Fortbildung schärft Bewusstsein

Die richtige Händedesinfektion gehört zur täglichen Basishygiene
Einen Hygieneplan zu MRSA – wie übrigens auch zu einer ganzen Reihe anderer Antibiotika-resistenter Bakterien – gibt es im Klinikum Stuttgart seit vielen Jahren. Er wird regelmäßig aktualisiert und im Intranet veröffentlicht. Mehrmals im Jahr finden Fortbildungen für alle Mitarbeiter statt.
„Bei den Fortbildungen geht es um spezielle Fragen rund um die MRSA-Thematik“, erklärt der Institutschef. Fort- und Weiterbildung sieht der Hygieniker als bestes Mittel an, das Bewusstsein der Mitarbeiter für die Hygiene zu sensibilisieren. Vier Mal im Jahr gibt es zum Beispiel den Hygienezirkel in Cannstatt, zu dem jede Station ihre hygienebeauftragte Pflegekraft schickt. Hier werden Hygienefragen aus dem Teilnehmerkreis besprochen, zusätzlich wird über ein Schwerpunktthema referiert. „Das ist ein ideales Konzept, um die ganz alltägliche Basishygiene in den Köpfen der Mitarbeiter zu verankern“, sagt Professor Trautmann und zeigt sogleich, was er meint: „Keine Ringe, auch keine Eheringe, keine Uhr, die Fingernägel kurz und rund geschnitten, so müssen die Hände und Unterarme laut Basishygienevorschriften aussehen“, sagt er. Kein Nagellack, immer wieder Händedesinfektion und das Wissen, wann und wie Handschuhe, Kittel, Hauben
zu benutzen sind.
Händewaschen schützt
Die kürzliche EHEC-Epidemie hat das Hygienebewusstsein übrigens auch in der Allgemeinbevölkerung deutlich verstärkt. Maßnahmen wie Händewaschen vor dem Essen, Verzicht auf Händeschütteln und „Bussi“-Geben sind auf einmal populär. Studien haben gezeigt, dass Hygienemaßnahmen viel häufiger umgesetzt werden, wenn sie dem Eigenschutz dienen, weiß Professor Trautmann. Dass man durch regelmäßige Händedesinfektion auch den Patienten schützen kann, muss dagegen immer wieder eintrainiert werden. Deshalb sollten alle Mitarbeiter mindestens einmal jährlich an einer Hygieneschulung teilnehmen. Wer die Termine sucht, braucht nur das Bildungsprogramm aufzuschlagen. Die hoch engagierten Hygienefachkräfte des Instituts kommen für Schulungen im kleineren Kreis aber auch gerne auf Station: Anruf genügt.






