Knoten müssen immer abgeklärt werden

Professor Dr. Lobmann untersicht eine Schilddrüsen-Patientin mittels Ultraschall.
Rund ein Drittel der Deutschen leidet an einer Fehlfunktion der Schilddrüse. Im Klinikum Stuttgart werden Erkrankungen der Schilddrüse von Endokrinologen, Nuklearmedizinern und Chirurgen gemeinsam behandelt.
Sie hat die Form eines Schmetterlings und wenn sie nicht mehr richtig funktioniert, können wir ganz schön ins Flattern kommen: die Schilddrüse ist ein kleines Organ unterhalb des Kehlkopfs, deren Hormone den gesamten Organismus beeinflussen. Sie wirken auf Herz und Kreislauf, erweitern die Blutgefäße, beschleunigen den Herzschlag. Sie aktivieren aber auch den Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Darmtätigkeit. Außerdem sind Schilddrüsenhormone ganz wesentlich für sehr viele Wachstumsprozesse verantwortlich und sie steigern den Grundumsatz und Energieverbrauch des gesamten Körpers.
Bildet die Schilddrüse zu wenig Hormon, werden wir müde, antriebslos und nehmen zu. Hypothyreose (Unterfunktion) nennt das der Mediziner. Produziert sie zu viel, kommt es zu allgemeiner Nervosität, Hitzegefühl, Zittern der Hände und Herzklopfen. Dann liegt eine Überfunktion oder Hyperthyreose vor. Ursachen für die Fehlfunktionen können ganz unterschiedliche Erkrankungen sein.
Im Klinikum Stuttgart kümmern sich Ärzte der Fachrichtungen Endokrinologie, Nuklearmedizin und Viszeralchirurgie interdisziplinär um Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen. „Knotenartige Verdickungen an der Schilddrüse müssen immer abgeklärt werden“, erklärt Professor Dr. Ralf Lobmann, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik 3 – Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie am Bürgerhospital.
Neben dem Ultraschall ist für die Diagnostik der Schilddrüse die Szintigraphie die Methode der Wahl. Die Follikelzellen der Schilddrüse benötigen Jod für die Bildung der jodhaltigen Schilddrüsenhormone. Dies macht man sich bei der Schilddrüsenszintigraphie zu Nutze. „Dabei werden Radionuklide, die in ihren chemischen Eigenschaften mit dem Jod verwandt sind, dem Patienten injiziert. Sie reichern sich in der Schilddrüse an und können anschließend mit einer speziellen Gamma-Kamera sichtbar gemacht werden“, erklärt Privatdozentin Dr. Gabriele Pöpperl, Ärztliche Direktorin der Klinik für Nuklearmedizin am Katharinenhospital. Wird wenig Radionuklid von den Schilddrüsenzellen aufgenommen, bedeutet es, dass in diesem Knoten nur noch wenig Hormon produziert wird. Der Knoten ist „kalt“. „Kalte Knoten können ein Hinweis auf Schilddrüsenkrebs sein“, erklärt Professor Lobmann, „und sollten deshalb immer im Verlauf kontrolliert oder zur weiteren Abklärung punktiert werden.“






