigation einbezogen werden, kann der Chirurg jederzeit auf seinem Kontrollmonitor erkennen, wo er sich mit seinem Instrument befindet. Für das Behandlungsergebnis und die Sicherheit der Patienten ist das ein gewaltiger Fortschritt. Denn einerseits lassen sich durch die exakte Navigation kritische Bereiche sicher umgehen. Andererseits kann der Operateur bei Bedarf gefahrloser mit geringerem Sicherheitsabstand zu Nerven und Gefäßen arbeiten.






